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Transformation der Versorgung chronisch kranker Menschen im ländlichen Europa durch Pre-Commercial Procurement (PCP)

Dort, wo die Gesundheitsversorgung Gemeinden nur schwer erreicht, kann ein innovatives Selbstmanagement den Patientinnen und Patienten helfen, mit chronischen Krankheiten umzugehen. Das EU-finanzierte Projekt CRANE sieht ein integriertes, personenzentriertes Pflegemodell vor, das auf Daten, digitalen Werkzeugen und gemeinschaftlichen Ökosystemen beruht.

Die Bevölkerung Europas altert, und die Zahl der Menschen mit Behinderungen sowie chronischen Krankheiten steigt. Menschen in ländlichen Regionen haben im Vergleich zu Menschen in Städten und Vorstädten einen geringeren Zugang zu hochwertigen Gesundheitsleistungen und Gesundheitsprogrammen. Das von den Behörden der Region Västerbotten in Schweden koordinierte Projekt CRANE(öffnet in neuem Fenster) arbeitet an der Entwicklung eines integrierten Selbstmanagementmodells zur Verbesserung des Wohlbefindens chronisch kranker Menschen, wobei das Potenzial von Gesundheitsdaten genutzt und das Konzept des Verordnung über den Europäischen Gesundheitsdatenraum(öffnet in neuem Fenster) (EHDS) erprobt wird. Das Projekt konzentriert sich auf drei ländliche Regionen, in denen mehr als 30 % der Bevölkerung 65 Jahre oder älter sind: die Region Västerbotten in Schweden, die Extremadura in Spanien und die Region Agder in Norwegen. Diese Gebiete werden als Vorreiter bei der Bewältigung der demografischen Herausforderung bezeichnet und dienen als Testregionen für Lösungen, die von Anfang an so konzipiert sind, dass sie auf größere städtische Kontexte in anderen europäischen Ländern und darüber hinaus übertragbar und skalierbar sind. Das Modell von CRANE zielt darauf ab, die Rolle des Bürgers von einem passiven Patienten zu einem aktiven Teilnehmer zu machen und zielt auf eine Situation ab, in der mehr als 80 % der chronisch erkrankten Menschen zur Selbstversorgung übergehen. Diese Vision basiert auf zwei Säulen: der Gesundheitsversorgung im häuslichen Umfeld und dem Ökosystem.

Der Garten der Fürsorge

Die erste Säule verlagert Überwachungs- und Interventionstechnologien in das häusliche Umfeld. Mithilfe intelligenter Datenverarbeitung werden bedarfsgerechte Interaktionen mit Patientinnen und Patienten ermöglicht und die Zahl erforderlicher professioneller Gesundheitsbesuche reduziert. Die zweite Säule wird als „Garten der Fürsorge“ bezeichnet: ein erweitertes, flexibles Konzept integrierter Versorgung, das jede Person mit einem individuell zugeschnittenen Netzwerk aus Gesundheits- und Sozialdiensten, familiärer Unterstützung sowie weiteren Leistungserbringern umgibt und sich dynamisch an die jeweiligen Bedürfnisse anpasst. Zentraler Bestandteil der technischen Architektur ist eine sichere öffentlich-private Datenplattform. Der besondere Ansatz von CRANE besteht darin, den Bürgerinnen und Bürgern die Hoheit über ihre eigenen Gesundheitsdaten zu übertragen und ihnen so zu ermöglichen, daraus konkrete Unterstützungsmaßnahmen abzuleiten. Die Plattform ist so konzipiert, dass sie die neueste Verschlüsselungstechnologie anwendet und durch eine transparente und offene Datenpolitik sowie durch Feedback-Mechanismen, die den Nutzenden greifbare gesundheitliche Vorteile aufzeigen, Vertrauen schafft. Ein wertbasierter Bewertungsrahmen zieht sich durch den gesamten Beschaffungsprozess und basiert auf frühen Health Technology Assessments (HTA), systematischen Literaturrecherchen und der Einbindung von Interessengruppen. Dieser Rahmen bewertet in definierten Phasen des Prozesses den potenziellen Mehrwert in vier Dimensionen – Patienten und Patientinnen, Wirtschaftlichkeit, klinische Versorgung und Organisation. Ziel ist es, Evidenz zu generieren, ungedeckte Bedarfe zu identifizieren und sicherzustellen, dass die im Rahmen von CRANE entwickelten Lösungen bei Projektende für eine wertbasierte Beschaffung von Dienstleistungen einsatzbereit sind. Der erwartete Nutzen geht über die klinischen Ergebnisse hinaus und umfasst eine verbesserte psychische Gesundheit und soziale Bindung älterer Menschen, eine optimierte Nutzung der Ressourcen des öffentlichen Gesundheitswesens und der Pflege, eine geringere Zahl von Krankenhausaufenthalten und Notfallhilfe, eine Stärkung der lokalen Versorgungsketten sowie neue Möglichkeiten für europäische Unternehmen für Gesundheitsinnovationen.

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