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Maritime Standardized Simulator Training Exercises Register

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MASSTER-Programm für Seeleute

Die meisten Unfälle in der Seefahrt werden durch menschliches Versagen verursacht. Wie eine 1987 angefertigte Studie zeigte, waren die meisten dieser Fälle auf das Versagen von Besatzungsmitgliedern entweder auf kognitiver Ebene oder infolge einer Stresssituation zurück zu führen. Eine international einheitliche Organisation der maritimen Verfahren sowie der Maßnahmen zu Schulung und Inübunghaltung von Seeleuten ist daher ein lebenswichtiges Element zur Erhöhung der Sicherheit im Seetransportwesen.

Um die globalen Verfahrensweisen in der Seefahrt zu harmonisieren, zu standardisieren und zu verbessern, hat die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (International Maritime Organization, IMO) eine Serie von Initiativen auf den Weg gebracht, mit denen die Offiziere von Seeschiffen zur Einhaltung der Normen für die Ausbildung, die Erteilung von Befähigungszeugnissen und den Wachdienst von Seeleuten (Standards of Training, Certification und Watchkeeping for Seafarers, STCW '95) gebracht werden sollen. Zu diesem Zweck entwickelte eine Gruppe von Forschungs-, Ausbildungs- und Industrieorganisationen das Programm MASSTER. Mit MASSTER (für "Maritime Standardised Simulator Training Exercise Register") sollen diese Zielvorgaben in ein praxisnahes Ausbildungskonzept umgesetzt werden. Zwar gibt es internationale Vorschriften für die Navigation auf See, aber es existieren keine europaweiten Standards für Ausbildungskurse, die eine effektive und einheitliche Einhaltung dieser Vorschriften gewährleisten könnten. Dieses bedeutende Defizit sollte mit dem MASSTER-Programm behoben werden. Zunächst wurde eine europaweite Übersicht über alle Ausbildungszentren erstellt, die Simulatortechnologie einsetzen, wobei die unterschiedlichen Fähigkeiten dieser Institutionen eingehend beurteilt und berücksichtigt wurden. Daraufhin konnten im Rahmen des Programms Simulationsszenarien konstruiert werden, die sich für die verschiedenen Zentren eignen und selbstverständlich die STCW-Normen erfüllen. Dieses einheitliche Konzept bei der Bewertung von Simulationsinstituten führte zum Aufbau von Know-how und zur Entwicklung einer schlüssigen Methodik. Diese Methodik war ein bedeutender Schritt, denn sie enthüllte verschiedene Bereiche, in denen die bis dahin üblichen Szenariosimulationen Mängel aufwiesen. Eingehend studiert wurden auch die Unzulänglichkeiten der vorhandenen Trainingsszenarien, womit die Absicht verfolgt wurde, diese Schwachstellen zu beheben. Folgerichtig wurden neue Szenarien entwickelt und validiert, und es wurden Beurteilungs-Tools zum Testen ihrer Effektivität in das Programm integriert. Dadurch ist das MASSTER-Programm umfassender als ein reiner Katalog von Trainingssimulationen für die Ausbildung von Seefahrern. Da die besondere Aufmerksamkeit den STCW-95-Vorschriften und dort vor allem der Ausbildung im Hinblick auf das menschliche Leistungsvermögen (human factors) wie beispielsweise Situationsbewusstsein, Teamkommunikation, Einstellung und kognitive Gesichtsfeldeinengung galt, dürfte MASSTER zu einem wichtigen Hilfsmittel für die Verbesserung der maritimen Sicherheitsstandards werden und dazu beitragen, die Zahl der durch das begrenzte menschliche Leistungsvermögen verursachten Unfälle auf See zu senken.

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