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WISSENSCHAFT IM TREND: Gibt es da draußen noch 300 Millionen weitere Erden?

Die NASA schätzt, dass es in der Milchstraße hunderte Millionen potenziell bewohnbarer Planeten gibt.

Grundlagenforschung

Egal ob in der Philosophie und Astronomie oder als Kind, das erstaunt in den Kosmos blickt, eine Frage bleibt unbeantwortet: Wie viele als Exoplaneten bekannte Planeten außerhalb unseres Sonnensystems könnten bewohnbar sein? Wir kommen der Antwort näher.

Wie groß ist das All?

Laut einer Arbeit, die zur Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „The Astronomical Journal“ angenommen wurde, könnten Welten mit erdähnlichen Bedingungen Gesteinsplaneten mit der Möglichkeit flüssigen Wassers auf der Oberfläche aufweisen. Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt haben Forschende der NASA vom Kepler-Weltraumteleskop gesammelte Daten analysiert. Das Teleskop beobachtete etwa 150 000 Sterne. Die Mission zur Suche nach Planeten der NASA hat erfolgreich mehr als 4 000 Exoplaneten als mögliche Kandidaten erkannt. Es wurden auch wertvolle Daten der Gaia-Mission der europäischen Weltraumorganisation verwendet, deren Satellit die Position und Helligkeit von 1 Milliarde Sternen gemessen hat. Nach Schätzungen der NASA gibt es etwa 100 bis 400 Milliarden Sterne in unserer Milchstraße. In einer neuen Studie wird veranschlagt, dass es bis zu 6 Milliarden erdähnliche Planeten in unserer Galaxie geben könnte. „Dies sind die wissenschaftlichen Ergebnisse, auf die wir alle gewartet haben“, sagte die Mitautorin Natalie M. Batalha, eine Astronomin an der University of California, Santa Cruz, gegenüber „National Geographic“. Frühere Schätzungen deuteten an, dass 7 % der sonnenähnlichen Sterne eine erdähnliche Welt beherbergten. Diese Zahl liegt jetzt eher bei 50 %, vielleicht sogar noch höher. „Es sind mehr als ich dachte. Ich habe der Öffentlichkeit immer gesagt, ein Viertel, ein Fünftel – dieses Ergebnis ist eine angenehme Überraschung“, fügt Prof. Batalha hinzu. „Im Durchschnitt könnte jeder andere sonnenähnliche Stern einen eventuell bewohnbaren Planeten beherbergen.“ Die Forschenden suchten nach Sternen, die dem Alter und der Temperatur der Sonne ähnelten. Zusätzlich suchten sie Exoplaneten mit ähnlichem Radius wie dem der Erde und wählten die aus, die am wahrscheinlichsten felsig sind. Die Entfernung des Planeten zu seinem Stern wurde ebenfalls beachtet. Die Daten von Gaia haben es dem Team ermöglicht, zum allerersten Mal auch die Temperatur bei der Berechnung all dieser Faktoren mit einzubeziehen.

Können wir die interstellare Einsamkeit beenden?

Manche dieser Exoplaneten könnten ganz in unserer Nähe sein. Wenigstens 4 sind möglicherweise nur bis zu 30 Lichtjahre von der Sonne entfernt. Der uns am nächsten gelegene ist wahrscheinlich nur rund 20 Lichtjahre von der Erde entfernt. „Durch Kepler wissen wir bereits, dass es Milliarden Planeten gibt. Aber jetzt wissen wir, dass ein Großteil dieser Planeten felsig und bewohnbar sein könnte“, kommentierte der führende Autor Steve Bryson, ein Forscher am Ames Research Center der NASA im Silicon Valley in Kalifornien, in einer Pressemitteilung. „Obwohl diese Ergebnisse lange nicht endgültig sind und Wasser auf der Planetenoberfläche nur eine von vielen Bedingungen für Leben darstellt, ist es dennoch extrem spannend, dass wir mit so hoher Bestimmtheit und Genauigkeit die Häufigkeit dieser Welten berechnen konnten.“ „Für mich ist dieses Ergebnis ein Beispiel dafür, wie viel wir mit nur einem kleinen Blick über unser Sonnensystem hinaus entdecken konnten“, merkt Bryson an. „Was wir sehen ist, dass unsere Galaxie beeindruckend ist, mit faszinierenden Welten, von denen einige sich gar nicht so sehr von unserer unterscheiden.“

Schlüsselbegriffe

Planet, Exoplanet, Milchstraße, NASA, Kepler