Skip to main content

Article Category

Article available in the folowing languages:

Besserer Mutterboden für nachhaltigere Äpfel

Danone setzt sich aktiv dafür ein, den Anbau der Äpfel für seine Babyprodukte in Bezug auf die Nachhaltigkeit des Mutterbodens wesentlich respektvoller zu gestalten. Wenn sich sein Vorhaben als erfolgreich erweist, könnten diese neuen landwirtschaftlichen Verfahren auch für andere Erzeugnisse zugunsten der gesamten Nachfrageseite übernommen werden.

Lebensmittel und natürliche Ressourcen

Der Anbau von Äpfeln für Babynahrung stellt selbst für Unternehmen wie Danone eine anspruchsvolle Aufgabe dar. So darf der Anteil von Pestizidrückständen beispielsweise den Grenzwert von 0,01 Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel nicht überschreiten. Auch Lebensmittelzusatzstoffe werden strengstens überwacht und die zulässige Höchstmenge an Schadstoffen ist bis zu 5 000 Mal niedriger als bei normalen Lebensmitteln. Aber wie wäre es, wenn sich aus diesen Herausforderungen eine Gelegenheit ergeben könnte, sicherere Lebensmittel für alle Menschen zu schaffen? HARVEST (Healthy Apples Research: Valuing Environmental Sustainability of Topsoil), ein mit Unterstützung der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen durchgeführtes Forschungsprojekt, verkörpert diesen proaktiven Ansatz für die Verbrauchergesundheit. Mithilfe dieses Projekts, dessen Schwerpunkt auf der Apfelproduktion liegt, haben Danone und seine Partner – landwirtschaftliche Betriebe, die Universität Wageningen und das französische Nationale Institut für Agronomieforschung (INRA) – versucht, ein wahrhaft regeneratives Landwirtschaftssystem zu etablieren. „Wir haben zwei Verfahren zur Förderung der biologischen Vielfalt auf bestimmte landwirtschaftliche Gebiete angewandt“, so Laura Martinez, Koordinatorin von HARVEST. „Der erste Ansatz besteht darin, zwischen den Apfelbaumreihen Blühstreifen – Mischungen aus Gräsern und Hülsenfrüchten – zu kultivieren. Der zweite reduziert den Einsatz mechanischer Unkrautbekämpfungsmethoden (Mähen und Bodenbearbeitung), um eine Störung der Bodenstruktur und eine Veränderung der Mikrobengemeinschaft im Boden zu vermeiden.“ Obwohl der Anbau von Blühstreifen bereits eine bekannte Vorgehensweise zur Verringerung oberirdischer Schädlinge ohne Einsatz von Pestiziden war, so sind die Vorteile einer solchen Praxis für die Bodenqualität bisher noch unbekannt. Danone geht jedoch davon aus, dass auf diese Weise eine verbesserte mikrobielle Biomasse im Boden, ein optimierter Kohlenstoffkreislauf, eine höhere Nährstoffverfügbarkeit und ein größeres Vorkommen von Pilzen wie Mykorrhiza und Saprobionten, die dem Boden zugute kommen, erreicht werden können. Darüber hinaus haben die Forschenden auch Methoden getestet, bei denen kein Mähen/keine Bodenbearbeitung stattfindet und Pflanzenreste zur Zersetzung unter Baumkronen zurückgelassen werden. „Unseren Erwartungen zufolge sollte sich eine bessere Bodenstruktur positiv auf die Obstplantagen auswirken. Außerdem sollte dadurch die Evapotranspiration im Sommer verhindert werden können“, erklärt Martinez.

Von Grund auf besseres Obst

Mit dieser Kombination von Ansätzen bewirkt HARVEST Synergien zwischen ober- und unterirdischen Vorteilen. Es handelt sich um das erste Forschungsprojekt, das derartige Vorteile für Landwirtschaftssysteme ermöglicht und gleichermaßen Innovationen hervorbringt, indem biologische Parameter wie mikrobielle Biomasse, Atmung und die Pilzgesellschaft als wichtige Leistungsindikatoren zur Verbesserung des Nährstoffkreislaufs, der Wasserbewirtschaftung und der Kohlenstoffspeicherung verwendet werden. Denn normalerweise würde der Sektor zur Bestimmung der Bodenfruchtbarkeit eher auf chemische Parameter zurückgreifen. HARVEST hat bereits jetzt, weniger als ein Jahr vor Projektabschluss, einen großartigen Start hingelegt. „Im ersten Projektjahr haben wir die Forschungsversuche in zwei Apfelplantagen, einer in Frankreich und einer in Tschechien, durchgeführt. Dabei haben wir Boden- und Baumwurzeln gesammelt, um mehrere Parameter zur Beurteilung der Bodengesundheit zu messen. Dazu gehören die mikrobielle Biomasse im Boden sowie mikrobielle katabole Bodenprofile, arbuskuläre Mykorrhizakolonisationen in Apfelbäumen, Bodenpilzgesellschaften, die Verfügbarkeit von Bodennährstoffen und einige andere. Diese Daten werden derzeit analysiert“, ergänzt Martinez. Neben diesen Versuchen hat Danone sich mit Apfelproduzenten aus Tschechien und Polen, Karottenproduzenten in Frankreich und Polen sowie Reisproduzenten in Spanien getroffen. Abhängig von den Projektergebnissen würde dann die Anpassung der neuen Verfahren an andere Nutzpflanzen und Früchte wie Erdbeeren bald auf der Tagesordnung des Unternehmens stehen. „HARVEST ist ein wichtiger Schritt in Richtung eines besseren Verständnisses der Wechselbeziehungen zwischen Boden, Mikroorganismen und den uns zur Verfügung stehenden Endmaterialien. Es eröffnet eine äußerst innovative Art des Denkens und der Betrachtung der Beziehung zwischen Geschäftstätigkeit und Umwelt“, merkt Martinez an. Danone hatte bereits im Jahr 2017 seinen neuen Slogan „One planet. One health.“ (z. Dt.: Ein Planet. Eine Gesundheit.) enthüllt. Die damit gesetzte Botschaft war klar: gesunde Menschen und ein gesunder Planet gehen Hand in Hand. Letztendlich könnte diese Erkenntnis zu besseren Modellen der Nahrungsmittelerzeugung führen, mit denen unsere Böden für die kommenden Generationen erhalten werden können.

Schlüsselbegriffe

HARVEST, Danone, Apfelbaum, Obstplantage, Mutterboden, Babyprodukte, Bodenbearbeitung, Blühstreifen

Entdecken Sie Artikel in demselben Anwendungsbereich