Bereitstellung öffentlicher Telekommunikationsdienste
Das Information Society Project Office (ISPO) der Europäischen Kommission hat unlängst den Bericht über eine Studie in bezug auf die Bereitstellung von Telekommunikationsdiensten im Zusammenhang mit offenem Netzzugang (ONP) veröffentlicht. Die von unabhängigen Beratern im Namen der Kommission durchgeführte Studie wurde zwischen Dezember 1995 und Dezember 1996 abgeschlossen. Die Studie stützte sich auf Interviews mit Interessenten, gefolgt von Modellierung möglicher Bedarfsszenarien hinsichtlich Technologien, die evtl. zur Einbindung in den Universaldienst der Zukunft infrage kämen. Interviews wurden mit Organisationen in der EU und darüber hinaus geführt, die an der Entwicklung des Telekommunikationssektors interessiert sind. Dazu gehören Aufsichtsbehörden, amtierende und neue Telekommunikationsbetreiber, Verbraucherverbände, Benutzerorganisationen und Gewerkschaften. Ferner wurden durch die Erhebung Organisationen aus anderen Sektoren erfaßt, wie z. B. Stromversorgungs-, Wasser-und Postdienste, bei denen der Universaldienst zur Debatte steht. Durch diese Interviews wurde eine Reihe fundamentaler Prinzipien zur Entwicklung des Universaldiensts identifiziert. Die Technologie-Bedarfsszenarien-Modellierung konzentrierte sich auf die Möglichkeit, daß die Marktdurchdringung von Mobiltelefonie und ISDN Diensten sich in Zukunft so gestalten könnte, daß der Universaldienst auf die Aufnahme dieser Elemente erweitert werden sollte. Durch die Studie wurde nahegelegt, daß Mobiltelefonie sich bis zum Jahre 2005 wahrscheinlich auf 75% des Eigenheimmarkts erstrecken wird, und daß sie daher zur Einbindung in den Universaldienst berücksichtigt werden sollte. Andererseits sei nicht damit zu rechnen, daß ISDN ein entsprechend hohes Marktdurchdringungsniveau erreichen werde. Dieser Dienst komme daher nicht zur Aufnahme in den Universaldienst in Betracht. In politischer Hinsicht besteht ein gewisser Bedarf für die Bereitstellung von ISDN Diensten für alle Schulen, Krankenhäuser und andere öffentliche Einrichtungen, obwohl die Studie zu dem Schluß kommt, daß diese Frage nicht unter die Thematik des Universaldienstes falle. Die Autoren schätzen, daß die Bereitstellung von Zugang zu ISDN für diese Einrichtungen wahrscheinlich ziemlich kostspielig wäre, wobei allerdings den Möglichkeiten zur Erwirtschaftung von Erträgen nicht genug Beachtung geschenkt werde. Die Studie schließt mit 14 Empfehlungen zur künftigen Entwicklung des Universaldienstes. Dabei werden Fragen wie die Beschaffenheit des Universaldienstes, technologische und ordnungspolitische Belange sowie die Regelung von Kundenzahlungen angeschnitten.