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WISSENSCHAFT IM TREND: Neue Studie: Zweisprachige Kinder profitieren ein Leben lang

Kinder, die in einer zweisprachigen Familie aufwachsen, haben als Erwachsene später kognitive Vorteile.

Grundlagenforschung

Je eher Kleinkinder mit zwei Sprachen in Kontakt kommen, desto besser, das ist inzwischen allgemein bekannt. Um diese Entwicklung zu fördern, sollten Experten zufolge Eltern, die verschiedene Muttersprachen haben, so früh wie möglich mit ihren Kindern jeweils in ihrer Sprache sprechen.

Je früher desto besser für das Gehirn

Laut einem Artikel in der Fachzeitschrift Scientific Reports haben Studien gezeigt, dass sich ein zweisprachiges Aufwachsen kognitiv unerwartet positiv auswirkt. Ein Forschungsteam der Anglia Ruskin University (ARU) im Vereinigten Königreich hat gezeigt, dass Erwachsene, die ihre Zweitsprachen in jungen Jahren gelernt hatten, im Vergleich zu bilingualen Personen, die die zweite Sprache erst später lernten, visuelle Veränderungen schneller wahrnahmen und ihre Aufmerksamkeit schneller verlagerten. Erwachsene, die früher mit zwei Sprachen Kontakt gehabt hatten, schnitten in kognitiven Tests am besten ab. Bilinguale Erwachsene, die als Kleinkind oder im Kindesalter eine zweite Sprache erlernt haben, sind anderen in bestimmter Hinsicht kognitiv voraus. „Die Studie ist eine spannende Fortsetzung unserer früheren Forschungsarbeiten. Diese hatten bereits ergeben, dass Kleinkinder, die in zweisprachigen Haushalten aufwachsen, sich an ihre komplexere Sprachumgebung anpassen, indem sie ihre Aufmerksamkeit schneller und öfter verlagern“, so Dr. Dean D’Souza, Hauptautor und Dozent für Psychologie an der ARU, in einer Pressemitteilung der Universität. „Durch diese Anpassung sind sie wohl in der Lage, viele verschiedene visuelle Informationsquellen, wie Mundbewegung, Gesichtsausdrücke oder subtile Gesten, zu nutzen, über die sie leichter mehrere Sprachen erlernen können.“

Nutzen für das ganze Leben

Dr. D’Souza ergänzt: „Unsere jüngste Forschung an bilingualen Erwachsenen hat nun ergeben, dass die Fähigkeit, seine Aufmerksamkeit schneller verlagern zu können sowie einige andere derartige Anpassungen bis ins Erwachsenenalter erhalten bleiben.“ Um herauszufinden, ob diese Anpassungen aus der frühen Kindheit bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben, hat das Forschungsteam in zwei separaten Experimenten 127 Erwachsene untersucht, von denen 92 zweisprachig und 35 einsprachig waren. Beim ersten Experiment sahen sich die Probandinnen und Probanden Bilder auf einem Bildschirm an. Eines veränderte sich nach und nach, das andere blieb gleich. Die zweisprachig Aufgewachsenen erkannten die Veränderung wesentlich früher. Im zweiten Experiment ging es um zwei visuelle Reize. Wieder konnten die zweisprachig Aufgewachsenen ihre Aufmerksamkeit schneller von einem Foto auf das andere lenken.

Schlüsselbegriffe

Bilingual, zweisprachig, zweisprachige Kinder, Zweisprachigkeit im Kindesalter, frühe Zweisprachigkeit, kognitiv, Sprache, Zweitsprache