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Physiker planen Elektron-Positron-Speicherring

Physiker aus der ganzen Welt treffen vom 20. bis 23. März 1999 in Oxford, England, zum ECFA/DESY Linear Collider Workshop (Workshop über Linearbeschleuniger) zusammen, um Pläne für zwei 10 km lange Teilchenbeschleuniger auszuarbeiten, die sich gegenseitig mit Strahlen von Elek...

20 März 1999 - 20 März 1999
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Physiker aus der ganzen Welt treffen vom 20. bis 23. März 1999 in Oxford, England, zum ECFA/DESY Linear Collider Workshop (Workshop über Linearbeschleuniger) zusammen, um Pläne für zwei 10 km lange Teilchenbeschleuniger auszuarbeiten, die sich gegenseitig mit Strahlen von Elektronen und Positronen (Antielektronen) beschießen werden.

Beim Zusammenstoß von Materie und Antimaterie verschwinden beide in einem Energiestoß, d.h. sie werden vernichtet. Die Energie tritt dann wieder in Form von neuen Partikeln von Materie (und Antimaterie) zu Tage, wobei ähnliche Prozesse wie zu Beginn des Universums stattfinden. Um die Theorien dieser Prozesse zu testen, müssen Physiker zunächst höhere Energiewerte untersuchen als sie sie zur Zeit erzielen können und werden die Entwicklungen dann wirklich noch weiter bis zu den Ursprüngen des Universums zurückverfolgen müssen.

Physiker sind bereits damit befaßt, Elektronen und Positronen in kreisförmigen Apparaten gegeneinander abzufeuern. Auf ihrem Weg um die Kurven verlieren die Strahlen jedoch einen Teil der mühsam erworbenen Energie. Die höchsten, in einem kreisförmigen Apparat praktikablen Energiewerte sind im LEP erzielt worden, dem großen Elektronon-Positronen-Speicherring, der sich im Europäischen Laboratorium für Teilchenphysik, CERN, in Genf, befindet. Der LEP soll diesen Sommer eine Totalenergie von 200 GeV (Gigaelektronenvolt) erzielen. Die Physiker benötigen jedoch höhere Energiewerte, um Theorien testen zu können, die neue Effekte voraussagen. Sie planen daher, einen Elektron-Positron-Speicherring zu bauen, im dem Strahlen von Linearbeschleunigern aus direkt aufeinander geschossen werden.

Der geplante Linearbeschleuniger soll eine Totalenergie von 1000 GeV erzielen. Zu diesem Zweck werden anspruchsvolle Technologien benötigt. Zur Zeit werden in Europa, Japan und USA drei rivalisierende Systeme verfolgt. Gleich, welches System letztendlich ausgewählt wird - das Projekt, das Milliarden Euro wert ist, wird der Hi-Tech Industrie in Europa im Hinblick auf die Lieferung hochentwickelter Bauteile großartige Chancen bieten.

Weitere Informationen erteilt:

Dr Philip Burrow
Oxford University
Tel. +44-1865-273398; Fax +44-1865-273418
E-mail: p.burrows1@physics.ox.ac.uk