ELSA -Erdbebenfeste Strukturen
Das Europäische Labor für Strukturprüfungen (ELSA), das in der Gemeinsamen Forschungsstelle der Kommission in Ispra, Italien, eingerichtet wurde, hat eine Reihe von Versuchen über Gebäudestrukturen erfolgreich durchgeführt, die darauf abzielen, die Kenntnisse um erdbebenfeste Strukturen zu erweitern. ELSA hat ein neues Verfahren entwickelt, das auf gleichmäßigem Druck basiert und als pseudodynamische Prüfung bezeichnet wird,wodurch eine Duplizierung bestehender Versuche vermieden werden soll. Bei diesem Versuch werden auf ein Testgebäude unter Verwendung hydraulische Heber spezifische Kräfte aufgebracht. Diese werden dann mit Hilfe von an der Struktur angebrachten Sensoren gemessen. Ein besonderes Merkmal der ELSA Prüfung besteht darin, daß sie die Reaktionen einer Teststruktur mit simulierten Computermodellen kombinieren kann. Dadurch lassen sich die Reaktionen eines geamten Viadukts anhand einer Prüfstruktur von einigen wenigen Stützpfeilern messen. Das Projektteam ELSA hat unter Verwendung der ursprünglichen Baumethoden Modelle von Teilen historischer Gebäude hergestellt, um abzuschätzen, wie diese Gebäude auf Erdbeben reagieren würden. Letztendlich sollen digitalisierte Modelle erstellt werden, mit deren Hilfe Strukturen und deren Reaktion auf Erdbeben simuliert werden. Alle an dieser Erdbebensimulationsarbeit beteiligten europäischen Forscher sind jetzt sozusagen in ein Netzwerk eingebunden, das den Informationsaustausch erleichtert. Dank Unterstützung seitens des Programms Ausbildung und Mobilität von Forschungstätigen der Gemeinschaft (TMR) haben die Forscher auch Zugriff auf die Forschungseinrichtungen ihrer Kollegen. Nach den ersten vier Jahren von Arbeit mit ELSA, von 1992 bis 1996, sind neun Berichte über verschiedene Aspekte des Netzwerks erstellt worden, die die europäische Forschung auf diesem Gebiet sehr bereichert haben.