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WISSENSCHAFT IM TREND: Das Emoticon feiert 40. Jubiläum

Das erste Emoticon wurde im September 1982 in einem Diskussionsforum versendet.

Grundlagenforschung

Vor vierzig Jahren, am 19. September um 11.44 Uhr, schrieb Scott Fahlman, Professor für Informatik an der Carnegie Mellon University in den Vereinigten Staaten, mit nur wenigen Tastenanschlägen Internetgeschichte. Er konnte damals nicht ahnen, dass ein Doppelpunkt, ein Bindestrich und eine schließende Klammer die Art und Weise unserer Kommunikation verändern würden.

Vorläufer des modernen Emojis

Prof. Fahlman suchte nach einer Möglichkeit, auf dem schwarzen Brett der Universität mit geschlossenem Zugang (einem heutigen Internetforum) Emotionen, insbesondere Sarkasmus, zum Ausdruck zu bringen, um zu verhindern, dass sich Menschen online streiten. Sein Beitrag lautete: „Ich schlage vor, dass die folgende Zeichenfolge zur Kennzeichnung von Scherzen verwendet wird: :-) Lesen Sie es von der Seite. In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen ist es wahrscheinlich effizienter, Dinge zu kennzeichnen, die KEINE Witze sind. Verwenden Sie hierfür :-(“ „Jemand hat etwas geschrieben, das sarkastisch gemeint war. Unter den vielen Lesenden verstand eine Person den Witz nicht und reagierte mit Wut und Feindseligkeit, und schon bald war die anfängliche Diskussion verschwunden, und jeder stritt mit jedem“, erklärte er gegenüber „CNN Business“. „In einem reinen Text-Internetmedium können die Leute nicht erkennen, ob es sich um einen Scherz handelt oder nicht. Es gibt keine Körpersprache, keine Mimik.“ Aus Emoticons wurden Emojis, allerdings erst mit Microsoft Wingdings in den 1990er Jahren. Die ersten Emojis wurden von dem japanischen Künstler Shigetaka Kurita entworfen und 1999 in Japan veröffentlicht. Das Museum of Modern Art in New York stellt die ursprünglichen 176 Emojis aus.

Skurrile visuelle Charaktere – ein Dauerbrenner

Emojis sind nach wie vor beliebt, weil wir visuelle Reize lieben und sie die Körpersprache wunderbar ersetzen können. Nach Angaben von Unicode, der weltweiten Kodierungsnorm, gibt es über 3 600 Emojis, die von 92 % der globalen Online-Nutzerschaft verwendet werden. Das Emoji als Gesicht mit Freudentränen ist nach wie vor am beliebtesten. Wussten Sie, dass dieses kultige Emoji zum Wort des Jahres 2015 der Oxford Dictionaries ernannt wurde? Zum allerersten Mal war das Wort eigentlich ein Piktogramm. „Sie drücken Dinge aus, die mit Worten nicht erfasst werden können. Sie stellen klar, was für eine Art von ‚okay‘ es ist, wenn man ‚okay‘ sagt“, erklärt Jennifer Daniel, Leiterin des Unterausschusses „Emoji“ des Unicode-Konsortiums, das die Emoji-Standards verwaltet. „Das sind Dinge, die wir im persönlichen Gespräch ganz natürlich tun, wie unsere Körpersprache, unsere Intonation, unsere Lautstärke, unser Blickkontakt.“ „Die beliebtesten Emojis vermitteln Belustigung, Humor oder Zuneigung“, fügt Keith Broni, Chefredakteur von Emojipedia, hinzu. Prof. Fahlman blickt auf seine Schöpfung und die anhaltende Faszination zurück. „Ich habe mich mit der Tatsache abgefunden, dass dies, unabhängig von meinen Leistungen im Bereich der künstlichen Intelligenz, der erste Satz meiner Todesanzeige sein wird. Aber es ist toll, eine kleine Berühmtheit zu sein.“ Überraschenderweise stellte der Vater der Emoticons vor Jahren gegenüber „HuffPost“ klar, dass er kein Fan der Emojis sei: „Ich finde sie hässlich, und sie ruinieren die Herausforderung, Emotionen mit herkömmlichen Tastaturzeichen geschickt auszudrücken. Aber vielleicht liegt das nur daran, dass ich diese andere Art erfunden habe.“

Schlüsselbegriffe

Emoticon, Emoji, Internet, Körpersprache, Gesicht, Scherz, Emotion