Erweiterung des virtuellen Erlebnisses durch haptische Technologie
Große technologische Erfindungen, die den Sachverhalt der Mensch-Maschine-Schnittstelle (MMI - Man-Machine Interface) vernachlässigen, schöpfen möglicherweise nicht ihr volles Potenzial aus. Die Ingenieure des im Rahmen des IST-Programms finanzierten Projekt MUVII widmeten dem MMI-Aspekt ihre volle Aufmerksamkeit, als sie eine neue Technologie der virtuellen Realität für die Zwecke unterhaltsamer Bildung entwickelten. Der MUVII-Partner de pinxi führte eine innovative Schnittstelle ein, die dem Nutzer die Interaktion mit der virtuellen Umgebung durch den Tastsinn erlaubt. Bis jetzt wurden derartige haptische Schnittstellen nur in Forschungslabors getestet. Als Ergebnis wurde das Feedback verbessert und das Nutzererlebnis optimiert. Der öffentliche Sektor konnte diese neue Technologie im Rahmen von Demonstrationsversuchen ausprobieren. Es wurde ein Immersive Theatre Demonstrator (ITD) entwickelt, der den Besuch eines virtuellen Museums erlaubt, in dem die archäologische Vergangenheit Russlands ausgestellt ist. Unter Verwendung der haptischen Schnittstelle konnten die Nutzer bei archäologischen Ausgrabungen Werkzeuge nutzen, um Relikte für weitere Untersuchungen freizulegen. Dieser Einblick in die Vergangenheit in einer Spaßumgebung war sowohl für Anwendungen mit einem Nutzer als auch mit mehreren Nutzern möglich. Das Unternehmen de pinxi hofft, aus dem Erfolg der Demonstrationsversuche Kapital schlagen zu können, und strebt die Weiterentwicklung der Technologie zu einem ausgereiften Produkt an. Der ITD und die spezielle haptische Schnittstelle werden bei einer Reihe von technologischen Tagungen und Veranstaltungen vorgeführt. Zu den potenziellen Anwendungsbereichen gehören unter anderem Unterrichtszimmer, Museen und Schulungszentren.