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Family-based intervention to improve healthy lifestyle and prevent Type 2 Diabetes amongst South Asians with central obesity and prediabetes

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Diabetesprävention in südasiatischen Bevölkerungsgruppen

Eine gesunde Ernährung und körperliche Aktivität könnten der Schlüssel zur Prävention von Typ-2-Diabetes in südasiatischen Bevölkerungsgruppen sein. Um dieser Annahme auf den Grund zu gehen, führte eine Forschungsgruppe aus der EU eine umfassende Studie zu den positiven Auswirkungen einer intensiven Lebensstiländerung durch.

Gesundheit

Menschen aus Südasien machen ein Viertel der Weltbevölkerung aus. Diese Bevölkerungsgruppe weist außerdem ein hohes Risiko auf, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Allein Indien verzeichnet beinahe 56 Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes und liegt damit gleich nach China weltweit an zweiter Stelle. Da die Zahl der Diagnosen im kommenden Jahrzehnt voraussichtlich weiter steigen wird, richtet die Wissenschaft ihren Blick verstärkt auf die Prävention – und damit auch auf eine intensive Lebensstiländerung. „Die Förderung von gesunder Ernährung und körperlicher Aktivität hat sich bei Menschen aus Südasien mit gestörter Glukosetoleranz als wirksame Methode zur Prävention von Typ-2-Diabetes erwiesen“, so Ninha Silva, die als Projektmanagerin am Imperial College London tätig und als Koordinatorin für das EU-finanzierte Projekt iHealth-T2D zuständig ist. Allerdings wird die Lebensstiländerung aufgrund der hohen damit verbundenen Kosten und der mangelnden Skalierbarkeit eher selten durchgeführt. Um das zu ändern, führte das Projekt iHealth-T2D eine umfassende Studie dazu durch, wie Lebensstiländerungen effektiv als Präventionsmaßnahme gegen Typ-2-Diabetes bei Menschen aus Südasien eingesetzt werden könnten.

Reduzierung von Körperfett und Taillenumfang

Das Projekt zielte in erster Linie darauf ab, die Effektivität der Lebensstilintervention als Präventionsmaßnahme gegen Typ-2-Diabetes bei Menschen aus Südasien zu testen. Dazu wurden Lebensstilinterventionen durch kommunale Gesundheitsteams bei Menschen mit Stammfettsucht oder erhöhtem Wert des glykosylierten Hämoglobins (HbA1c) durchgeführt. „Wir haben diverse maßgeschneiderte, annehmbare, effektive und effiziente Programme zur Lebensstiländerung in verschiedenen südasiatischen Gemeinschaften aus Indien, Pakistan, Sri Lanka und dem Vereinigten Königreich getestet“, erklärt Ninha Silva. Die Forschenden untersuchten mehr als 23 000 potenzielle Probanden, von denen schließlich 3 670 in die Studie aufgenommen wurden. Diese Probandinnen und Probanden waren zwar nicht an Typ-2-Diabetes erkrankt, zeigten allerdings eine Stammfettsucht (d. h. Taillenumfang ab 100 cm). „Unser Ziel war es, durch Ernährungsberatung und verstärkte körperliche Aktivität den Body-Mass-Index um 7 % und den Taillenumfang um 10 cm zu reduzieren“, fügt Silva hinzu. Das Programm zur Lebensstilintervention umfasste 22 persönliche Sitzungen über einen einjährigen Zeitraum. Die Probandinnen und Probanden wurden gebeten, ihre Essgewohnheiten zu überdenken, Ziele für sich festzulegen und gesündere Gewohnheiten zu etablieren, wie zum Beispiel das Ersetzen gesättigter Fettsäuren durch einfach oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die Reduzierung des Salzkonsums oder eine höhere Ballaststoffzufuhr. Die Sitzungen fanden unter der Leitung von lokalen Forschenden, Fachleuten in der Ernährungsberatung und kommunalen Gesundheitsfachkräften statt und wurden als persönliche Einzeltermine, Gruppensitzungen und regelmäßige telefonische Nachbeobachtungsgespräche angeboten. Das Projekt richtete außerdem eine Bibliothek mit relevantem Material zur Diabetesprävention ein. Diese Informationen stehen in allen wichtigen südasiatischen Sprachen zur Verfügung und richten sich an alle Bürgerinnen und Bürger mit Interesse an einem gesünderen Lebensstil sowie medizinische Fachkräfte, die mit der Prävention von Typ-2-Diabetes befasst sind.

Umsetzung der Ergebnisse in größerem Maßstab

Ninha Silva zufolge konnte iHealth-T2D erfolgreich dazu beitragen, die gesellschaftlichen Kapazitäten zur Prävention und Kontrolle von Diabetes in Südasien zu erweitern. So gründeten beispielsweise sowohl die Universität Kelaniya als auch die Universität Colombo auf der Grundlage der Arbeit von iHealth-T2D im Jahr 2019 eigene Exzellenzzentren für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein ähnliches Zentrum soll 2020 an der Devki Devi Foundation in Indien entstehen. Das Projekt selbst ist zwar inzwischen abgeschlossen, doch die Arbeit geht weiter. Dank Fördermitteln in Höhe von rund 9 Mio. EUR, die vom National Institute for Health Research im Vereinigten Königreich zur Verfügung gestellt wurden, konnte das Konsortium eine Forschungsabteilung für globale Gesundheit einrichten, das an die Forschung von iHealth-T2D anknüpfen wird. „Wir arbeiten mit Nachdruck daran, personelle Kapazitäten aufzubauen und die Ergebnisse des iHealth-T2D-Projekts in größerem Maßstab umzusetzen“, so Ninha Silva abschließend. „Das ist eine der wichtigsten und greifbarsten Leistungen unseres Projekts.“

Schlüsselbegriffe

iHealth-T2D, Typ-2-Diabetes, Lebensstiländerung, gestörte Glukosetoleranz, Volksgesundheit, Fettleibigkeit, HbA1c

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