Neues von SYNEBIO: Unterstützung eines besseren Screenings für die Entwicklung neuer Arzneimittel
3D-Zellkultur- und Organ-on-Chip-Technologien besitzen das Potenzial, die Arzneimittelforschung zu beschleunigen und gleichzeitig den Einsatz von Tierversuchen zu minimieren. Der Erfolg dieses Verfahrens hängt von der effizienten Prüfung einer großen Anzahl von Verbindungen mithilfe eines Screenings mit hohem Durchsatz ab. Mit diesem Ziel im Visier demonstrierte das EU-finanzierte Projekt SYNEBIO die Wirksamkeit einer patentierten mikrofluidischen Plattform mit Hochdurchsatz-Screening im Hinblick auf die kontinuierliche Perfusion von 3D-Modellen menschlicher Zellen und bewies deren Bedeutung für das Wirkstoff-Screening. SYNEBIO wurde Mitte 2024 eingestellt, doch der Erfolg gab den Anstoß zur Gründung des in Paris ansässigen Start-ups Syntopia(öffnet in neuem Fenster), das im März 2025 an den Start ging.
Kostengünstigere und schnellere Generierung besserer präklinischer Daten
Syntopia ist eine Ausgründung des Labors für Biophysik und Evolution der französischen Universität ESPCI Paris – PSL und kombiniert fortschrittliche 3D-Zellkultur, Organoide sowie innovative Mikrofluidik. Ziel ist es, die pharmazeutische und biotechnologische Industrie zu unterstützen, qualitativ hochwertige biologische Daten in großem Maßstab zu generieren, die Forschung anzukurbeln und die derzeit hohen klinischen Ausfallraten zu verringern. Das Hauptprodukt des Unternehmens ist ein miniaturisiertes, pumpenfreies mikrofluidisches Gerät für die 3D-Zellkultur in einem 96-Well-Plattenformat. Es integriert Hydrogelgerüste mit kontinuierlicher Perfusion, um den Nährstoff- und Sauerstofffluss ohne externe Pumpen aufrechtzuerhalten. So können physiologische Bedingungen über eine Langzeitkultur reproduziert und Co-Kultur- bzw. Immunonkologie-Assays unterstützt werden. Darüber hinaus trug SYNEBIO zum Erfolg von Syntopia bei, indem es die direkte Zusammenarbeit mit großen Pharmaunternehmen wie Sanofi, Servier, AstraZeneca, Evotec und dem Institut Curie ermöglichte. Das dabei gewonnene wertvolle Feedback leitete die Neugestaltung des Systems in Richtung eines automatisierungsfähigen Plug-and-Play-Formats. „Diese Kombination aus validierter Leistung und bestätigtem Marktinteresse bildete das Fundament für die Gründung des Spin-off-Unternehmens Syntopia, das jetzt über eine Exklusivlizenz von ESPCI Paris – PSL für die Vermarktung der Technologie verfügt“, erklärt Philippe Nghe, CSO von Syntopia und Leiter des Projekts SYNEBIO. Die Technologie des Start-ups kommt jedoch nicht nur Pharma- und Biotech-Unternehmen zugute. Zu den Endnutzern gehören auch Aufsichtsbehörden und Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens, die nach validierten Alternativen zu Tierversuchen suchen, sowie Auftragsforschungsinstitute und akademische Screening-Plattformen, die von der höheren Reproduzierbarkeit und Durchsatzleistung profitieren können. Zu den Vorteilen gehören die Kompatibilität der Automatisierung mit den ANSI/SLAS-Labornormen, die Verringerung der Abfallmenge, die Verbesserung der physiologischen Relevanz und die Erzeugung KI-fähiger biologischer Datensätze. Laut Nghe lieferte das Projekt SYNEBIO (High-throughput combinatory drugs testing on in vitro 3D cells model platform) die entscheidenden 150 000 EUR, die Syntopia Wirklichkeit werden ließen. „Im Wesentlichen verwandelte diese bescheidene, jedoch strategische EU-Finanzierung ein Laborkonzept in eine kommerziell nutzbare Technologie mit klarer gesellschaftlicher Wirkung und führte direkt zur Gründung von Syntopia“, so der Forscher abschließend. In der Rubrik „Was wurde aus…“ werden abgeschlossene EU-finanzierte Projekte vorgestellt und es wird darüber berichtet, was seit der Beendigung der EU-Finanzierung erreicht wurde. Wenn Sie an einer Vorstellung Ihres Projekts unter „Was wurde aus…“ interessiert sind, dann schreiben Sie uns bitte eine E-Mail an editorial@cordis.europa.eu und teilen Sie uns mit, warum!