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Welt-AIDS-Tag: Kommissionsmitglied Flynn stellt Gemeinschaftsaktionen gegen AIDS vor

Anläßlich des Welt-AIDS-Tags am 1. Dezember 1995 stellte das für soziale Angelegenheiten zuständige Mitglied der Europäischen Kommission, Padraig Flynn, Aktionen der Europäischen Union zur Bekämpfung von AIDS/HIV vor. Angesichts des Ernstes der Situation stellte Kommissionsmi...

Anläßlich des Welt-AIDS-Tags am 1. Dezember 1995 stellte das für soziale Angelegenheiten zuständige Mitglied der Europäischen Kommission, Padraig Flynn, Aktionen der Europäischen Union zur Bekämpfung von AIDS/HIV vor. Angesichts des Ernstes der Situation stellte Kommissionsmitglied Flynn fest: "In der Europäischen Union sind bisher 140.000 AIDS-Fälle gemeldet worden und weitere 500.000 Menschen haben sich in der ganzen Welt mit dem HIV-Virus infiziert. Weltweit leben 15 Mio. Menschen mit HIV oder AIDS und täglich ziehen sich mehr als 6.000 weiter eine Infektion mit dem HIV-Virus zu. Diese grausame Statistik macht außerdem deutlich, daß AIDS alle Gruppen der Gesellschaft betrifft:Kinder und Erwachsene, Männer und Frauen, Heterosexuelle und Homosexuelle". Angesichts dieses schwerwiegenden Gesundheitsproblems unternehmen die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten Aktonen an drei Fronten: - Durchführung eines neuen Aktionsprogramms der Europäischen Union zur Bekämpfung von AIDS und anderen übertragbaren Krankheiten im Zeitraum 1996-2000 (der Vorschlag wird gegenwärtig vom Ministerrat und vom Europäischen Parlament diskutiert); - Durchführung von Forschungsvorhaben im Rahmen des laufenden Vierten Rahmenprogramms für Forschung und technologische Entwicklung, dafür werden Mittel in Höhe von 27 Mio ECU bereitgestellt; - Unterstützung von Entwicklungsländern im Rahmen der Außenpolitik der Europäischen Union. Der für das neue Aktionsprogramm der Gemeinschaft zur Bekämpfung von AIDS vorgeschlagene Haushalt beläuft sich auf 49,6 Mio ECU. Kommissionsmitglied Flynn gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß das Programm "auf Grund seiner Bedeutung und der Dringlichkeit dieses Themas" vor Ablauf des Jahres 1995 angenommen wird. Das neue Programm wird sich auf folgende Schwerpunkte konzentrieren: - Überwachung und Kontrolle bestimmter übertragbarer Krankheiten; - Verhütung der Übertragung; - Gesundheitserziehung und Aufklärung; - soziale und psychologische Betreuung von HIV-Infizierten und AIDS-Kranken; - Bekämpfung der Diskriminierung von HIV-Infizierten und AIDS-Kranken. Das im Mittelpunkt des ersten Programms "Europa gegen AIDS" (1991-1993), das im Jahre 1991 angenommen worden war, stand die Prävention durch Aufklärung und Gesundheitserziehung. Die Laufzeit dieses Programms wurde bis Ende 1995 verlängert. Seit 1991 wurden von der Europäischen Gemeinschaft für 309 gemeinschaftliche Aktionsprojekte, an denen mindestens zwei Mitgliedstaaten beteiligt waren, Mittel in Höhe von 30 Mio ECU bereitgestellt. Diese Investitionen haben innerhalb der Gemeinschaft für eine außergewöhnliche Dynamik bei der Bekämpfung von AIDS geführt, die den Aufbau und die Entwicklung zahlreicher Netze zur Folge hatte. Kommissionsmitglied Flynn verwies u.a. auf die internationale Kampagne in den Massenmedien, die besonders auf jugendliche Reisende ausgerichtet war und in allen fünfzehn Mitgliedstaaten durchgeführt wurde. Diese Kampagne hat auch in einigen osteuropäischen Ländern sowie in Malta und Tunesien Reaktionen hervorgerufen. Abschließend stellte Padraig Flynn fest:"Trotz der riesigen Anstrengungen, die sowohl in Europa als auch in globalem Rahmen unternommen wurden, ist es leider wahr, daß sich HIV/AIDS weiter ausbreitet". Positiv merkte er jedoch an:"(...) Prävention ist möglich und wirksam. Es gibt im Hinblick auf das Ausmaß und die Geschwindigkeit der weiteren Verbreitung der HIV-Infektionen nichts unvermeidliches. Mit verstärkten Anstrengungen ist es möglich, die Zahl der künftigen Ansteckungsfälle zu reduzieren".