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Network of the first farmers - anticipation of European Union 8000 years ago

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Kulturtransfer in neolithischer Landwirtschaft belegt gemeinsames europäisches Erbe

Ein komplexer interdisziplinärer Ansatz zeigte Zusammenhänge zwischen Europas neolithischer Bevölkerung und Migrationsmustern auf und belegte damit die eng verwandte Kultur in Mittel- und Südosteuropa.

Gesellschaft

Die europäische Bandkeramische Kultur (Linearbandkeramik, LBK) im Neolithikum (Jungsteinzeit) belegt exemplarisch die Bedeutung von Migration und Kulturtransfer in Europa. So untersuchte nun das EU-finanzierte Projekt NETWORKEU8000 (Network of the first farmers - Anticipation of European Union 8000 years ago) die Auswanderung bestimmter neolithischer Bevölkerungsgruppen in geeignetere Klimazonen. Schwerpunkt war dabei die Linearbandkeramik und die Starčevo-Kultur. Letztere wurde von den ersten Bauern in Mittel- und Südosteuropa praktiziert. Das Projektteam untersuchte hierfür die wirtschaftlichen und sozialen Gründe für Migration und wollte herausfinden, wie sich die Neuankömmlinge an ihre neue Umgebung anpassten, wie sich ihre Kultur veränderte und wie zwei unterschiedliche Gruppen miteinander lebten. Mit einem interdisziplinären, komparativen, historischen und ethnographischen Ansatz analysierte das Projekt archäologische Funde mittels Radiocarbonmethode und dokumentierte kulturelle Veränderungen und Interaktionen. Mit dem innovativen Modell des "Kulturtransfers" kann nun die Mittel- und Südosteuropa verbindende Kulturmatrix genauer definiert werden. Die Funde aus der Jungsteinzeit wurden in Bulgarien, Kroatien, Deutschland, Ungarn, Serbien und der Slowakei analysiert, auch wurden Töpferwaren und Figuren rekonstruiert. Das Projektteam untersuchte Feuersteine und führte technologische, zoologische und archäologische Analysen durch. Als quantitative Methoden kamen die Sequenzierung von Radiocarbondaten für die Bandkeramische Kultur zum Einsatz, wobei mit der Bayes'schen Statistik gearbeitet und die Montelius-Datenbank zur Typologie der Materialien beträchtlich erweitert wurde. Die Projektergebnisse wie auch die Nutzung relevanter Software wurden Studierenden in mehreren Workshops vermittelt. Über Präsentationen, Vorträge und Konferenzen zum Thema wurden sie zudem in verschiedenen Städten Deutschlands, Österreichs und Sloweniens vorgestellt. Schließlich wurden mehrere Berichte über Kontakte zwischen bäuerlichen Gemeinschaften und neolithischen europäischen Kulturen veröffentlicht, die eine neue Sichtweise auf frühe Formen von Koexistenz und Zusammenarbeit in Europa liefern und damit das gemeinsame europäische Erbe und seine Geschichte belegen.

Schlüsselbegriffe

Neolithische Landwirtschaft, Bandkeramik, NETWORKEU8000, Starčevo-Kultur, Kulturtransfer

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7 September 2020