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Paare, die von zu Hause aus arbeiten: Wer profitiert mehr?

Eine neue Studie zeigt, dass Fernarbeit Unterschiede hervorbringt, die den Ausschlag zugunsten eines Geschlechts geben.

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Die globale Pandemie hat viele Paare in eine Arbeitswelt mit häuslichem Komfort getrieben. Diese Männer und Frauen stehen vor mehreren Herausforderungen, wenn es darum geht, häusliche Anforderungen mit beruflichen Aufgaben in Einklang zu bringen. In der Fachzeitschrift „Personnel Psychology“ liefern Forschende der Ohio State University in den Vereinigten Staaten Beweise dafür, wer die Nase vorn hat. „Wir haben festgestellt, dass Männer und Frauen nicht die gleiche Erfahrung mit der Arbeit von zu Hause aus haben“, kommentierte Hauptautorin Jasmine Hu, Professorin für Management an derselben Institution, in einer Pressemitteilung. „Es gibt immer noch einige geschlechtsspezifische Unterschiede in der Art und Weise, wie sie ihre beruflichen und familiären Pflichten bewältigen.“

Kämpfen unter einer schweren Last

Männer erledigten weniger Aufgaben im Haushalt und in der Familie als während ihrer Zeit im Büro. Im Gegensatz dazu hatten Frauen mit flexiblen Arbeitszeiten neben ihrer normalen Arbeit viel mehr Aufgaben zu erledigen. Die Ergebnisse basieren auf einer Befragung von über 220 Doppelverdienerpaaren mit und ohne Kindern aus China und Südkorea in den Jahren 2020 und 2021. Die Ergebnisse kamen zu dem Schluss, dass Männer mit flexiblen Arbeitszeiten, die von zu Hause aus arbeiten, weitaus weniger Hausarbeiten und Aufgaben verrichteten als ihre Frauen. Außerdem fühlten sich Ehefrauen schuldiger als ihre Ehemänner, weil sie keine Hausarbeit erledigten oder keine wertvolle Zeit mit der Familie verbrachten. Ehemänner, die ihre Ehefrauen stärker unterstützen, sind entscheidend. Die Studie legt nahe, dass sie sich die Haushaltspflichten teilen. „Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Ehemänner ortsungebunden arbeitenden Ehefrauen helfen könnten, wenn sie flexiblere Arbeitszeiten haben, und mehr Familienaufgaben erledigen könnten, wenn ihre Frauen strengere Arbeitszeiten haben“, erklärte Prof. Hu. Auch Arbeitgeber müssen anpassungsfähiger und rücksichtsvoller sein. „Organisationen und Führungskräfte sollten ihren männlichen Mitarbeitern nach Möglichkeit mehr Flexibilität einräumen, damit sie und ihre Familien sich besser auf Krisen wie die COVID-19-Pandemie einstellen können“, führte sie weiter aus. „Führungskräfte sollten sich realistische Erwartungen darüber bilden, wie viel Arbeit ihre aus der Ferne arbeitenden Angestellten effektiv bewältigen können, und mehr Verständnis für die Heimarbeitssituationen von Doppelverdienerpaaren zeigen.“

Verschwommene Grenzen zwischen Arbeit und Familie überwinden

Im Guten wie im Schlechten hat sich die Fernarbeit in unsere Kultur eingebürgert. „COVID-19 hat unsere Arbeitsweise für immer verändert. Fernarbeit wird viel mehr zur Norm werden“, sagte Prof. Hu. „Die Menschen haben sich wirklich an die Vorteile der Arbeit von zu Hause aus gewöhnt, und viele werden nicht wieder Vollzeit ins Büro gehen wollen.“ Fernarbeit ist gekommen, um zu bleiben, ebenso wie die daraus resultierenden Spannungen und Konflikte, die damit einhergehen. Wie können berufstätige Paare einen goldenen Mittelweg finden? Prof. Hu glaubt, dass hybride Arbeit die Antwort ist. „Dies gibt den Arbeitskräften die Flexibilität, die sie von zu Hause aus haben, und hat gleichzeitig die Möglichkeit, mehr mit Teammitgliedern im Büro zu interagieren, was die Zusammenarbeit verbessern und Kreativität sowie Innovation anregen kann.“

Schlüsselbegriffe

Paar, Arbeit, Zuhause, Fernarbeit, Pandemie, COVID-19, Job, Haushalt, Hybridarbeit