Integriertes Tool zur quantitativen Bewertung der Brandrisiken auf Schiffen
Obwohl schon viel Arbeit und Finanzmittel investiert wurden, um zu einem besseren Verständnis für den Ausbruch von Bränden und damit verbundenen Schiffshavarien zu gelangen und geeignete Vorbeugungsmaßnahmen festzulegen, kommt es aufgrund von Bränden noch immer zu erheblichen Sachschäden und zu Verlusten an Menschenleben. Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen des PHOENIX-Projekts ein integriertes Tool zur Identifizierung und Analyse von Brandrisiken an Bord, zur Simulation der Brandausbreitung sowie zur Konzipierung von Präventionsstrategien entwickelt. Das Tool enthält eine umfangreiche Modelldatenbank mit wertvollen statistischen Informationen im Zusammenhang mit dem Ausbruch von Bränden. Aus diesen Daten konnten nützliche Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Variablen eines Brandfalls und verschiedenen Ursachen hergestellt werden. Ebenfalls entwickelt wurde ein Modell zur Brandsimulation, das alle Sicherheitsaspekte an Bord berücksichtigt - von den vorhandenen Materialien bis hin zu den Alarmanlagen und Fluchtmöglichkeiten. Die zahlenmäßige Ermittlung des sich daraus ergebenen Risikofaktors erfolgt anhand des Brandrisiko-Bewertungsbogens "HCFIRE". Mit diesem Hilfsmittel kann der Anwender feststellen, in wie weit Abweichungen von den im Simulationsmodell verwendeten Faktoren vorliegen und entsprechende Brandschutzkonzepte definieren. Zwei weitere hierfür entwickelte Computerprogramme liefern in Form von Checklisten Informationen zur Brandverhütung und bekämpfung an Bord sowie Informationen zu den wichtigsten Brandursachen, zu ungünstigen Einflüssen und zur Wirksamkeit von Brandbekämpfungsmaßnahmen. Der Hauptvorteil des entwickelten Programms besteht darin, dass es für die Verhältnisse an Bord von Schiffen ausgelegt ist, während das Bewertungsverfahren die Kriterien erfüllt, die auch in anderen Bereichen der Industrie zur Anwendung kommen. Ein weiterer wichtiger Vorzug ist, dass es nicht nur von Sicherheitsinspektoren, sondern auch von Personen ohne Spezialausbildung implementiert werden kann, und das wahlweise in Papierform oder auf einem tragbaren Computer. Ein derartiges Verfahren könnte letztlich auch zur Aufstellung neuer Kriterien für die Schaffung einer internationalen Datenbank dienen, deren Inhalt und Kriterien stets auf dem aktuellen Stand gehalten werden können.