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Ist Datenschutz ein Widerspruch in sich? Eine EU-Initiative befasst sich mit wachsenden Bedenken

Ein Forschungsteam hat eine Tracking-freie Website eingerichtet, um die Privatsphäre von deren Besucherinnen und Besuchern zu schützen und die Bürgerwissenschaft bei der Untersuchung digitaler Cookies zu unterstützen.

Digitale Wirtschaft

Mit Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) im Jahr 2018 wurde ein neuer globaler Standard für den Schutz personenbezogener und privater Daten festgelegt, der auch Nicht-EU-Ländern als Basismodell dient. Sie führte jedoch angesichts wachsender gesellschaftlicher Bedenken in Bezug auf Datenschutzfragen auch zu einer enormen Unsicherheit im Hinblick auf die Einhaltung von Vorschriften. Hier kommt das EU-finanzierte Projekt CSI-COP (Citizen Scientists Investigating Cookies and App GDPR Compliance) ins Spiel, das die Einhaltung der DSGVO untersucht, um besser zu verstehen, inwieweit Cookies die Nutzerschaft von Internet-Websites und Apps auf Mobilgeräten verfolgen können. Die Projektpartner haben kürzlich eine Tracking-freie Website ins Leben gerufen, um „andere davon zu überzeugen, eine Website-Philosophie zum Schutz der Privatsphäre anzunehmen und das Tracking von Website-Besuchen einzustellen sowie den Zweck des ‚legitimen Geschäftsinteresses‘ zu überdenken und die Weitergabe von Navigationsinformationen und anderen Besucherdaten an Dritte zu beenden,“ erläutert eine Pressemitteilung der Coventry University. Die Website hat zum Ziel das „Vertrauen zwischen den CSI-COP-Forschenden und den Bürgerwissenschaften aufzubauen, die Teil des Teams werden sollen, um digitale Cookies sowie das Ausmaß des standardmäßigen Online-Trackings zu untersuchen“, so heißt es in der Pressemitteilung weiter. In derselben Pressemitteilung des Projektkoordinators von CSI-COP, der Coventry University, heißt es: „Das CSI-COP-Projekt ... wird die Beteiligung von Bürgerwissenschaften miteinbeziehen, um die wachsenden Bedenken der Gesellschaft in Bezug auf Datenschutzfragen sowie die Methoden, die versuchen, die Integrität bei der Erhebung und Verwendung von Daten sicherzustellen, anzugehen.“

Untersuchung von Cookies

Cookies, ein Instrument in Browsern, das es Betreibern von Websites ermöglicht, Daten über die Nutzerschaft zu speichern, können entweder beim Besuch einer Website auf dem Gerät von Benutzerinnen oder Benutzern hinterlegt oder von Dritten wie etwa Werbetreibenden oder einem Analysesystem platziert werden. Diese Cookies von Dritten ermöglichen anderen Parteien den Zugriff auf die Daten und Aktivitäten von Benutzerinnen und Benutzern im Zusammenhang mit einer Website und bilden die Grundlage dafür, wie Anzeigen auf die Nutzerschaft ausgerichtet werden. Angesichts der Menge an personenbezogenen Daten, die Cookies möglicherweise enthalten, können diese der DSGVO unterliegen. Es ist daher wichtig, das Verständnis der Nutzerschaft darüber zu verbessern, welche Informationen online erfasst werden. Dank des CSI-COP-Projekts wird es „zugängliche Möglichkeiten geben, informelle Informationen zu ‚Menschenrechten im digitalen Zeitalter‘ zu erhalten, indem Bürgerforschende zur Einhaltung der DSGVO sowie dazu, wie Cookies in Websites und Apps untersucht werden können, geschult werden“, so die Pressemitteilung. „Dies wird durch die Schaffung eines offenen Massen-Online-Kurses (MOOC) und durch Workshops erreicht, die von Partnern des CSI-COP-Konsortiums organisiert werden.“ Eine Präsentation zum Projekt fasst zusammen, wie das CSI-COP-Konsortium „mit zur KI forschenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Fachleuten aus den Bereichen Technologie- und Datenschutzrecht, Genderforschung, Geschichtswissenschaft, Philosophie, digitale Geisteswissenschaften und Open-Science zusammenarbeiten wird, um eine webbasierte, frei zugängliche Wissensressource aufzubauen, in der das Ausmaß des standardmäßigen Online-Trackings ausführlich beschrieben wird.“ Außerdem werden „Arten von Trackern (Drittanbieter, Facebook) sowie anvisierte Profile (digitale Spiele spielende Kinder, Freunde suchende Jugendliche, Frauen und Männer mit Gesundheitsproblemen) auf einer Reihe von Websites und in Smartphone-Apps vorgestellt.“ Das CSI-COP-Projekt läuft bis Juni 2022. Die Gemeinschaft der Bürgerwissenschaftlerinnen und Bürgerwissenschaftler wird aus ganz Europa und darüber hinaus gewonnen, und ihre Ergebnisse werden vom CSI-COP-Konsortium systematisch erfasst, um eine Taxonomie von Trackern zu erstellen, die in einer Online-Datenbank verwendet werden. Diese frei zugängliche Wissensressource zu in Cookies und Apps eingebetteten Trackern wird für eine Vielzahl von Interessengruppen wie Datenschutzforschenden und Regulierungsbehörden, die sich mit der Einhaltung der DSGVO beschäftigen, bis hin zu Eltern, Lehrkräften und Bibliotheken ein nützliches Instrument sein. Weitere Informationen: CSI-COP-Projektwebsite

Schlüsselbegriffe

CSI-COP, Datenschutz, DSGVO, Cookies, Tracker

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29 März 2019