Skip to main content
Weiter zur Homepage der Europäischen Kommission (öffnet in neuem Fenster)
Deutsch de
CORDIS - Forschungsergebnisse der EU
CORDIS
COASTAL CLIMATE CORE SERVICES

Article Category

Article available in the following languages:

Datengestützte Einblicke in die Risiken des steigenden Meeresspiegels

Eine neue webbasierte Plattform verbessert die Entscheidungsfindung im Hinblick auf das Risikomanagement und die Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel in Küstengebieten.

Dem Sechsten Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen(öffnet in neuem Fenster) (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) zufolge wird der Meeresspiegel bis zum Jahr 2 100 voraussichtlich um 0,3 bis 1 m, und danach noch über Jahrhunderte hinweg weiter ansteigen. Die weitere Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs kann nur durch eine sofortige und massive Verringerung der Treibhausgasemissionen aufgehalten werden. Die Küstenüberschwemmungen, die von einem solchen Anstieg ausgelöst werden, könnten die vielen Städte, Unternehmen und Infrastrukturen in Küstennähe oder in niedrig gelegenen Gebieten Europas zerstören. „Da wir uns auf Jahrzehnte oder Jahrhunderte des Meeresspiegelanstiegs einstellen müssen, ist es wichtig zu verstehen, welche Gefahren drohen“, fügt Le Cozannet hinzu. Das EU-finanzierte Projekt CoCliCo(öffnet in neuem Fenster) trägt dazu bei, ein besseres Verständnis davon zu erlangen.

Eine quelloffene Webplattform für das Risikomanagement in Küstengebieten

CoCliCo ist eine quelloffene Webplattform(öffnet in neuem Fenster), die eine optimale Entscheidungsfindung im Bereich des Küstenrisikomanagements und der Anpassung an den Klimawandel unterstützen soll. „CoCliCo wurde für politische Entscheidungsträger, Planer, Infrastrukturmanager und Forschende entwickelt und bietet hochauflösende Projektionen des Meeresspiegelanstiegs, Bewertungen der Hochwassergefahr, Expositionsanalysen und Kosten-Nutzen-Vergleiche von Anpassungsstrategien“, erklärt Le Cozannet, der als Projektkoordinator fungierte. Darüber hinaus werden all diese Informationen in einer intuitiven, kartenbasierten Benutzeroberfläche bereitgestellt und durch offene, zuverlässige Datensätze gestützt. Dies macht es den Nutzern besonders leicht, künftige Szenarien der Küstengefährdung zu erkunden, das Hochwasser- und Erosionsrisiko für bestimmte Bevölkerungsgruppen und Infrastrukturen zu bewerten sowie Anpassungsoptionen anhand von Kosten-Nutzen-Analysen zu vergleichen. Außerdem bietet die Plattform vorgefertigte Anwenderberichte,mit deren Hilfe die Auswirkungen und Lösungen besser visualisiert werden können. „Ganz gleich, ob Sie an nationalen Hochwasserrichtlinien arbeiten, widerstandsfähige Städte planen oder in der Klimapolitik beraten, CoCliCo kann für Sie von Nutzen sein“, so Le Cozannet.

Ein Klimadienst, der die Anpassung in Küstengebieten unterstützt

CoCliCo ist nicht perfekt, doch laut Le Cozannet deutet es darauf hin, dass ein Klimadienst zur Unterstützung der Küstenanpassungsmaßnahmen in Europa machbar ist. So kann die Plattform zwar bereits in vielen Bereichen, die für die Anpassung der Küstengebiete relevant sind, hilfreich sein. Sie ist jedoch noch nicht in der Lage, die voraussichtlichen Kosten von Küstenüberschwemmungen genau vorherzusagen, da diese in hohem Maße von den Entscheidungen abhängen, die hinsichtlich Anpassungsmaßnahmen in Küstengebieten getroffen werden. „Ich bin jedoch zuversichtlich, dass die Plattform uns helfen wird, diese Unsicherheiten zu verstehen und zu erkennen, wie die Anpassungsentscheidungen, die wir heute treffen, unter zukünftigen Küstenbedingungen weniger wirksam sein könnten“, so Le Cozannet. Das Projektteam arbeitet derzeit daran, die Plattform von ihrem Demonstrator-Status zu einem voll funktionsfähigen Klimadienst weiterzuentwickeln. Dank der Unterstützung des Projektpartners Mercator Ocean(öffnet in neuem Fenster) wird die Plattform auch in den Digitalen Zwilling des Ocean-Projekts „Copernicus Marine Service“(öffnet in neuem Fenster) integriert. Das CoCliCo-Team hat ein Kurzdossier(öffnet in neuem Fenster) veröffentlicht, in dem es seine Pläne für die künftige Entwicklung der Plattform darlegt, sowie ein Positionsschreiben, in dem es die europäischen Staats- und Regierungschefs auffordert, eine wissenschaftsbasierte Entscheidungsfindung zu unterstützen. „CoCliCo ist ein Beispiel dafür, wie wissenschaftliche Daten nicht nur zu einer klimafreundlichen Entscheidungsfindung beitragen, sondern auch den Zusammenhalt und die Souveränität Europas stärken können, indem sie seine Widerstandsfähigkeit erhöhen“, schließt Le Cozannet.

Entdecken Sie Artikel in demselben Anwendungsbereich

Mein Booklet 0 0