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Towards an understanding of cooperation in an African passerine bird

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Kosten und Nutzen der Zusammenarbeit beim Siedelweber 

Kooperation ist ein kompliziertes Verhalten, über das wir immer noch nicht alles wissen. EU-Wissenschaftler arbeiteten mit südafrikanischen Wissenschaftlern zusammen, um die Dynamik und Entwicklungstreiber von Kooperation bei einer Vogelart zu studieren: dem Siedelweber.  

Grundlagenforschung

Der Siedelweber, auch Siedelsperling genannt, ist ein kleiner Vogel, der in Südafrika lebt und den die Wissenschaftler als Modell für das Verständnis von Kooperation studiert haben. Diese Webervögel arbeiten zusammen, um große, gemeinschaftliche Nester zu bauen. Auf diese Weise können sie gemeinsam ihre Jungen großziehen und Raubtiere fernhalten. Die Wissenschaftler sammelten langjährige Daten zum Siedelweber, um die Dynamik, die das kooperative Verhalten bei der Vogelart antreibt, und ihre evolutionäre Basis zu erforschen. Dies wird unser Verständnis von kooperativem Verhalten bei anderen Arten verbessern, auch bezogen auf den Menschen. Die EU-finanzierte Initiative COOPERATION (Towards an understanding of cooperation in an African passerine bird) verwendete einen multidisziplinären Ansatz, um die Kosten und Nutzen der Zusammenarbeit beim Siedelweber zu untersuchen. Zu diesem Zweck führten sie Langzeitdaten zu Verhalten, Genetik und Physiologie zusammen, um umfassende Schätzungen der individuellen Fitness zu erhalten. Diese Initiative stellt die Fortsetzung einer Langzeitstudie dar, deren Daten bis ins Jahr 1993 zurückreichen. Die Forscher betrachteten verschiedene Kosten-Nutzen-Aspekte von Kooperation und untersuchten, wie sie sich auf die Populationsdynamik auswirken - also auf Größe und Alterszusammensetzung der Population. Eines der untersuchten Themen waren kryptische Helfer-Effekte: damit werden die Vorteile von Helfern bezeichnet, die über die Verbesserung des Zuchterfolgs hinausgehen. Helfer sind die Vögel, die selber keine jungen aufziehen, sondern anderen Vögeln dabei helfen. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Weibchen, die mit Helfern brüten, kleinere Eier produzieren. Dies kommt zwar den Brutweibchen zugute, hat aber keinen Einfluss auf ihre Nachkommen. Diese Erkenntnis unterstützt die Hypothese von kryptischen Helfer-Effekten. COOPERATION brachte ein großes Team von 21 Forschern und Studenten mit Fachwissen in verschiedenen Bereichen aus Frankreich, Portugal, Südafrika und dem Vereinigten Königreich zusammen. Diese Zusammenarbeit erleichterte den Austausch von Wissen und führte zu einer umfassenden Konsolidierung der Forschung und einer deutlichen Steigerung der Produktivität. Vor allem die Studierenden profitierten vom Austausch von Fähigkeiten und Wissen. Diese Forschungsergebnisse haben unser Verständnis von Sozialität vorangebracht und Einblicke in das Verständnis der Evolution von Kooperation und ihrer Auswirkungen auf Populationsebene geliefert.   

Schlüsselbegriffe

Kooperation, Siedelweber, kooperatives Verhalten, Populationsdynamik, kryptische Helfer-Effekte  

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