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Strategic, Tactical, Operational Protection of water Infrastructure against cyber-physical Threats

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„Schutzengel“ lässt Wasser durch kritische Infrastrukturen fließen

Mit der immer stärkeren Digitalisierung der Wasserversorgung nehmen auch die Cyberbedrohungen zu. So ist es an der Zeit für ein alle Gefahren abdeckendes Risikomanagement- und Risikominderungssystem.

Sicherheit

Wasser ist für das Leben und die Gesundheit der Menschen sowie die Wirtschaft von essentieller Bedeutung. Die Wasserinfrastruktur ist gegenüber physischen Bedrohungen wie Naturkatastrophen, Terroranschlägen und Unfällen sowie den zunehmenden Cyberbedrohungen anfällig, welche die immer höhere Digitalisierung und Automatisierung ausnutzen. Das EU-finanzierte Projekt STOP-IT vereinte 23 partnerschaftlich Mitwirkende aus ganz Europa und Israel, um diese dringende Notwendigkeit anzugehen. Resultat war eine ganzheitliche, modulare und skalierbare Plattform, welche die strategische und taktische Planung, die operative Entscheidungsfindung in Echtzeit und die nachträgliche Bewertung im Zusammenhang mit Cyber-, physischen und kombinierten cyber-physischen Bedrohungen für Wasserinfrastrukturen unterstützt.

Komplizierte und sich verändernde Wasserlandschaft braucht ganzheitliche Lösung

„Auch wenn bereits vielversprechende konzeptionelle und technische Lösungen für die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit von Wassersystemen zur Verfügung standen, musste daran gearbeitet werden, diese innerhalb eines übergeordneten Risikomanagementrahmens zusammenzuführen, den systematischen Schutz der Systeme der Wasserversorgungsunternehmen zu stärken, Lücken in den Sicherheitstechnologien zu ermitteln und die Risikomanagementansätze und -technologien zu verbessern“, erklärt Rita Ugarelli, leitende Wissenschaftlerin bei SINTEF AS und Koordinatorin von STOP-IT. Die STOP-IT-Plattform beinhaltet technische Lösungen und Analysewerkzeuge. Strategische und taktische Werkzeuge dienen der Simulation maßgeschneiderter Angriffsszenarien, um das Risiko der Versorgungsunterbrechung und die Wirksamkeit risikomindernder Maßnahmen bewerten zu können. Umfassende, nahezu in Echtzeit oder in Echtzeit arbeitende Instrumente erkennen Anomalien wie Störangriffe, physische Eingriffe, abnormale Verhaltensweisen und den Verlust an Datenverfügbarkeit und -integrität sowie weisen Indikatoren für den Schweregrad des Risikos zu, um die Festlegung von Prioritäten bei der Risikominderung zu unterstützen. Da neue digitale Systeme und Geräte für Wassersysteme auch neue Bereiche an Fachwissen erfordern, entwickelte das Projekt maßgeschneidertes Schulungsmaterial für bestimmte Endnutzungskreise innerhalb des Risikomanagementsektors der Wasserversorgungsunternehmen. Nun nutzen die an dem Projekt beteiligten Wasserversorgungsunternehmen bereits einige der STOP-IT-Lösungen und Schulungsmaterialien.

Mit einem Schwall von Begeisterung

Alle partnerschaftlich Beteiligten brachten in den abschließenden Interviews zum Ausdruck, dass STOP-IT einen erheblichen Einfluss darauf hatte, dass der Wassersektor nun in der Lage ist, physische und Cyberbedrohungen für kritische Wasserinfrastrukturen zu erkennen, zu bewerten und auf diese zu reagieren sowie die Gefahren für die Menschen zu verringern und auf diese Weise zum Schutz der menschlichen Gesundheit und des Lebens beizutragen. Interessierte finden auf einer speziellen Projektwebseite Informationsblätter über alle Werkzeuge und Technologien sowie Schulungs- und Verbreitungsmaterialien. Die Werkzeuge hätten zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können. „Die zunehmende Häufigkeit und Ausgereiftheit von Cyberangriffen ist zum Teil auf die COVID-19-Pandemie und die für die Fernarbeit erforderliche offene betriebliche Umgebung zurückzuführen. Infolgedessen hat STOP-IT mehr Interesse als erwartet geweckt und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit anderen Projekten und wichtigen Netzwerken gefördert“, stellt Ugarelli fest. Zudem werden die Werkzeuge und Technologien die notwendige Umsetzung der vorgeschlagenen Richtlinie über die Resilienz kritischer Einrichtungen unterstützen, der zufolge die Mitgliedstaaten Risikobewertungen durchführen und geeignete Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz ergreifen müssen. STOP-IT hat die Bereiche Sicherheit und Schutz in technische Lösungen eingebunden und die Zusammenarbeit zwischen Fachleuten für Sicherheit und Schutz im Wassersektor verstärkt. Ugarelli fasst zusammen: „STOP-IT hat die Konzepte, Methoden und Werkzeuge entwickelt, mit denen bei den Wassersystemen der Zukunft die Vorteile der aufregenden neuen Entwicklungen in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologie genutzt werden können, ohne dabei Kompromisse in Sachen Sicherheit und Schutz einzugehen. Das ist ebenso wichtig wie zeitgemäß.“ Damit ist die Wasserinfrastruktur soeben in ein neues Zeitalter der Cyber- und physischen Sicherheit eingetreten.

Schlüsselbegriffe

STOP-IT, Wasser, Wasserinfrastruktur, Risikomanagement, Cyberbedrohungen, Wasserversorgungsunternehmen, Richtlinie über die Resilienz kritischer Einrichtungen

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