Europas Flughäfen von Grund auf dekarbonisieren
Der Luftverkehr ist ein wichtiger Motor des Wirtschaftswachstums und der sozialen Vernetzung. Vor dem Hintergrund des europäischen Grünen Deals(öffnet in neuem Fenster) muss sich der Luftverkehr jedoch in Richtung Nachhaltigkeit und Reduzierung der Treibhausgasemissionen bewegen. Der gesamte Luftverkehrssektor von den Fluggesellschaften bis hin zu den Bodenabfertigungs- und unterstützenden Dienstleistungsunternehmen steht vor der Herausforderung eines ökologischen Wandels. Im Rahmen des mit 34 Millionen EUR finanzierten Projekts OLGA(öffnet in neuem Fenster) entwickelt und erprobt ein Konsortium europäischer Flughäfen eine Reihe von Innovationen, um die Auswirkungen des Sektors auf die Umwelt zu verringern. Dazu zählen Initiativen innerhalb und außerhalb des Flughafenterminals, die darauf abzielen, CO2-Emissionen zu reduzieren, die biologische Vielfalt zu erhalten, die Luftqualität und die Abfallwirtschaft zu verbessern sowie die Energieeffizienz zu steigern. Das Projekt wird von Aéroports de Paris (ADP) koordiniert, wobei der Flughafen Paris-Charles de Gaulle als zentrales Innovationszentrum fungiert. Parallel dazu finden Partneraktivitäten auf dem Flughäfen Mailand-Malpensa in Italien, Zagreb in Kroatien und Cluj in Rumänien statt. Insgesamt sind an OLGA 43 Partner von vier Flughäfen beteiligt, und es wurden mehr als vierzig nachhaltige und innovative Lösungen(öffnet in neuem Fenster) entwickelt.
Verpflichtungen zur Begrenzung der Auswirkungen auf die Umwelt
Das Projektteam hat die Aufgabe, Maßnahmen zur Verbesserung der Umwelteffizienz in drei Schlüsselbereichen(öffnet in neuem Fenster) durchzuführen: Flugbetrieb, Passagier- und Frachtverkehr sowie Gemeinden und Gebiete. Für den Flugbetrieb umfasst dies die Reduzierung der mit dem Luftverkehr verbundenen CO2-Emissionen durch lückenlose und nachverfolgbare Verfügbarkeit von nachhaltigem Flugzeugtreibstoff für Fluggesellschaften sowie den Nachweis des Potenzials von Flughäfen als „Wasserstoffdrehscheiben“, der mithilfe einer Wasserstoffbrennstoffinfrastruktur für Bodenfahrzeuge und Luftfahrzeuge zu erbringen ist. Um den direkten Umweltfußabdruck des Flughafens selbst zu verkleinern, werden innerhalb von OLGA Entwicklungen für Fluggäste, Personal und Fracht unterstützt. Dazu zählen die Förderung des Recyclings innerhalb und außerhalb des Flughafenterminals, die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien in den Terminals sowie die Schaffung von mehr auf die biologische Vielfalt ausgerichteten Rollwegen. Die Projektarbeit zielt zudem darauf ab, die Luftqualität an Flughäfen unter Einsatz von Echtzeitüberwachung zu verbessern.
Nachhaltiges Handeln innerhalb und außerhalb des Flughafenterminals
Mit der im Bahnhof des Flughafens Paris-Charles de Gaulle installierten umweltfreundlicheren Beleuchtung wird das Ziel verfolgt, die Energieeffizienz zu verbessern, den Einsatz von Biokunststoffen und recycelten Materialien zu verstärken, die Instandhaltung zu vereinfachen sowie gleichzeitig den Passagierkomfort durch architektonische Ästhetik aufzuwerten. Zudem wurden auf ungenutzten Flächen, unter anderem auf der Überdachung von Fluggastbrücken, Solarpaneele installiert. Mit dieser Lösung wird sauberer Strom für die Versorgung der Flugzeuge erzeugt und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert. Ein halbrobotisches Schleppfahrzeug mit der Bezeichnung TaxiBot wurde ebenfalls erprobt, das Flugzeuge vom Flugsteig zur Startbahn befördert und auf diese Weise dafür sorgt, dass die Flugzeugtriebwerke weniger im Einsatz sind. Dieses Rollen von Flugzeugen ohne eingeschaltete Triebwerke soll den Bodenbetrieb revolutionieren und könnte sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen, da die Betriebszeit der Flugtriebwerke verkürzt und der Treibstoffverbrauch reduziert werden. Das Team von OLGA hat außerdem BiodiversIT entwickelt, ein hochmodernes System, bei dem KI-Algorithmen, fortgeschrittene Feldsensoren und Datenanalyse zum Einsatz kommen, um die biologische Vielfalt auf Flughäfen zu überwachen. Dies ermöglicht nicht nur die Überwachung erwünschter, gefährdeter Arten, sondern auch die Beobachtung invasiver Arten, um eine ausgewogene biologische Vielfalt zu gewährleisten. Bei einem weiteren Experiment stehen Pflanzenarten im Mittelpunkt, die bestimmte Vögel anlocken, die zur Flugsicherheit in der Umgebung von Flughäfen beitragen können. „Diese Innovationen zielen auf Mobilität, Betrieb, Energie, Luftqualität und Ökosysteme ab und zeigen, dass Flughäfen aktiv den ökologischen Wandel über mehrere Bereiche hinweg beeinflussen können“, erläutert Yannael Billard, Direktor für nachhaltige Entwicklung bei Groupe ADP.
Informationen über grüne Initiativen verbreiten
Das Team von OLGA hat eine Serie von Veröffentlichungen herausgegeben, von denen einige auf Konferenzen vorgestellt wurden und die alle online zur Verfügung(öffnet in neuem Fenster) stehen. Die Erkenntnisse fanden gleichermaßen auf renommierten Veranstaltungen wie der Pariser Luftfahrtschau und der Passenger Terminal Expo Verbreitung. Im Zuge von OLGA wurden außerdem mehrere interne Veranstaltungen durchgeführt, um die Zusammenarbeit bei umweltfreundlichen Initiativen innerhalb der europäischen Luftverkehrsgemeinschaft zu stärken und erfolgreiche Machbarkeitsnachweise zu entwickeln. Zudem wurde das Projekt OLGA für die Kampagne Science4EU(öffnet in neuem Fenster) ausgewählt, um wirkungsvolle EU-Forschung und -Innovation zu präsentieren. Insgesamt zielen die zahlreichen projektintern erprobten Konzepte darauf ab, den CO2-Fußabdruck Europas zu verkleinern und dafür zu sorgen, dass Flughäfen in Zukunft umweltfreundlicher werden.