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Nahverkehrsdaten und wie diese Bürgern helfen

Ein EU-finanziertes Projektteam unterstützt Bürgerwissenschaftlerinnen und Bürgerwissenschaftler bei der Erhebung von Verkehrsdaten aus deren Umgebung. Es hofft, dass dies den örtlichen Gemeinden dabei helfen wird, sich für Änderungen der lokalen Politik einzusetzen, die zu wirksamen Verkehrslösungen führen.

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Die Städte von heute sehen sich einer Vielzahl von verkehrstechnischen Herausforderungen gegenüber, für die es keinen einheitlichen Lösungsansatz gibt. Die Bewältigung der Herausforderungen städtischer Mobilität erfordert nicht nur eine bessere Infrastruktur und Technologie, sondern auch eine Änderung gesellschaftlicher Verhaltensweisen. Dieser Wandel kann durch eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung an der Gestaltung der Verkehrspolitik herbeigeführt werden, was das EU-finanzierte Projekt WeCount (WeCount: Citizens Observing UrbaN Transport) erreichen will, indem es Bürgerinnen und Bürger in die Lage versetzt, bei der Erfassung von Daten zum Verkehr in ihrer eigenen Nachbarschaft die Leitung zu übernehmen. Mit diesem Ziel vor Augen verteilen die Forschenden von WeCount im Rahmen der Erhebung zur Erfassung des Verkehrs auf den Straßen der Stadt 150 Sensoren an die Bevölkerung Cardiffs (Vereinigtes Königreich). Die Erhebung wird in der gesamten Stadt und der weiteren Umgebung durchgeführt, wobei die Einheimischen teilnehmen. Cardiff ist eine wachsende Stadt mit vielfältigen verkehrstechnischen Herausforderungen, mit denen sich ihre Einwohnerschaft sowie die etwa 90 000 Pendelnden konfrontiert sehen, die täglich in die Stadt fahren, davon die meisten mit dem Auto.

Die Verkehrssensoren und wie diese Daten erfassen

Das für die WeCount-Erhebung verwendete System zur Zählung des Straßenverkehrs heißt Telraam. Die Telraam-Sensoren werden in einem Fenster mit freier Sicht auf die Straße vor der Wohnung jeder Person, die an der Erhebung mitwirkt, installiert. Dies liefert Echtzeitdaten zur Anzahl, Art und Geschwindigkeit der Fahrzeuge, die diese bestimmte Straße benutzen. Die installierten Geräte sind eine Kombination aus einem Raspberry-Pi-Mikrocomputer, Sensoren sowie einer Kamera mit niedriger Auflösung. Die geringe Größe und die niedrigen Kosten der Raspberry Pi machen diese ideal für Bürgerforschungsprojekte dieser Art. Das Telraam-Gerät lädt die Daten der Verkehrszählung über das lokale WLAN direkt in eine frei zugängliche Datenbank hoch. Die aus diesen Daten gewonnenen Kenntnisse werden genutzt, um eine bürgernahe Debatte über Nahverkehr und Luftverschmutzung zu ermöglichen, die zu nachhaltigen Verkehrslösungen führen könnte. „Überall, wo man hinkommt, hört man eine andere Geschichte“, kommentierte Prof. Enda Hayes vom Projektpartner University of the West of England, Bristol, in einer Pressemitteilung, die auf der Website ,WalesOnline‘ veröffentlicht wurde. „Einige Menschen sorgen sich über Geschwindigkeitsüberschreitungen, Staus, Luftverschmutzung oder Lärmbelästigung. Vielleicht möchte man ein verkehrsberuhigtes Stadtviertel schaffen, aber man braucht die Daten für diese Debatte. Wir versuchen, die Daten für diese Diskussion zur Verfügung zu stellen.“

Andere Pilotstädte

Neben Cardiff sind noch weitere fünf Pilotstädte am WeCount-Projekt beteiligt: Löwen, Madrid, Barcelona, Ljubljana und Dublin. Die in jeder der Städte gesammelten Verkehrsdaten werden zur Untersuchung von Fragen im Zusammenhang mit dem Radfahren, dem Verkehrsmanagement sowie der Luft- und Lärmbelastung verwendet. Insgesamt werden in jeder Region 200 bis 250 Sensoren installiert. Derselben Pressemitteilung zufolge wird WeCount damit beginnen, die Bürgerwissenschaftlerinnen und Bürgerwissenschaftler darin zu schulen, wie sie die Daten analysieren und relevante Informationen in ihrem lokalen Umfeld kommunizieren können. Das Projekt läuft bis November 2021. Weitere Informationen: WeCount-Projektwebsite

Schlüsselbegriffe

WeCount, Verkehr, Daten, Sensor, Stadt, Transport, Bürgerwissenschaftlerinnen und Bürgerwissenschaftler

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