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Small scale farmers’ sustainable adaptation strategies to climate change based on ecosystem services

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Anpassungsstrategien für landwirtschaftliche Kleinbetriebe gegen Klimawandel

Kleinbäuerinnen und -bauern in afrikanischen Ländern südlich der Sahara sind weltweit am stärksten vom Klimawandel betroffen. Dies verdeutlicht, wie dringlich neue Strategien für eine nachhaltige ländliche Entwicklung sind, um künftig besser auf den Klimawandel vorbereitet zu sein.

Klimawandel und Umwelt
Lebensmittel und natürliche Ressourcen

So analysierte das EU-finanzierte Projekt ADAFARM, welche nachhaltigen Anpassungsstrategien sich Kleinbetriebe im südostafrikanischen Mosambik bieten, und wurde dabei über die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen unterstützt. „Schwerpunkte waren die Rolle formeller und informeller Institutionen sowie Schlüsselfaktoren wie Armut und geschlechtsspezifische Faktoren“, erklärt Forschungsstipendiat Pedro Zorrilla Miras. Der erste Projektabschnitt befasste sich vor allem mit klimawandelbedingten Hungersnöten in kleinen ländlichen und abgelegenen Ortschaften. „Hier wollten wir den Beitrag von Ökosystemen zur Bewältigung solcher Situationen herausarbeiten, insbesondere Möglichkeiten, die sich je nach Bewaldungsdichte für die Landwirtschaft bieten“, erklärt Zorrilla Miras. Der zweite Projektabschnitt untersuchte, wie sich die Kommunikation zwischen Regierung, Nichtregierungsorganisationen und Landwirtschaftsbetrieben in Mosambik verbessern und der Informationsfluss in ländliche Gegenden beschleunigen lässt. „Hier untersuchten wir Zugangsmöglichkeiten zu Informationen und deren Weitergabe, um bessere Aufklärung über den Klimawandel und mögliche Anpassungsmaßnahmen zu leisten“, erklärt Zorrilla Miras.

Ursachen von Hunger

Analysen der Ursachen von Hungersnöten in kleinen ländlichen Gemeinden zeigten, dass mehr als 80 % davon auf klimabedingte Risiken wie Dürren und Überschwemmungen zurückgehen und weniger auf Faktoren wie Landknappheit, fehlende landwirtschaftliche Produktionsmittel oder Schädlingsbefall. Zorrilla Miras führt weiter aus: „Gefährdet sind primär Familien mit weiblichem Familienoberhaupt, einhergehend mit Faktoren wie begrenztem Zugang zu medizinischer Versorgung, fehlender Beratung oder geringen Rücklagen.“ Gängigste Strategien bei Nahrungsmittelknappheit waren Hilfeleistungen durch Familienmitglieder und Freunde, Verzehr des künftigen Saatguts, Schwarzarbeit oder die Nahrungssuche in Wäldern. Schließlich wurde festgestellt, dass Zugang zu lokalen Märkten die Nutzung natürlicher Ressourcen stärkt.

Zugang zu Informationen

Die zweite Projektphase, bei der der Schwerpunkt auf Zugang zu landwirtschaftlichen Informationsquellen lag, zeigte deutliche territoriale Unterschiede auf. Wie Zorrilla Miras erläutert, „ist in weit von der Landeshauptstadt entfernten ländlichen Gebieten mit hoher Armutsrate auch der Zugang zu Informationsquellen sehr begrenzt und sporadisch.“ So könnten kleinere Photovoltaikanlagen für Kleinbetriebe in Mosambik eine bahnbrechende Technologie der Zukunft sein. „Damit eröffnen sich Möglichkeiten, um die Nutzung von Mobiltelefonen und Smartphones und damit den Wissensaustausch vor Ort wie auch maßgeblichen technologischen und sozialen Fortschritt zu fördern“, ergänzt Zorrilla Miras. Bei der Nutzung von Informationsquellen wurden schließlich gravierende geschlechtsspezifische Unterschiede festgestellt. Frauen bevorzugten mündliche, direkte und informelle Kommunikation in ihrer Gemeinde, Männer hingegen bezogen ihre Informationen eher über Radio oder Telefon. Da bei Frauen auch die Analphabetenrate höher war als bei Männern, hatten sie entsprechend schlechteren Informationszugang. Die wichtigste Informationsquelle für Bäuerinnen und Bauern war laut ADAFARM landwirtschaftliche Beratung über Regierungspersonal, das direkt mit den ländlichen Gemeinden in Kontakt steht. „Hierfür sind die staatlichen Ressourcen jedoch meist begrenzt“, betont Zorrilla Miras. „Idealerweise müssten Beteiligte und Aktivitäten auch über den rein landwirtschaftlichen Kontext hinaus unterstützt werden, etwa, wenn es um die Lebensqualität in der Gemeinde wie die Organisation auf lokaler Ebene oder natürliches Ressourcenmanagement usw. geht.“ Über die Forschungsresultate sollen die mosambikanische Regierung, NGOs, Hochschulen und alle anderen Parteien informiert werden, die an diesen Themen arbeiten, um Strategien und Maßnahmen entsprechend auszurichten. „Letztlich wird dies den Bäuerinnen und Bauern selbst wie auch dem Schutz der Ökosysteme zugutekommen“, schließt Zorrilla Miras.

Schlüsselbegriffe

ADAFARM, Bäuerinnen und Bauern, Mosambik, ländliche Gemeinden, Hunger, Klimawandel, Geschlechtsspezifik, Ökosysteme, Nutzung natürlicher Ressourcen, Photovoltaik

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