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Wirksamere Therapie gegen Leishmaniose in Sicht

Afrikanische und europäische Wissenschaftler entwickeln gemeinsam neue Therapien gegen die parasitäre Erkrankung Leishmaniose.

Grundlagenforschung
Gesundheit

Viszerale Leishmaniose (VL) tritt endemisch in Afrika auf. Unbehandelt verläuft die Krankheit nahezu immer tödlich, bei zusätzlich mit HIV-infizierten Patientinnen und Patienten ist der tödliche Ausgang noch wahrscheinlicher. Derzeitige Monotherapien sind vor allem deshalb problematisch, weil sie giftig, teuer und langwierig sind sowie das Problem der Bildung von Arzneimittelresistenzen besteht. Das von der EU finanzierte Projekt AFRICOLEISH (Care package for treatment and control of visceral leishmaniasis in east Africa) verfolgte das Ziel, sichere und kostengünstige Behandlungen für VL-Patienten bereitzustellen. Das Konsortium beschäftigte sich außerdem mit VL-HIV-Ko-Infektionen. Dabei ging es um wirksame Behandlungen und prophylaktische Maßnahmen, die VL-Rückfälle verhindern. In Vorbereitung auf zukünftige Studien über Arzneimittelkombinationen für Kinder bewertete das Team zwei oral zu verabreichende Behandlungen. Die Resultate ergaben, dass Miltefosin eine attraktive Option für eine Kombination mit anderen Medikamenten bleibt, und die allometrische Dosierung bei Kindern einen besseren Erfolg sowie ein gutes Sicherheitsprofil gewährleistet. Eine für die Zukunft bewilligte Studie wird Miltefosin-/Paromomycin-Kombinationen bewerten. Bei Patienten mit VL-HIV ließ sich aus den Resultaten der Pentamidin-Sekundärprophylaxe-Studie ablesen, dass die mit der antiretroviralen Therapie verbundene Pentamidin-Prophylaxe bei VL-HIV-koinfizierten Patienten den Rückfall verhindert. Zudem sollte VL bei HIV-infizierten Patienten frühzeitig erkannt und behandelt werden, bevor eine umfassende Immunschwäche eintritt. Die Ergebnisse einer weiteren VL-HIV-Studie sowie zusätzliche Daten aus einer Kohorten-Beobachtungsstudie dürften Einfluss auf die Politik weltweit und auf Länderebene nehmen. Die auf einem Treffen mit Vertretern des Gesundheitsministeriums und der WHO in der Region vorgestellten Resultate stützen eine Umorientierung in der Strategie bei VL-HIV-Patienten auf Basis einer an den Patienten angepassten Kombinationstherapie aus AmBisome® und Miltefosin. Dazu zählt auch die Nachbehandlungsprophylaxe mit Pentamidin, welche die Rückfallquote reduziert. AFRICOLEISH wird weiterhin die Resultate verbreiten, die zweifellos die Vorgehensweise der politischen Entscheidungsträger über die Überarbeitung von Richtlinien für das VL-HIV-Management beeinflussen werden. Die in Ostafrika gewonnenen Erfahrungen werden zu einem tieferen Verständnis von VL-Bekämpfung und Management beitragen, das auch für andere Bereiche anwendbar sein kann.

Schlüsselbegriffe

Leishmaniasis, Leishmaniose, VL, Afrika, AFRICOLEISH, VL-HIV

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