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Early Arabic Literature in Context: the Hellenistic Continuum

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Wahrnehmung von Helden aus der Antike in frühmittelalterlichen Gesellschaften

Die europäische Forschung untersuchte die Rolle Ägyptens im interkulturellen Austausch im 11. Jahrhundert. Die Studie vergleicht und legt die verschiedenen Kontexte dar, in denen unterschiedliche Gesellschaften ägyptische, griechische und semitische Helden, Philosophen und Gelehrte betrachteten.

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Das Projekt "Early Arabic literature in context: the Hellenistic continuum" (ALCH) untersuchte einen wenig bekannten und im Kontext einer islamischen Schia geschriebenen Text zur Neubewertung griechischer und hellenistischer Wurzeln der jüdisch-christlichen und islamischen Zivilisationen. "Choicest Maxims and Best Sayings" geschrieben von al-Mubashshir Ibn Fatik war sowohl an den westlichen als auch an den östlichen Ufern des Mittelmeers im Mittelalter präsent und gibt die Komplexität der Gesellschaften der späten Antike und des frühen Mittelalters wider. Der Text wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts in die wichtigsten europäischen Sprachen übersetzt. Auf diesem Weg wurde der interkulturelle Austausch während des 11. Jahrhunderts angesprochen und mit der arabischen Kompilation antiker Quellen über ägyptische, griechische und semitische Gelehrte, die den Rang hellenistischer Halbgötter erhielten, soll Ibn Fatiks Entwurf besser verstanden werden. Das EU-finanzierte Projekt konzentrierte sich auf den historischen Hintergrund und sprachliche Aspekte des Textes und erkannte ihn als repräsentativen Text der frühen arabischen Literatur an. Die Untersuchung des Netzwerkes hinter dem Text mithilfe griechischen und syrischen übersetzten Materials führte zu einer neuen Sichtweise über die Übersetzungsbewegung in Bagdad und Umgebung während des 9. und 10. Jahrhunderts. Diese Nachforschungen wurden auf Basis von Wissen über die Rolle christlicher Klöster in Ägypten und Palästina in Tätigkeiten, die mit wissenschaftlichen Übersetzungen in Zusammenhang stehen, ausgeweitet. Das Projekt ALCH brachte arabische Literatur, griechische Philosophie und Geschichte sowie religiöse Studien zusammen und konzentrierte sich auf bekanntere Personen wie die Propheten Adam und Seth, Hippokrates, Pythagoras, Plato und Aristoteles, um ein breiteres Publikum anzusprechen. Die Kapitel wurden in thematische Bereiche zusammengefasst und auch nach chronologischen und historischen Faktoren aufgeteilt. Ibn Fatiks Buch umfasst Kapitel über einige kappadokische christliche Heilige sowie Hermes Trismegistos und Asklepios. Beispielsweise hielt die Studie es für notwenig, auch eine Bewertung des hellenistischen Hintergrundes in der frühen ägyptischen Literatur sowohl christlichen als auch muslimischen Ursprungs zu betonen. Dies wurde durch die Untersuchung verschiedener Fallstudien erreicht – der Platz Adams und Seths in hellenistischer biblischer Literatur im Vergleich zur Rolle, die ihnen später in gnostischen und muslimischen Texten gegeben wurde, und Erzählungen über Hippokrates in griechisch-ägyptischer römischer Literatur, wie in Arabisch übertragen. Des Weiteren wurden Hermes Trismegistos und Alexander der Große als entscheidende heidnische Personen gesehen, die von Christen im ersten Jahrhundert nach Christus im Vergleich zu anderen Tendenzen angenommen wurden, gefolgt von Vergötterung im Islam wie Vorchristen und Monotheisten. Somit trug ALCH zu einem besseren Verständnis von Ägyptens Rolle als ein Zentrum intellektueller Austausche unter verschiedenen Gemeinschaften in der Zeit vor den Kreuzzügen bei.

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