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Vereinigung der Forschungsinfrastrukturen der Biowissenschaften in Europa

Biomedizinische Entdeckungen erfordern interdisziplinäre Forschungsmaßnahmen sowie den Zugang zu verschiedenartigen Instrumenten und Infrastrukturen. Um fortgeschrittene biomedizinische Forschung zu erleichtern, hat das EU-finanzierte Projekt CORBEL verschiedene Ressourcen europäischer Institute gebündelt, darunter biologische und medizinische Technologien, biologische Proben und Datendienste.

Grundlagenforschung
Gesundheit

Die Umsetzung biomedizinischer Entdeckungen in neuartige Diagnoseverfahren und Behandlungen wird oft durch fragmentierte Forschungsbemühungen erschwert. Hochmoderne europäische Forschungsprojekte erfordern eine breite Palette wissenschaftlicher Dienste und Instrumente, einschließlich Biobanken für Proben, Bildgebungseinrichtungen, molekularer Testzentren oder Tiermodelle.

Europäische Forschungsinfrastrukturen unter demselben Dach

Um Forschungsbemühungen in ganz Europa zu unterstützen, hat die EU-finanzierte Initiative CORBEL 13 neue biologische und medizinische Forschungsinfrastrukturen in einer einzigen Plattform gebündelt. „CORBEL bettet die vereinten Infrastrukturkapazitäten europäischer Institute in einen einzigen wissenschaftlichen Arbeitsfluss ein, von der Planungsphase und der Beantragung von Finanzhilfe bis hin zur Experimentierphase und Datenverwaltung“, erklärt der Projektkoordinator Niklas Blomberg. Die CORBEL-Plattform bietet hochmoderne Dienstleistungen an, darunter fortgeschrittene Bildgebungstechnologien, Hochdurchsatz-Screening, Systembiologie, 3D-Modellierung, Datendepots und Biobanken. Unter Verwendung dieser Pipeline haben Forschende Meeresorganismen als Modelle für die Analyse vieler zellulärer Phänomene eingesetzt, um unter anderem genregulatorische Netzwerke, die zellulären und entwicklungsbezogenen Übergängen zugrunde liegen, Stammzellbiologie und die Alterung zu untersuchen. Neben der Bereitstellung von Modellen für Meerestiere und der damit verbundenen Daten hat CORBEL Forschenden ebenfalls Zugang zu hochauflösenden Bildgebungsdaten, Rechenmodellen und Ergebnissen aus toxikologischen Tests verschafft. CORBEL führte zwei offene Ausschreibungen für Forschungsprojekte durch, um den bestehenden Bedarf an fortgeschrittener Technologieerforschung und wissenschaftlichem Fachwissen in ganz Europa zu decken. Mehr als 50 Projektanträge wurden für den Zugang zur Forschungsinfrastruktur in Betracht gezogen und letztendlich konnten 37 interdisziplinäre Projekte umgesetzt werden. Die erfolgreichen Bewerbungen erlangten kostenlosen Zugang zu hochmodernen Technologien und Dienstleistungen und etwaige Reisekosten zu Partnerinstituten wurden erstattet.

Gemeinsame Verwaltung – der Schüssel für ein Infrastrukturdienstangebot

„Die Unterstützung eines gemeinsamen Projektmanagements ist für die Benutzerinnen und Benutzer unerlässlich, damit sie auf die modernsten, disziplinübergreifenden Einrichtungen zugreifen können“, betont Susan Daenke, Vorsitzende des Strategieausschusses für Biowissenschaften. CORBEL hat erfolgreich harmonisierte Lösungen eingerichtet und einen Zugang zu den Rechendiensten durch einmaliges Anmelden ermöglicht. Durch die Einbettung der kombinierten Infrastrukturkapazitäten in einen einzigen wissenschaftlichen Arbeitsfluss haben sich neue Forschungsmöglichkeiten ergeben. Das Ressourcenportal wird gemeinsam mit Richtlinien und Empfehlungen fortlaufend aktualisiert, sodass die Benutzerinnen und Benutzer Daten aus verschiedenen Forschungsbereichen verwalten können. Von Bedeutung ist auch, dass diese Empfehlungen von Drittparteien wie dem Europäischen Forschungsrat sowie in den kürzlich veröffentlichen Richtlinien der Europäischen Kommission zur Erforschung von COVID-19 verwendet wurden. Die Anwerbung und Schulung gut ausgebildeter Betreiberinnen und Betreiber war für das Dienstangebot der CORBEL-Infrastruktur unerlässlich. In diesem Zusammenhang hat das Konsortium ein gemeinsames Kompetenzrahmenwerk für den Betrieb von Forschungsinfrastrukturen entwickelt, das Schulungskurse und E-Learning-Ressourcen sowie Austauschprogramme für Personal umfasst.

Was steht als Nächstes an? Aufrechterhaltung der CORBEL-Infrastruktur

Laut Blomberg wären „mehrere Projekte ohne die interdisziplinären Ausschreibungen von CORBEL nicht auf die Dienstleistungen aufmerksam geworden und hätten daher nicht auf sie zugegriffen.“ Indem CORBEL Forschenden Zugriff auf Dienstleistungen und Instrumente gewährte, die ihnen an ihren eigenen Einrichtungen nicht zur Verfügung stehen, trug das Projekt zum Fachwissen über biologische Mechanismen und zur Umsetzung von Ergebnissen in der medizinischen Versorgung bei. Die CORBEL-Forschungsinfrastrukturen haben nun eine gemeinsame Website veröffentlicht, die gemeinschaftlich von den beteiligten Instituten finanziert und vom BBMRI-ERIC verwaltet wird. Diese Website wird einige der gemeinschaftlichen Dienstleistungen beherbergen, die im Rahmen von CORBEL entwickelt wurden. Die Arbeit von CORBEL wird vom Horizont 2020-Projekt EOSC-Life weitergeführt werden, das die verschiedenen Probleme mit dem Datenaustausch angehen wird, die im Laufe des Projekts aufkamen. Zu den Zielen von EOSC-Life zählt die Bereitstellung von Lösungen für die Erfassung und Analyse multimodaler Daten in Projekten, die oft maßgeschneiderte Ansätze erfordern.

Schlüsselbegriffe

CORBEL, Dienstleistung, Service, Forschungsinfrastruktur, Plattform, Probe, Datenverwaltung, biomedizinische Forschung, Biowissenschaften

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