Bewältigung von Multi-Gefahren-Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel
Allein in den letzten zwei Jahrzehnten haben sich klimabedingte Katastrophen weltweit fast verdoppelt. Es wird erwartet, dass solche Katastrophen intensiver und häufiger werden, da sich unsere Wettersysteme verändern. Ein zentrales Anliegen ist, dass die Auswirkungen von Katastrophen, von Waldbränden bis zu Erdrutschen, sich überschneiden und erhöhte Gefahren bergen können. The HuT(öffnet in neuem Fenster), ein EU-finanziertes Projekt, hat sich zum Ziel gesetzt, Lösungen zu entwickeln, die uns helfen, uns besser auf klimabedingte Katastrophen vorzubereiten. Ziel des Projekts war es, ein Set an Risikomanagement-Tools und -Lösungen zu entwickeln, das auf diesen Erfahrungen aufbaut und in ganz Europa in möglichst vielen Situationen eingesetzt werden kann. „Multi-Gefahren-Risikoszenarien müssen unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Gefahren angegangen werden“, erklärt der Projektkoordinator Michele Calvello(öffnet in neuem Fenster) von der Universität Salerno in Italien. „Darüber hinaus ist der transdisziplinäre Ansatz, den wir im The HuT-Projekt verfolgen, auch ein Versuch, die fachspezifischen ‚Silos‘ zu überwinden, in denen viele Forschende allzu oft arbeiten.“
Demonstratoren zur Bewertung klimabezogener Katastrophen
Das Team entwickelte 10 Demonstratoren (DEMs), um das Potenzial für Multi-Gefahren-Katastrophen im Zusammenhang mit extremen Klimaereignissen zu bewerten. Diese wurden so konzipiert, dass sie Ansichten und Erfahrungen aus verschiedenen wissenschaftlichen und technischen Bereichen sowie von politisch Verantwortlichen und lokalen Gemeinschaften einbeziehen. „Die DEMs sind als Testgebiete zu betrachten, in denen unterschiedliche Projektaktivitäten durchgeführt werden“, sagt Calvello. Einige DEMs konzentrierten sich auf Modellierungen, etwa auf die Vorhersage von Dürren und Hitzewellen in Valencia, Spanien. In den italienischen Monti Lattari testete ein weiterer Demonstrator ein Netzwerk kostengünstiger Sensoren zur Überwachung von Variablen, die mit klima- und wetterbedingten Phänomenen zusammenhängen. Andere konzentrierten sich auf die aktive Einbindung von Interessengruppen, unter anderem auf die Bewertung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Starkregen in Vilnius, Litauen. Die DEMs entwickelten zudem Science-Art-Narrative, mit zwei öffentlichen Ausstellungen, die 2025 in Spanien und in Deutschland(öffnet in neuem Fenster) stattfanden. Andere untersuchten die Rolle von Frühwarnsystemen für Naturkatastrophen und unterstützten die Entwicklung innovativer Maßnahmen im Bereich Governance und Politik.
Bewusstsein für Katastrophenrisiken durch Kunst, Wissenschaft und Spiele
Das Team hebt mehrere zentrale Ergebnisse des Projekts hervor, darunter eine Reihe von kulturellen Erkundungen zu Naturgefahren, von der Science-Art(öffnet in neuem Fenster) –Fusion über Aktivitäten(öffnet in neuem Fenster) bis hin zu Theateraufführungen(öffnet in neuem Fenster). Das Projekt entwickelte außerdem Hilfesysteme für Entscheidungsfindung(öffnet in neuem Fenster) für Gemeinden in ganz Europa, um Behörden und die Bevölkerung bei der Vorbereitung auf klimabedingte Risiken zu unterstützen. „Dazu gehören der Wissenstransfer zur besseren Risikobewusstseinsbildung, innovative Überwachungs- und Modellierungsaktivitäten sowie lokale Datenportale zum Austausch von Informationen“, erklärt Calvello. Die Forschenden von The HuT entwickelten außerdem ein Serious-Board-Game – Safe Haven(öffnet in neuem Fenster) – mit dem Ziel, das Risikobewusstsein zu stärken. Die Spieler übernehmen die Rolle von kommunalen Entscheidungsträgern, um dem Bürgermeister dabei zu helfen, Risiken im Zusammenhang mit klimabedingten und wetterbedingten Naturkatastrophen unter Berücksichtigung der verfügbaren finanziellen Mittel zu managen.
Hilfe für Europa bei der Vorbereitung auf Naturkatastrophen
Das Team erstellt derzeit drei politische Handlungsempfehlungen. Diese konzentrieren sich auf die Integration von Warnsystemen in die Gesellschaft, die Förderung naturbasierter Lösungen und die Ausweitung von Maßnahmen zur Katastrophenrisikominderung. „Ein Legacy Advisory Panel, das aus Vertreterinnen und Vertretern international anerkannter Netzwerke besteht, erweitert bereits die Grenzen des Konsortiums“, fügt Calvello hinzu. „Hoffentlich wird es dazu beitragen, das Erbe der Innovationen des Projekts zu sichern.“