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Inhalt archiviert am 2024-05-24
Monitoring of damage in historic tapestries

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Für die effiziente Konservierung von historischen Gobelins

Zum Zweck der Überwachung von Schäden an historischen Gobelins, die einen wichtigen Teil des kulturellen Erbes Europas darstellen, wurden im Rahmen des MODHT-Projekts Flavonoid- und Neoflavonoid-Farbstoffe identifiziert, um Erkenntnisse über die Zersetzungsprozesse zu gewinnen.

Ein fachübergreifendes Konsortium aus Konservierungswissenschaftlern, Museumsdirektoren und Forschern arbeitete auf europäischer Ebene gemeinsam an einer Verbesserung der Bewertung von Schäden und Konservierungsbedingungen historischer Gobelins. Insbesondere wollten die Forscher des Projekts Wissen über die Zerfallsprozesse bei den eingebundenen Komponenten des Gewebes wie Wolle, Seide, Metallfäden, Farbstoffe und Beizen gewinnen. Mithilfe integrierter Verfahren aus den Bereichen Chemie und Materialwissenschaften konnten die Eigenschaften von Modellen und historischen Proben bestimmt werden. Auf diese Weise wurden unter Nutzung von hochmodernen Analyseverfahren wie der Hochleistungs-Flüssigchromatographie mit Photodiodenarray-Detektion (PDA-HPLC - PhotoDiode Array-High Performance Liquid Chromatography) 245 gelbe, orange und grüne Garnproben aus historischen Gobelins untersucht. Die gewonnenen Ergebnisse belegten, dass Flavonoid-Farbstoffe von Nähten und defekten Rundnähten bei 115 Wollproben und bei 59 Seidenproben vorkamen, während die Färberscharte nicht nachweisbar war. Der Färbevorgang bei gelber Flavonoid-Farbe kann die Festigkeitseigenschaften von gealterten Fasern beeinträchtigen. Bei den restlichen Proben waren die Farbquellen aufgrund einer begrenzten Probengröße, unbekannter Flavonoid-Profile oder ungefärbten Garns schwierig zu bestimmen. Im Fall der Neoflavonoid-Farbstoffe wurde Blauholz, ein schwarzer Farbstoff, bei drei historischen Garnen und Brasilholz, ein roter Farbstoff, bei 16 Garnen bestimmt, während gemeinsam mit der Hochleistungs-Flüssigchromatographie mit Photodiodenarray-Detektion angepasste Markerverbindungen eingesetzt wurden. Ebenso führte man anhand neuer Informationen über die Eigenschaftsbestimmung bei selten vorkommenden Farbstoffkomponenten sowie mit Blick auf die Alterung durch Licht und die Auswirkungen der Analysen auf die chemische Zusammensetzung der Proben eine Neubewertung der Proben durch. Die Genauigkeit bei der Bestimmung der originalen Quelle ist eine Hauptkenngröße für die Schadensbewertung bei Gobelins. Die Farbstoffbestimmung steht auch in einem engen Zusammenhang mit der Materialauswahl (Farbquelle), wodurch ein Vorhandensein sowie regionale und periodische Vorlieben offen gelegt werden. Zu diesen Projektergebnissen zählen die genaue Datierung und Herkunftsbestimmung der Gobelins, was bei künftigen Studien über vielfältige historische Textilien nützlich sein kann.

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