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In Video Veritas – Verification of Social Media Video Content for the News Industry

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Ist dieses Nachrichtenvideo gefälscht?

Ein Bürger schickt ein Video an eine Nachrichtenredaktion, aber ist die Geschichte echt oder gefälscht? Dank neuer Softwareinstrumente kann das jetzt einfacher geklärt werden.

Digitale Wirtschaft
Gesellschaft

Heute haben die meisten immer und überall eine sehr gute Videokamera dabei und können ihre Filme sofort über die sozialen Medien verbreiten. Mit etwas Geschick können manche aber auch falsche Videos erstellen, um „Fake News“ zu untermauern. Solche Videos haben in jedem Fall das Potenzial, unmittelbar Millionen von Menschen zu erreichen. Nachrichtenagenturen stehen jetzt vor dem Problem, Amateurvideos mit echtem Nachrichtenwert von den gefälschten zu trennen. Professionelle Nachrichtenagenturen legitimieren sich zum Teil dadurch, dass sie Quellen gründlich überprüfen. Doch das ist besonders bei Amateurvideos sehr zeitaufwendig und Journalisten arbeiten mit immer engeren Deadlines. Leistungsstarke Analysewerkzeuge Im EU-finanzierten Projekt InVID wurde ein Paket von vier Softwaretools entwickelt, mit denen Journalisten Amateurvideos und Inhalte aus den sozialen Medien prüfen können. Die Werkzeuge ermöglichen ein Filtern der sozialen Medien, Videoanalyse und -forensik sowie, neben anderen Funktionen, die Verwaltung digitaler Rechte. „Die Journalisten bleiben weiter dafür verantwortlich, den Inhalt zu verifizieren“, sagt Projektkoordinator Dr. Vasileios Mezaris, „doch sie haben uns bestätigt, dass es mit unseren Werkzeugen wesentlich schneller geht.“ Das erste Werkzeug ist das InVID Analytics Dashboard, das Geschichten über verschiedene Plattformen der sozialen Medien findet und verfolgt, während sie sich entwickeln. Das zweite, das InVID Plugin, ist ein Alleskönner: ein Modul für den Browser, mit dem die Journalisten bei der Verifizierung Zeit sparen können. Es ist mit über 12 000 Nutzern (Stand 2019) das beliebteste Werkzeug des Projekts. Das Modul bietet ein Funktionspaket, von denen jede einzelne bei der Bewertung der Authentizität eines Videos hilft. Beispielsweise kann das Werkzeug wichtige Standbilder aus einem Video isolieren und im Internet nach ähnlichen suchen. „Allein damit lässt sich ein großer Teil der Fakes da draußen entlarven“, ergänzt Dr. Mezaris, „denn um eine gefälschte Geschichte zu bebildern, ist es am einfachsten und sehr beliebt, ein älteres aufsehenerregendes Video aus dem Internet herunterzuladen und dann zu behaupten, man hätte das Ereignis mit eigenen Augen gesehen.“ Das Verifizierungsmodul hat noch sechs weitere Grundfunktionen, unter anderem kontextuelle Verifikation eines Videos sowie Bildforensik. Ein weiteres Instrument ist die InVID Verification Application, die im Vergleich mit dem Modul vollständiger und leistungsstärker ist. Die Software kann die anspruchsvollsten professionellen Bedürfnisse der Journalisten bedienen. Und schließlich erlaubt es die InVID Mobile Application Medienunternehmen, ein Netzwerk von Nutzern zu erstellen, die vertrauenswürdig genug sind, um Videos von aktuellen Ereignissen aufzunehmen und einzuschicken. Diese Videos werden mit Metadaten angereichert, um ihre Richtigkeit zu garantieren. Den Journalismus stärken Eine Herausforderung lag Dr. Mezaris zufolge in der Interdisziplinarität des Projekts, also in der Zusammenarbeit von Informatikern und Journalisten. Da mehrere Mitglieder des Konsortiums bereits früher zusammen gearbeitet hatten und die zwischenmenschliche Kommunikation gut lief, konnten Konflikte glücklicherweise aus dem Weg geräumt werden, wie er berichtet. Das Team entwickelt die den Werkzeugen zugrundeliegenden Technologien stetig weiter und will sie so anpassen, dass sie neue Probleme lösen können. Außerdem arbeitet man im Projekt auf die Kommerzialisierung einzelner Anwendungen hin. So wird die langfristige Verfügbarkeit und finanzielle Förderung der Werkzeuge sichergestellt, was wiederum ihrer Entwicklung zugutekommt. Der Journalismus profitiert von den Ergebnissen und der Software aus InVID, da Journalisten ihre Arbeit damit schneller und einfacher erledigen können. Mit den Instrumenten wird die Öffentlichkeit vor Falschinformationen und Manipulation geschützt und gleichzeitig werden authentifizierte Inhalte ungehindert durchgelassen. Daraus gehen sowohl der Journalismus als auch die Demokratie gestärkt hervor.

Schlüsselbegriffe

InVID, Video, Journalist, Journalistin, Social Media, soziale Medien, Amateurvideo, Software, Journalismus, Fake News, Falschmeldungen, Analysewerkzeuge, authentifizierte Inhalte, Falschinformation

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