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Zum Zusammenhang zwischen Kohlenstoffspeicherung und Biodiversität

Wälder leisten in Europa und weltweit viele wichtige Ökosystemdienste, vor allem speichern sie in großen Mengen Kohlenstoff (Sequestrierung). EU-Forscher untersuchten nun, inwieweit biologische Vielfalt zur Ökosystemleistung von Wäldern beiträgt.

Grundlagenforschung

Geschätzt wird, dass sich mehr als zwei Drittel der biologischen Vielfalt der Erde in Wäldern konzentriert. Diese Biodiversität mit ihren zugrunde liegenden ökologischen Prozessen ist für die Ökosystemleistung und damit für den Menschen von zentraler Bedeutung. Eine wichtige Leistung ist die Bindung von Kohlenstoff in den Wäldern: d.h. die Abscheidung und langfristige Speicherung von Kohlendioxid als Hauptverursacher des Klimawandels. Wie viel Kohlenstoff Waldböden aufnehmen können, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa der Menge an Kohlenstoff, die in das System über Wurzeln und Laub gelangt, wie auch mikrobieller Biomasse und CO2-Verlust durch Atmung und Versickerung. Mykorrhizen, die ebenfalls zur Kohlenstoffsequestrierung beitragen, sind symbiotische Gemeinschaften aus Pilzen und Pflanzenwurzeln im Boden. Das EU-finanzierte Projekt LINKTOFUN (Linking tree and belowground biodiversity to forest ecosystem function) untersuchte natürliche Waldökosysteme, Forste und Mischplantagen, um Zusammenhänge zwischen Biodiversität und Ökosystemfunktion zu klären, insbesondere die Kohlenstoffdynamik im Boden. Die Projektforscher untersuchten die Bedeutung von Diversität bei Bäumen und Mykorrhiza auf die Kohlenstoffdynamik in Wäldern Äthiopiens sowie Waldzerstörung und Kohlenstoffdynamik in österreichischen Böden. In den natürlichen Wäldern Nordäthiopiens richteten die Wissenschaftler fünf Untersuchungsgebiete entlang eines Klimagradienten ein. An jedem Standort wurde ermittelt, wie viel Kohlenstoff über Blätter und Feinwurzeln in den Boden eingetragen wird und wie dies mit der biologischen Vielfalt der Bäume korreliert. Damit konnte ein deutlicher Zusammenhang zwischen chemischer Zusammensetzung der Blätter (Stickstoff- und Phosphorkonzentration) und spezifischer Blattfläche (als Verhältnis zwischen Blattfläche und Trockenmasse) belegt werden. Molekularbiologische und biogeochemische Daten aus den österreichischen Standorten gaben Aufschluss über die Kohlenstoffdynamik im Boden und Mykorrhizagemeinschaften, auch an einem Standort mit Waldschäden. Die Ergebnisse aus Österreich und Äthiopien bestätigen die Interaktion zwischen dem Ökosystemdienst CO2-Speicherung und der Biodiversität auf und im Waldboden. Genauere Kenntnisse dieser Zusammenhänge sind Voraussetzung, um die Belastbarkeit (Resilienz) von Waldökosystemen und ihre Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel zu messen.

Schlüsselbegriffe

Kohlenstoffspeicherung, Biodiversität, Waldökosysteme, Mykorrhiza, LINKTOFUN, Kohlenstoffdynamik im Boden

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