Kommission bewilligt zweiten Finanzierungsabschnitt für Forschungs- und Entwicklungsprogramm im Verkehrsbereich
Die Europäische Kommission hat den zweiten Finanzierungsabschnitt für das Verkehrsforschungsprogramm der Gemeinschaft bewilligt. Für die 84 ausgewählten Projekte werden Gemeinschaftsbeiträge in Höhe von 50 Mio. ECU aufgewendet, wodurch sich die für den Zeitraum 1994 bis 1998 bereitgestellten Gesamtmittel auf 167 Mio. ECU erhöhen. Die Forschungsprojekte beziehen sich auf alle sieben Bereiche des gemeinschaftlichen Forschungs- und Entwicklungsprogramms für Verkehr (strategische Forschung, Schienenverkehr, integrierte Verkehrsketten, Luft-, Stadt-, Wasser- und Straßenverkehr). Die übrigen in dieser Haushaltslinie zur Verfügung stehenden Finanzmittel (etwa 70 Mio. ECU) werden im Rahmen eines weiteren, im Dezember 1996 anstehenden Aufrufs zur Einreichung von Vorschlägen vergeben. Die Forschungsarbeit unterstützt eine Anzahl neuer Schlüsselpolitiken im Verkehrsbereich, wie etwa das Bürger-Netzwerk, in dessen Rahmen die Forschung auf dem Gebiet des Stadtverkehrs durch die Vorführung innovativer Technologien und Systeme, die Verbreitung bester Arbeitspraktiken und die bevorzugte Übernahme und Nutzung neuer, moderner Lösungen von Problemen, die sich auf das tägliche Leben der Bürger in Europa auswirken, zur Förderung erschwinglicher, effektiver und nutzerfreundlicher öffentlicher Verkehrsmittel beitragen wird. Die Forschung im Bereich des Schienenverkehrs erstreckt sich unter anderem auf Arbeiten zur Vibrations- und Lärmreduzierung, auf die Definition und Verbesserung der Bereitstellung von Dienstleistungen im Eisenbahnbereich sowie die Förderung und Umsetzung der kürzlich erlassenen Richtlinie über die Interoperabilität des Hochgeschwindigkeitsnetzes. Zahlreiche Projekte haben zum Ziel, Betriebssicherheit und -management der verschieden Transportmedien zur verbessern, wozu auch Forschung zur Entwicklung sicherer maritimer Transportmittel für gefährliche Güter und zur Verbesserung des Bodenbewegung-Managements auf Flughäfen gehört. Besondere Berücksichtigung erfährt die Frage der Intermodalität, d. h. die beste Kombination der verschiedenen Transportmedien zur Bereitstellung eines Haus-zu-Haus-Service sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr. Die Forschung in diesem Bereich wird auch von der von Herrn Neil Kinnock, dem für Verkehr zuständigen Kommissar, im Jahre 1995 eingerichteten speziellen Task-Force Intermodalität des Verkehrs" unterstützt. Die Forschungsarbeiten werden von etwa 650 Organisationen durchgeführt, die sich aus paneuropäischen Partnerschaften unter Teilnahme der relevanten Industriezweige, Betreiber, Nutzer, Akademiker sowie lokaler, regionaler und nationaler Behörden zusammensetzen. Mehr als ein Drittel der Finanzmittel ist an KMU vergeben worden - Zeichen für das Engagement des Verkehrsprogramms, die Teilnahme solcher Unternehmen zu fördern. Darüber hinaus sind an einigen der zur Finanzierung ausgewählten Projekte Organisationen aus Mittel- und Osteuropa beteiligt. Ihre frühe Einbeziehung in das Verkehrsprogramm stellt sicher, daß die Verkehrssysteme dieser Länder nach und nach in die der Europäischen Union integriert werden können.