Wertvolle Erkenntnisse über die Alterung historischer Gobelins
Historische Gobelins, die zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert an bedeutenden europäischen Orten gewebt wurden, zählen zu den wertvollsten Zeugnissen des kulturellen Erbes Europas. Dennoch ist deren Fortbestand durch exponentielle Zerfallsprozesse bedroht, die durch Feuchtigkeit und Licht in gefärbten Fasern und Metallfäden ablaufen. Das MODHT-Projekt hatte die Verbesserung der Konservierungsbedingungen für historische Gobelins durch bessere Kenntnis der Materialien und bei der Herstellung angewendeten Verfahren sowie der Zerfallsmechanismen zum Ziel. Mithilfe hochmoderner Analyseverfahren untersuchte das Projektkonsortium die schädlichen Auswirkungen der Alterung anhand von Gobelinmodellen und wendete seine Verfahren auf die Analyse von Proben aus Europas wertvollsten Gobelins an. Gefärbte Woll- und Seidenfasern wurden nach traditionellen mittelalterlichen Verfahren präpariert. Die Zersetzung ihrer Farben durch die Alterung unter künstlichem Licht wurde mithilfe der Röntgen-Photoelektronenspektroskopie (XPS - X-Ray photo-electron spectroscopy) untersucht. Durch die erstellten Zerfallsprofile von den Farben konnten die Forscher die Farbstoffe in Proben von historischen Gobelins in nord- und südeuropäischen Sammlungen sicher bestimmen. Die Zustandsbestimmung bei einem Gobelin ist wichtig, damit die am besten geeigneten Vorsorgemaßnahmen empfohlen und auch Grade von Veränderungen erfasst werden können. Die Ergebnisse der Schadensbewertung unterstützen ebenfalls die Bestimmung von optimaleren Bedingungen für die Lagerung, weitere Ausstellung und auch Entscheidungen über Ausleihen und Transporte zwischen Ausstellungen.