Das tödliche Mantelzelllymphom
Das Mantelzelllymphom (mantle cell lymphoma, MCL) ist ein seltener und sehr aggressiver Subtyp der Non-Hodgkin-Lymphome (NHL), mit einer medianen Überlebenszeit von drei Jahren. Angesicht des derzeitigen Mangels an Methoden für Behandlung und eine frühzeitige Prognosen werden dringen mehr Studien über die Ätiologie dieser Krankheit benötigt. Die klinischen und molekularen Eigenschaften von Malignität und Progression bei MCL wurden im Rahmen eines europaweiten Netzwerkes untersucht, das aus einem multidisziplinären Konsortium von Klinikern, Pathologen und Grundlagenforschern bestand. Diese Bemühungen fortführend formulierte das EU-geförderte Projekt European MCL Network einen globalen Ansatz für die Erforschung neuartiger Behandlungsstrategien und die Bewertung neuer prognostischer Biomarker. Das Europäische MCL-Netzwerk intensivierte Forschungen an neu etablierten molekularen Techniken wie etwa der vergleichenden genomischen Hybridisierung, der quantitativen Echtzeit-Polymerase-Kettenreaktion, der Transkriptomik und Proteomik. Eine große Anzahl von ausgewählten Patientenproben wurde gesammelt und analysiert, um so die minimale Resterkrankung (minimal residual disease, MRD) bewerten zu können. Transkriptomik- und Proteomikstudien lieferten wichtige Einblicke in die von MCL betroffenen molekularen Mechanismen. Die Ergebnisse unterstrichen die Notwendigkeit für gezielte individuelle therapeutische Strategien auf Basis des molekularen Profils eines jeden Patienten. Das Europäische MCL-Netzwerk legte den Grundstein für die effektive Erkennung von Biomarkern für die Frühdiagnose und von potenten Wirkstoffzielen.