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ERC-Forscherin wird Nils-Klim-Preis verliehen

Elisa Uusimäki, die Hauptforscherin des vom Europäischen Forschungsrat finanzierten Projekts ANINAN, erhält in Anerkennung ihrer herausragenden Forschungsbeiträge zu den Geistes- und Sozialwissenschaften 2022 den Nils-Klim-Preis.

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Am 14. März gab die Universität Bergen in Norwegen bekannt, dass Elisa Katariina Uusimäki die diesjährige Gewinnerin des renommierten Nils-Klim-Preises ist. Dieser wird jedes Jahr an eine junge skandinavische in der Forschung tätige Person (unter 35 Jahren) verliehen, die einen herausragenden Beitrag zur Geistes-, Sozial-, Rechts- oder Religionswissenschaft geleistet hat. Uusimäki ist eine verdienstvolle Literatur- und Kulturhistorikerin des Judentums in der Antike und hat zu Weisheitsliteratur und ethischen Diskursen veröffentlicht. Ihre breit gefächerten Forschungsthemen reichen von den Schriftrollen vom Toten Meer über frühjüdische Schriften bis hin zur Hellenistischen Philosophie. Dabei verknüpft sie aus diesen unterschiedlichen Quellen gewonnene Erkenntnisse auf höchst originelle Weise. Uusimäki hat bereits fast 40 begutachtete Artikel veröffentlicht, drei Bücher mitherausgegeben und zwei Monografien geschrieben: „Turning Proverbs towards Torah: An Analysis of 4Q525“ (2016, dt. „Hinwendung von Sprichwörtern zur Tora: eine Analyse von 4Q525“) und „Lived Wisdom in Jewish Antiquity: Studies in Exercise and Exemplarity“ (2021, dt. „Gelebte Weisheit in der jüdischen Antike: Untersuchungen zur Ausübung und Beispielhaftigkeit“). Sie erhielt mehrere Auszeichnungen und Förderungen – wie einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrats für das Projekt ANINAN (An Intersectional Analysis of Ancient Jewish Travel Narratives). Dabei untersucht sie, wie die Mobilität des Menschen in der jüdischen Antike wahrgenommen und/oder gedacht wurde, einschließlich der Agierenden, Motive und Auswirkungen, und beleuchtet die Machtdynamik antiker israelischer/jüdischer Reiseerzählungen. Die Projektergebnisse sollen so auffällige sich überschneidende Belange offenbaren und dadurch die Komplexität menschlicher Phänomene wie Mobilität verdeutlichen. Ein Schlüsselaspekt des Projekts ist, dass die Narrative auch Begegnungen zwischen den israelischen/jüdischen Menschen und „anderen“ veranschaulichen. So entsteht ein neues Verständnis kultureller Wechselwirkungen im östlichen Mittelmeerraum der Antike. „Ihre Forschungsgegenstände und ihre Auseinandersetzung mit ihnen weisen überdies einen erheblichen Bezug zu gegenwärtigen globalen Angelegenheiten auf“, heißt es in Uusimäkis Nominierungsschreiben für den Nils-Klim-Preis. „Ihre Arbeit erstreckt sich auf die Weisheitslehre, deskriptive Ethik und kulturelle Interaktion, wobei sie sich Themen wie gelebter Religion in der Antike, Geschlecht, Intersektionalität, sozialer Hierarchie, Versklavung und verschiedenen Aspekten von Mobilität widmet. Seit Kurzem liegt ihr Augenmerk außerdem auf den Reisen von Frauen, den Folgen von Seuchen und mit Reisen verbundenen Ängsten.“ Uusimäki wird als herausragende Wissenschaftlerin beschrieben und reiht sich neben Trägerinnen und Trägern des Nils-Klim-Preises ein – darunter befinden sich unter anderen der dänische Medientheoretiker Claes Holger de Vreese, die norwegische Politikwissenschaftlerin Francesca Refsum Jensenius und die finnische Soziologin Anne Birgitta Pessi. Der mit 500 000 NOK (etwa 50 000 EUR) dotierte Nils-Klim-Preis wurde im Jahr 2003 vom norwegischen Parlament begründet und wird jährlich an eine Forscherin oder einen Forscher unter 35 Jahren aus/in einem skandinavischen Land für herausragende Forschungsbeiträge zur Geistes-, Sozial-, Rechts- oder Religionswissenschaft (in einem dieser Felder oder durch interdisziplinäre Arbeit) vergeben. Weitere Informationen: ANINAN-Projektwebseite

Schlüsselbegriffe

ANINAN, Nils-Klim-Preis, Europäischer Forschungsrat, ERC, Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften, Weisheitslehre, Kulturgeschichte, Intersektionalität

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