Archivierung von der Vergangenheit und der Gegenwart
Videobänder haben uns über viele Jahre hinweg gute Dienste geleistet, doch ihre Lebensdauer ist begrenzt. Dies kann zu einem ernsthaften Problem werden, wenn die so gespeicherten Informationen nicht nur für uns und für heute von großem Interesse sind, sondern auch noch künftigen Generationen zur Verfügung stehen sollen. Die Bewahrung solcher Informationen ist unentbehrlich, wenn wir nicht Gefahr laufen wollen, unser kulturelles Erbe zu verlieren. Im Projekt AMICITIA gelang der erfolgreiche Transfer von Fernseh- und Videoinformationen, die auf traditionellen Videobändern gespeichert sind, auf digitale Bänder mit Hilfe eines eigens dafür entwickelten digitalen Archivierungssystems. Für die Aufrechterhaltung der Qualität der digitalen Daten auf diesen neuen Bändern sorgen automatisierte Qualitätsmanagement-Verfahren. Dabei werden die digitalen Bänder immer wieder überprüft. Stellt sich heraus, dass die Qualität von Daten auf einem Band zweifelhaft ist, so werden die fraglichen Daten auf ein neues Band übertragen. Zusätzlich zu diesem digitalen Archivierungssystem wurde eine Online-Bibliothek eingerichtet. Diese ermöglicht nicht nur professionellen Benutzern aus der Fernsehindustrie, sondern auch der Öffentlichkeit den Zugriff auf die archivierten Informationen. Die Bibliothek verfügt über eine zusätzliche Datenbank zur Verwaltung von Zugriffsrechten. Diese kontrolliert die unterschiedlichen Rechte, die den einzelnen Benutzern für den Zugriff auf die Datenbank zugewiesen wurden. Eine andere Funktion ist ein dreisprachiger Thesaurus, der eine wertvolle Hilfe für Benutzer in ganz Europa sein dürfte. Das System ist ausgesprochen bedienerfreundlich organisiert und gestattet einen mehrsprachigen Fernzugriff auf Informationen, wie er bislang noch nicht verfügbar war. Es gibt noch reichlich Spielraum für eine Ausweitung des Einsatzes dieser Software auf die Archivierung von Informationen unterschiedlichster Anwenderkreise, deren Spektrum von Rundfunkanstalten bis zu Verlagen reicht. So können die Bilder aus unserer Vergangenheit und Gegenwart auf sehr reale Weise für künftige Generationen bewahrt werden.