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Media, Conflict and Democratisation

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Öffentliche Kommunikation in Konfliktsituationen

Demokratisierungskonflikte sind dank technologischer Innovationen und eines neuen Medienumfelds hoch mediatisierte Ereignisse. EU-finanzierte Forscher untersuchten Medien, Konflikte und Politik in Ländern auf dem Weg zur Demokratie.

Digitale Wirtschaft
Gesellschaft
Grundlagenforschung

Das Projekt MECODEM (Media, conflict and democratisation) erkundete die Zusammenhänge zwischen öffentlicher Kommunikation und umstrittener Politik während der Transformation weg von einer autoritären Herrschaft. Es erweiterte Wissen und Verständnis von Konflikten in Übergangsgesellschaften durch die Untersuchung von vier Ländern, die sehr unterschiedliche Szenarien des demokratischen Übergangs erleben. Die Forscher führten eine vergleichende Analyse von 13 Konfliktfällen im Zusammenhang mit der Demokratisierung oder der Forderung nach demokratischen Veränderungen in Ägypten, Kenia, Serbien und Südafrika durch. Die Daten wurden durch quantitative Inhaltsanalyse der Medienberichterstattung, semi-strukturierte Interviews, Social-Media-Analyse und qualitative Textanalyse gesammelt. MECODEM arbeitete auf der Grundlage von zwei zentralen Annahmen, wobei zum einen die Demokratisierung häufig Konflikte zwischen gegensätzlichen Gruppen, Interessen und Weltanschauungen auslöst. Die zweite geht davon aus, dass heutige Demokratisierungen von der „Medienlogik“ traditioneller wie auch neuer digitaler Medien geformt werden. Die Forschung bietet wichtige Erkenntnisse in Bezug auf Formen der Kommunikation, Rollen von Interessengruppen und sogar in Bezug auf das eigentliche Konzept der Demokratie in Übergangsgesellschaften. Während die Demokratisierung der öffentlichen Kommunikation es erlaubt, vorab zum Schweigen gebracht Stimmen laut werden zu lassen, löst sie allerdings auch Konflikte aus und verstärkt diese. Obwohl verschiedene Gruppen durch öffentliche und digitale Medien an öffentlichen Diskussionen teilnehmen können, treiben diese Foren in ähnlicher Weise häufig Polarisierung und Gewalt zwischen Gruppen an. Außerdem müssen zivilgesellschaftliche Akteure Kommunikationsformen jenseits sozialer Medien für arme und benachteiligte Bevölkerungsgruppen berücksichtigen. Ein anderes Ergebnis ist, dass in den Übergangsgesellschaften die Mainstream-Medien normalerweise dem dominanten Diskurs der Machthaber folgen. Die MECODEM-Forschung zur Rolle der Medien in Konfliktsituationen zeigt auch, dass die Übernahme der Standardnormen des westlichen Journalismus kontraproduktiv für Konfliktlösung und Versöhnung sein kann. Und schließlich bleibt die Kommunikationsfähigkeit der Regierungen weiterhin schlecht - sie folgt immer noch einem Top-down-Propagandamodell, wenn mit den Bürgern kommuniziert wird. Mangelnde Reaktionsfähigkeit und die Unfähigkeit zuzuhören, sind wichtige Faktoren, die Konflikte auslösen und intensivieren. Die Arbeit von MECODEM beleuchtet die Dynamik der öffentlichen Kommunikation in komplexen Konfliktsituationen. Ihre Erkenntnisse tragen auch zu neuem Wissen und Fertigkeiten bei, um IKT-Tools für ein effektives Kommunikationsmanagement bei Konflikten einzusetzen.

Schlüsselbegriffe

Öffentliche Kommunikation, Konflikt, Medien, Demokratisierung, MECODEM, Übergangsgesellschaften

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