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Der welterste Schlepper mit Methanol-Antrieb

Ein Schlepper des Hafens Antwerpen-Brügge wurde jüngst mit Zweistoffmotoren ausgestattet – der offizielle Startschuss für die Umrüstung des Schleppers in ein methanolbetriebenes Boot.

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Der Hafen Antwerpen-Brügge in Belgien hat damit begonnen, einen seiner Schlepper für den Betrieb mit Methanol umzurüsten, um einen saubereren See- und Binnenverkehr zu fördern. Der erste nachgerüstete Zweistoffmotor des methanolbetriebenen Schleppers wurde am 21. November 2022 installiert. Die Installation des zweiten Motors ist in Kürze geplant. Sobald die Umrüstung abgeschlossen ist, wird der Schlepper sowohl Methanol als auch herkömmlichen Treibstoff für den Antrieb nutzen können. „Methatug hat seine Motoren wieder!“, schrieb der Hafen in den sozialen Medien, wie eine Pressemitteilung auf „The Maritime Executive“ berichtete. „Nach ihrer Umwandlung zu Zweistoffmotoren durch die Anglo Belgian Corporation wurde nun der erste der beiden wieder eingebaut. Dadurch wird unser Schlepper nach abgeschlossener Installation weitgehend mit Methanol-Antrieb fahren können, was die CO2-Emissionen erheblich senken wird. Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt getan, um unsere Flotte grüner zu machen.“ Die als Weltpremiere geltende Umrüstung des Schleppers auf den Methanol-Antrieb erfolgt im Rahmen des EU-finanzierten Projekts FASTWATER, das dem Ziel gewidmet ist, durch die Weiterentwicklung der Methanol-Technologie einen sauberen und CO2-neutralen Schiffsverkehr voranzubringen. Der Projektschwerpunkt auf Methanol gründet auf der Überzeugung, dass Treibstoffe und Antriebe für den Wasserverkehr skalierbar, nachhaltig und kompakt genug für eine problemlose Lagerung sein sollten.

Gemeinsame Anstrengungen

Neben dem Hafen Antwerpen-Brügge, der den Schlepper zur Verfügung stellte, beteiligten sich auch weitere FASTWATER-Partner an dem Vorhaben. So zum Beispiel die Anglo Belgian Corporation, Belgien, die den Motorumbau vornahm, die schwedische Werft Scandinaos, welche die Modifikationen für den Schlepper entwarf, sowie das Unternehmen Heinzmann aus Deutschland, das die Injektoren anpasste. Für die Machbarkeitsstudie des Projekts wurde das belgische Ingenieurbüro Multi beauftragt. Die Anglo Belgian Corporation wird als FASTWATER-Partner ebenfalls für die Installation der Methanol-Tanks und -Leitungen verantwortlich sein.

Der lange Weg zum Ziel

Der offizielle Start des Umrüstungsprozesses des Schleppers ist die Krönung monatelanger Arbeit, die seit Genehmigung des Projekts durch die Europäische Kommission im Juni 2021 erfolgt ist. Bevor es grünes Licht gab, musste FASTWATER zunächst die regulatorischen Hürden der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt nehmen, die den Einsatz von Methanol als Schiffstreibstoff ursprünglich untersagte. Das Projekt wurde daher dem Europäischen Ausschuss zur Ausarbeitung von Standards im Bereich der Binnenschifffahrt (CESNI) vorgelegt, um die nötige Genehmigung zu erhalten. Daran schlossen sich 18-monatige Verhandlungen an, bevor die Kommission das Projekt schließlich absegnete. Die Demonstrationsfälle von FASTWATER umfassten neben dem Hafenschlepper auch ein Lotsenboot, das im Dezember 2021 erfolgreich demonstriert wurde, ein Boot der Küstenwache und ein Flusskreuzer – alle mit Methanol-Antrieb. FASTWATER (FAST Track to Clean and Carbon-Neutral WATERborne Transport through Gradual Introduction of Methanol Fuel: Developing and Demonstrating an Evolutionary Pathway for Methanol Technology and Take-up) wird von der Universität Lund, Schweden, koordiniert. Das Projekt endet im Mai 2024. Weitere Informationen: FASTWATER-Projektwebsite

Schlüsselbegriffe

FASTWATER, Methanol, Treibstoff, Schlepper, Umrüstung, Hafen Antwerpen-Brügge, Schiffsverkehr, Schifffahrt

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8 August 2022