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Strategies for the protection of shipwrecks in the Baltic Sea against forthcoming attack by wood degrading marine borers. A synthesis and information project based on the effects of climatic changes

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Historische Schiffswracke in der Ostsee retten

Mit einer neuen Reihe von Tools können die möglichen Schäden an Schiffswracken, die am Meeresgrund liegen, eingeschätzt und das Phänomen bei Bedarf bekämpft werden.

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An die Ostsee grenzen neun EU-Anrainerstaaten und Russland an. Sie ist mit einer Fundgrube für eine gut behütete Sammlung von Schiffswracken und verschiedenen archäologischen Funden unter Wasser vergleichbar. Jedoch werden diese Schätze durch die vermutete Ausbreitung des Schiffsbohrwurms (Teredo navalis) bedroht, der eine Gefahr für das kulturelle Erbe unter Wasser bildet. Die Ausbreitung dieses Wurms ist möglicherweise auf die Erderwärmung zurückzuführen. Das EU-finanzierte Projekt WRECKPROTECT arbeitete an einem neuen Ansatz, um dieses Phänomen zu umgehen. Das Projekt stellte ein multidisziplinäres Team, bestehend aus Geophysikern, Meeresbiologen, -archäologen, Holzforschern und Denkmalschützern aus Dänemark, den Niederlanden und Schweden zusammen, um seine Ziele zu erreichen. Anschließend stattete es entsprechende Stellen wie Museen und Archäologen mit Tools zur Vorhersage von Risikogebieten und mit Methoden aus, dank derer die Funde unter Wasser geschützt werden können, bevor schwerwiegende Schäden auftreten. Das Projekt stellte insbesondere Interessenvertretern ein geographisches Informationssystem (GIS) bereit, mit dem die Ausbreitung von Teredo navalis in der Ostsee bewertet werden kann. Es erstellte auch Richtlinien und Empfehlungen zu effizienten Methoden für den physikalischen Schutz von Schiffswracken. Dies wurde durch Workshops und Schulungskurse unterstützt. Zur Erleichterung aller fanden die neuen Tools heraus, dass die Ausbreitung von Teredo navalis abgenommen hat und dass die Meeresströmungen die Larven aus der Ostsee befördern. Nichtsdestotrotz übermittelte das Projekt den Interessenvertretern existenzielles Wissen zu diesem Phänomen und zur Zersetzung von Holz durch Mikrobakterien. Dadurch könnten Schiffsbohrwurmausbrüche in Zukunft vermieden werden. Das Wissen und die Richtlinien wurden durch wissenschaftliche Veröffentlichungen, Konferenzen, Workshops und die Projektwebsite an die Öffentlichkeit getragen. Neue Bereiche der Zusammenarbeit und ein Fahrplan zur weiteren Forschung über das Thema wurden vom Projektteam umrissen. Diese Entwicklungen werden unser Wissen über den Schutz von Kulturerbe unter Wasser vertiefen. Von diesen Ergebnissen werden zweifelsohne Schiffswracke und antike Stätten unter Wasser sowohl in Europa als auch darüber hinaus profitieren.

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