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Mit datengestützten Einblicken Meeresspiegelanstieg vorbereiten

In absehbarer Zukunft wird der Meeresspiegel weiter ansteigen. Die Arbeit des EU-finanzierten Projekts CoCliCo unterstützt eine verbesserte Entscheidungsfindung im Bereich von Küstenrisikomanagement und Anpassung, ermöglicht fundiertere Investitionsentscheidungen, reduziert ökonomische Risiken und fördert die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft in Küstengebieten.

Durch den Klimawandel bedingte Überschwemmungen in Küstengebieten können potenziell verheerende Schäden in vielen Städten, Unternehmen und Infrastrukturbereichen anrichten, die sich in Küstennähe oder in Europas tiefer liegenden Gegenden befinden, was erhebliche Risiken sowohl für die Wirtschaftstätigkeit als auch für die regionale Wettbewerbsfähigkeit bedeutet. Die Europäische Umweltagentur(öffnet in neuem Fenster) schätzt, dass bis 2100 Küstenüberschwemmungen in Europa 3,9 Millionen Menschen betreffen und jährliche Kosten in Höhe von 1 Billion EUR verursachen könnten. „Da wir uns auf einen jahrzehnte- bis jahrhundertelangen Anstieg des Meeresspiegels einstellen müssen, ist es wichtig zu verstehen, was auf dem Spiel steht“, sagt Gonéri Le Cozannet, leitender Forscher am französischen Bureau de Recherches Géologiques et Minières(öffnet in neuem Fenster) (BRGM). Das EU-finanzierte Projekt CoCliCo(öffnet in neuem Fenster) trägt dazu bei, zu einem besseren Verständnis dieser Prozesse zu gelangen.

Quelloffene Webplattform für Küstenrisikomanagement

CoCliCo ist eine quelloffene Webplattform(öffnet in neuem Fenster), die eine optimale Entscheidungsfindung im Bereich des Küstenrisikomanagements und der Anpassung unterstützt. „CoCliCo wurde für Verantwortliche der Politik, zur Planung, zum Infrastrukturmanagement und für Forschungsgruppen entwickelt und bietet hochauflösende Projektionen des Meeresspiegelanstiegs, Bewertungen der Hochwassergefahr, Expositionsanalysen und Kosten-Nutzen-Vergleiche von Anpassungsstrategien“, erklärt Le Cozannet, der als Projektkoordinator fungierte. All diese Informationen werden in Form einer intuitiven, kartenbasierten Benutzungsoberfläche bereitgestellt und durch offene, verlässliche Datensätze gestützt. Außerdem bietet die Plattform vorgefertigte Anwendungsberichte, mit deren Hilfe die Auswirkungen und Lösungen besser visualisierbar sind. Was die Plattform jedoch wirklich auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, komplexe Daten über Küstenrisiken in umsetzbare Erkenntnisse zu übersetzen, die schnellere und fundiertere Entscheidungen bei öffentlichen und privaten Akteuren unterstützen. „Nutzergruppen können ortsspezifische Bedingungen abfragen, Anpassungsstrategien testen und die Auswirkungen auf Planungs- und Investitionsentscheidungen bewerten“, erklärt Le Cozannet.

Ein Klimadienst für klimaintelligente Entscheidungen

Die im Rahmen des Projekts erstellten Meeresspiegelprognosen, Hochwasserkarten auf der Grundlage zukünftiger sozioökonomischer und klimatischer Szenarien sowie Daten zu Infrastrukturrisiken entlang der Küstengebiete werden in zunehmendem Maße von den für Entscheidungen Verantwortlichen genutzt. Laut Le Cozannet können diese Informationen Maßnahmen zur Prävention und Anpassung an Küstenrisiken untermauern, darunter auch solche im Zusammenhang mit der EU-Hochwasserrichtlinie(öffnet in neuem Fenster). „Ganz gleich, ob Sie an nationalen Hochwasserrichtlinien arbeiten, resiliente Städte planen oder in der Klimapolitik beraten, CoCliCo kann für Sie von Nutzen sein“, bekräftigt Le Cozannet. So kann die Plattform beispielsweise hilfreich dabei sein, zu ermitteln, wann und wo die Anpassung der Infrastruktur eine realisierbare und kosteneffiziente Option darstellt. Dies ist besonders wichtig für kritische Küstenanlagen, bei denen Klimarisiken Investitionsentscheidungen, die Kontinuität der Wirtschaftstätigkeit und die Wettbewerbsfähigkeit von Küstenregionen beeinflussen können. „In der Lage zu sein, Küstenhäfen und Infrastruktur im Vorgriff auf den steigenden Meeresspiegel anzupassen, ist für Europas langfristige Klimaresilienz von entscheidender Bedeutung“, betont Le Cozannet. Das Projektteam arbeitet gegenwärtig daran, die Plattform vom Demonstratorstatus zum voll funktionsfähigen Klimadienst weiterzuentwickeln. Dank der Unterstützung des Projektpartners Mercator Ocean(öffnet in neuem Fenster) wird die Plattform zudem in den Digital Twin Ocean(öffnet in neuem Fenster) des Copernicus-Dienstes(öffnet in neuem Fenster) zur Überwachung der Meeresumwelt integriert, wodurch sichergestellt wird, dass die Daten über Küstenrisiken und andere Funktionalitäten auch über die Laufzeit von CoCliCo hinaus zugänglich bleiben. Das CoCliCo-Team hat ein Kurzdossier(öffnet in neuem Fenster) veröffentlicht, in dem es seine Vorstellung von einem europäischen Küstenklimadienst darlegt, der einen nachhaltigen Zugang zu hochwertigen Informationen über Küstenrisiken bieten und langfristige Anpassungsentscheidungen unterstützen kann, die über schrittweise Maßnahmen hinausgehen. „CoCliCo ist ein Fallstudie dazu, wie wissenschaftliche Daten dazu beitragen können, klimaintelligente Entscheidungs- und Anpassungsprozesse voranzubringen und damit letztlich die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und den Wohlstand zukunftsfähig zu gestalten“, fasst Le Cozannet zusammen.

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