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Common European inland vessel concept

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Innovatives Konzept für den Frachtverkehr auf Binnenschiffen

Der gegenwärtig rasant zunehmende Warenaustausch mit den osteuropäischen Ländern hat das Interesse am Binnenschiff neu belebt. Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden und die Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen Transportmitteln - überwiegend Lastwagen - zu verbessern, hat ein Konsortium aus Industrieunternehmen und Forschungsinstituten ein innovatives Schiff entwickelt, das die Leistungen heutiger Binnenschiffe deutlich übertrifft.

Die Bedeutung des Transports von Waren auf Binnenschiffen wird offensichtlich, wenn man bedenkt, dass rund die Hälfte aller Waren über die europäischen Binnenschifffahrtswege transportiert werden. Die Eröffnung neuer Wasserwege wie z.B. des Main-Donau-Kanals und der zunehmende Handelsverkehr zwischen West- und Osteuropa eröffnet diesem schon seit Jahrhunderten genutzten Transportverfahren neue Chancen. Hinzu kommt, dass der Umweltschutzgedanke heute großes Gewicht in der Politik der europäischen Staaten besitzt, und das hat zu einer Neubewertung der Frage geführt, ob das Binnenschiff nicht in naher Zukunft zum Haupttransportmittel avancieren könnte. Ein solcher Übergang vom gegenwärtig noch vorherrschenden Straßentransport zum Transport auf Wasserwegen wäre zumindest unter ökologischen Gesichtspunkten durchaus sinnvoll, da Binnenschiffe die Umwelt weniger in Mitleidenschaft ziehen als Lastwagen. Wenn nun auch die Bewertung der wirtschaftlichen Faktoren und Zwänge zu Gunsten des Binnenschiffes ausfällt, dürfte dies zu einer erheblichen Steigerung des Warenanteils führen, der künftig auf dem Wasserweg transportiert wird. Um die Anforderungen des Marktes zu erfüllen, müssen neue Schiffe konstruiert und gebaut werden, die einerseits mit geringeren Betriebskosten auskommen und andererseits so flexibel sind, dass sie auch auf den osteuropäischen Wasserwegen rentabel fahren, deren Fahrwassertiefe geringer ist als in Westeuropa. Überdies gelten die heutigen Schiffe als veraltet und müssen innerhalb der kommenden Jahre ohnehin ersetzt werden. Ein Großkonsortium aus Werften, Forschungsinstituten und Endanwendern hat jetzt ein innovatives Binnenschiffkonzept entwickelt: Es heißt Inbiship™ und zeichnet sich durch ein höheres Frachtvolumen, geringeren Kraftstoffverbrauch, eine Vielzahl von Sicherheitsfunktionen und bessere Arbeitsbedingungen für die Schiffsbesatzungen aus. Der dieselelektrische Antrieb dieses Schiffes wirkt auf Schraube-Ruder-Kombinationen, die zu kompletten Gondeln zusammengefasst sind. Mit Computersimulationen und ausgiebigen Prüfstandsversuchen wurde eine neue Form für den Schiffsrumpf entwickelt, die den optimalen Kompromiss zwischen einem höheren Frachtvolumen und besseren hydrodynamischen Eigenschaften bietet. Das neue Schiff hat einen geringeren Tiefgang und kann deshalb auch flachere Fahrwasser problemlos befahren. Nach ersten Schätzungen übertrifft es zugleich die Leistungen der heute eingesetzten Binnenschiffe um mindestens 15 Prozent. Das Konsortium ist gegenwärtig auf der Suche nach Möglichkeiten zur Kooperation mit verschiedenen Marktteilnehmern, die Inbiship™ entweder in Auftrag geben, bauen und weiterentwickeln oder profitable Transportketten auf der Basis dieses neuen Schiffskonzepts entwickeln wollen. Die am vorhandenen Modell gewonnenen Erkenntnisse können außerdem zur Entwicklung neuer Schiffstypen genutzt werden.

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