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Theorizing the Production of 'Comedia Nueva': The Process of Play Configuration in Spanish Golden Age Theater

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Der Beitrag spanischer Stücke aus dem 16. und 17. Jahrhundert zur frühen Kunstszene Europas

Über den Schreibprozess und die Textüberarbeitung für Theaterstücke in Spanien im 16. und 17. Jahrhundert ist wenig bekannt. Eine EU-Initiative untersuchte, ob diese Aktivitäten ausschließlich von Stückeschreibenden durchgeführt wurden.

Grundlagenforschung

Das spanische Goldene Zeitalter (um 1500-1681) war hauptsächlich von enormem Wachstum und intellektueller Entwicklung geprägt. Infolgedessen blühte das Theater auf. Diese Zeit ist als Theater des spanisches Goldenen Zeitalters bekannt. Das EU-finanzierte Projekt TheaTheor überarbeitete das traditionelle Konzept der individuellen Erstellung von Texten während des Theaters des spanischen Goldenen Zeitalters. Zu diesem Zweck wurde untersucht, wie Stückeschreibende und andere relevante Interessengruppen des Theaters aktiv zusammenarbeiteten.

Eine Schatztruhe voller Theaterstücke

Mit neuen Techniken und Instrumenten wie Hyperspektralfotografie und chemischer Analyse zur Analyse von 45 Manuskripten untersuchten die Forschenden die Anmerkungen und Korrekturen von Lope de Vega, einem Dramatiker, Dichter und Schriftsteller, der eine Schlüsselfigur im spanischen Goldenen Zeitalter war. Diese digitalen und chemischen Werkzeuge halfen ihnen, bestimmte Manuskriptkorrekturen besser zu bewerten, einschließlich durchgestrichener Passagen, zusammenklebender Seiten, Tintenvariationen und Feuchtigkeitsflecken. Die Manuskriptanalyse enthüllte wichtige Informationen über Lopes Herangehensweise an den Entstehungsprozess und die Techniken, mit denen er seine Werke schrieb. „Dies war ein wichtiger wissenschaftlicher Meilenstein, da er viele Informationen darüber enthält, wie de Vega dramatische Werke geschrieben hat“, erklärt Projektkoordinator Marco Presotto. „Es macht der romantische Theorie ein Ende, dass er in weniger als 24 Stunden ein ganzes Stück aus dem Nichts geschrieben hat.“ Die Anmerkungen und Korrekturen von Lope weisen darauf hin, dass die von ihm eigenhändig verfassten Comedias saubere Kopien eines früheren Entwurfs sind. In einigen Fällen verschob er das Kopieren des Entwurfs, um eine Referenz zu konsultieren und den Vers oder die gesamte Rede zu perfektionieren. Er schien mit dem Ergebnis immer unzufrieden zu sein und war ständig bereit, seine Kreationen zu ändern. Das Vorhandensein verschiedener Tinten und Handschriften in diversen Manuskripten kann größtenteils mit einer oder mehreren Überarbeitungen verbunden sein, die vom Direktor des Theaterensembles, das das Stück spielte, vorgenommen wurden. Es kann auch vom Prüfenden oder einem anderen administrativen Einfluss abhängen. Das Team des Projekts TheaTheor konnte genau definieren, wo Tinte und Handschrift auf demselben Manuskript oder in einer Gruppe von Dokumenten erscheinen und sie innerhalb des angegebenen Zeitraums einem bestimmten Namen im System des kommerziellen Theaters zuordnen. Obwohl dies nicht Teil der ursprünglichen Projektziele war, bestand eine weitere wichtige Errungenschaft in der Entdeckung eines autografischen Entwurfs von „Las bizarrías de Belisa“ unter Lopes Autografen. „Der spezifische Inhalt und die formalen Merkmale zeigen zweifellos, dass es sich um einen Manuskriptentwurf handelt“, bemerkt Sònia Boadas, Forschungsstipendiatin der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen.

Mit Digital und Print zum Stand der Technik beitragen

Die Ergebnisse fließen in eine Monographie von Boadas ein, die auch eine neue Theorie zur Korpusproduktion des Theaters des spanischen Goldenen Zeitalters (1580-1635) enthalten wird. Eine Datenbank, welche die Theaterautografen des spanischen Goldenen Zeitalters katalogisiert und erklärt sowie die Suche danach ermöglicht, befindet sich in der Entwicklung. Das Online-Verzeichnis bietet außerdem detaillierte Informationen zum Verfahren bei der Erstellung von Texten. „Durch die Etablierung einer neuen, bisher unerforschten Arbeitsmethodik wird das Projekt TheaTheor als Referenz für zukünftige Studien zu frühneuzeitlichen Manuskripten sowie zur Schaffung und Weitergabe des Theaters des Goldenen Zeitalters dienen“, schließt Presotto. „Wir unterstreichen die Bedeutung des Studiums und der Sicherung unseres kulturellen Erbes sowohl für gesellschaftliche als auch für wissenschaftliche Zwecke. Dies impliziert eine Verbesserung der öffentlichen Kenntnisse über Literatur, Kultur und frühneuzeitliches europäisches Theater.“ Dieses Forschungsvorhaben wurde im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen durchgeführt.

Schlüsselbegriffe

TheaTheor, Manuskript, Theater, spanisches Goldenes Zeitalter, Theaterstück, Dramatiker, spanisches Theater des Goldenen Zeitalters, Kunst, Lope de Vega

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