Gemeinsame Forschungsstelle - Jahresbericht 1996
Die Europäische Kommission hat den neusten Jahresbericht über die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Gemeinsame Forschungsstelle der Gemeinschaft im Laufe des Jahres 1996 verabschiedet. Der Bericht (COM(97)137) wird dem Europäischen Parlament , dem Rat und dem Rechnungshof sowie dem Wirtschafts- und Sozialausschuß vorgelegt. Die Gemeinsame Forschungsstelle wurde zur Bereitstellung wissenschaftlicher und technologischer Hilfe bei der Formulierung und Durchführung der Gemeinschaftsmaßnahmen gegründet. Seine Mission ist dreifacher Art: - Umsetzung der wissenschaftlichen Forschungsprogramme der Gemeinschaft; - Ausführung der Forschungsarbeit mit dem Ziel der Bereitstellung wissenschaftlicher und technologischer Unterstützung für andere Gemeinschaftsmaßnahmen (Umwelt, Landwirtschaft, Nuklearsicherheit); - Stärkung der Wettbewerbspolitik durch Teilnahme an den Forschungsprogrammen auf gleicher Basis mit den nationalen Einheiten und außerdem durch die Bereitstellung gebührenpflichtiger Dienstleistungen für private und öffentliche Stellen. Gegenwärtig beschäftigt die Forschungsstelle 186 Wissenschaftler. Das Gesamtbudget für 1996 belief sich auf 273 Millionen ECU. Der Jahresbericht bietet einen Überblick über die 1996 durchgeführten Maßnahmen, einige der wichtigsten und innovativsten davon umfaßten: - Das MARS Projekt (Überwachung der Landwirtschaft durch Fernfühlung) liefert ständig aktualisierte Agronomie- und Meteorologiedaten, die die genaue Überwachung der Entwicklung der Ernten in Europa und anderswo ermöglichen; - Unterstützung der Durchführung einer gemeinschaftlichen Richtlinie im Zusammenhang mit der Verhinderung und Reduzierung der Umweltverschmutzung durch einen integrierten Ansatz, der gleichzeitig die Luft-, Wasser- und Bodenverunreinigung erfaßt. Eine Sonderstelle der GFS wird die besten Techniken definieren, die in den Bereichen Chemie, Metallurgie und Energie zur Verfügung stehen; - Biomedizinische Referenzmaterialien, unentbehrlich bei der Prüfung und Verbesserung der Präzision von Diagnosetests (Schwangerschaft, Hepatitis, Diabetes und bestimmter Krebsgeschwüre), werden nun vom Institut für Referenzmaterialien und Messungen der GFS zertifiziert. - Beteiligung an der Überprüfung der "Eurocodes" für die europäische Bauindustrie zur Festlegung der Normen für Gebäude in bezug auf die Vibrationsbeständigkeit aus verschiedenen Quellen (Straßen- und Schienenverkehr, Erdbeben usw.); - Prüfung beschlagnahmter spaltbarer Stoffe zur Bestimmung ihres Ursprungs. Was den Wettbewerbsansatz der GFS seit 1995 betrifft, hat die Forschungsstelle erfolgreiche Gebote für verschiedene wichtige Forschungsprojekte vorgelegt, und es wurden neue Kunden außerhalb der EU-Institutionen gewonnen.