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Neue Werkzeuge sollen frei verbreitete Audioinhalte in der Kultur- und Kreativwirtschaft wiederverwendbar machen

Die Art und Weise, wie Multimedia-Inhalte erschaffen, verbreitet, verwendet und wiederverwendet werden, hat sich verändert und zu einer erheblichen Menge von nutzergenerierten Multimedia-Ressourcen geführt, die zum Großteil unter offenen Lizenzen verbreitet werden. Da in der Kreativwirtschaft eine Notwendigkeit besteht, Produktionskosten zu senken, um wettbewerbsfähig zu bleiben, bietet sich dort die Einbindung solcher Inhalte in ihre Produktionen an, allerdings fehlt es an der nötigen Technologie.

Digitale Wirtschaft
Gesellschaft

Sowohl Amateure als auch Spezialisten laden enorme Mengen von Audiomaterial, wie Soundeffekte, Aufnahmen der Umgebung, Musikbeispiele und Musikstücke in Online-Datenbanken hoch, die unter Creative-Commons-Lizenzen (CC) verfügbar gemacht werden. „Wir bezeichnen diese Inhalte als Audio-Gemeinschaftsgüter“, so Dr. Frederic Font, Koordinator des EU-finanzierten Projekts AudioCommons. „Allerdings gibt es keine praktischen Möglichkeiten, wie Audio-Gemeinschaftsgüter in die Produktionsabläufe der Nutzer von Inhalten in der Kreativwirtschaft eingebettet werden können, und Probleme mit der Lizenzierung können in der Produktionskette nicht leicht gelöst werden.“ Daher bleiben die meisten dieser Inhalte in Branchen wie Videospiele, Film und Musik ungenutzt. Technologie soll ein nachhaltiges und wachsendes Ökosystem unterstützen AudioCommons setzte sich das Ziel, der Kreativwirtschaft CC-lizenzierte Audioinhalte zugänglich zu machen, indem das Projekt deren Erschaffung, Zugang, Abruf und Wiederverwendung auf innovative Weise ermöglicht. Es setzte sich für die Verwendung frei zugänglicher Audioinhalte ein und entwickelte Technologien, um das sogenannte AudioCommons-Ökosystem (ACE) zu unterstützen, das sich aus Inhaltsdatenbanken, Produktionswerkzeugen und Nutzern zusammensetzt. Diese Technologien ermöglichen die Wiederverwendung solchen Audiomaterials. Das Projektteam entwickelte etwa 20 Werkzeuge, Dienste und Prototypen für Urheber, Entwickler und Forscher. Die Wichtigsten unter ihnen sind AudioTexture Free und das Musik- und Sound-Suchtool (MuSST). AudioTexture Free ist die kostenlose Version von AudioTexture, einem Audio Plug-in, das Inhalte aus der Online-Datenbank Freesound lädt und dann unbegrenzt viele Variationen von Sounds und Loops erstellt. Ein weiteres Produkt namens SampleSurfer, das ebenfalls Audio-Gemeinschaftsgüter einbindet, wird bald vom Branchenpartner Waves Audio Ltd. bereitgestellt, einem israelischen Entwickler und Lieferanten professioneller digitaler Audiosignal-Verarbeitungstechnologien und Audioeffekte. MuSST ist eine Online-Suchmaschine, die es ermöglicht, die Inhalte mehrerer AudioCommons-Anbieter leicht zu durchsuchen und zu filtern. Es bietet auch, sofern verfügbar, Links für Downloads und die Lizenzierung der Inhalte an. Die Projektpartner entwickelten Werkzeuge, die automatisch Audioinhalte analysieren. Dabei ist von entscheidender Bedeutung, dass die Klangmodelle imstande sind, die wahrnehmungsgeprägten Eigenschaften der Audioinhalte zu bestimmen, was bislang nicht möglich war. Sie haben auch ein Werkzeug mit dem Namen AudioCommons-Mediator entwickelt, das einige bestehende Inhaltsdatenbanken und ein gemeinschaftliches Datenmodell für Audioinhalte namens AudioCommons Ontology integriert. Beide erleichtern die Vernetzung von Interessengruppen des AudioCommons-Ökosystems. Nahtlose Einbindung von CC-Audioinhalten in Produktionsabläufe AudioCommons setzt sich bei der Inhaltserstellung für ein Modell ein, das auf der Wiederverwendung von CC-Inhalten beruht. „CC-Lizenzen fördern die Idee einer offenen Kultur der gemeinsamen Nutzung sowie eine Kultur des Nehmens und des Gebens“, erklärt Dr. Font. „Diese Vorgehensweise stellt eine Alternative zu der Arbeit mit Inhalten unter den Beschränkungen des traditionellen Urheberrechts dar, die unseres Erachtens besser für die digitale Wirtschaft von heute geeignet ist.“ Die entwickelten Werkzeuge „erhöhen den Wert von CC-Audioinhalten, indem sie sie sichtbarer und leichter zugänglich machen sowie deren Integration in Multimedia-Produktionen erleichtern.“ „AudioCommons hat auf CC im Bereich Audio aufmerksam gemacht und der Kreativwirtschaft, Urhebern und der allgemeinen Bevölkerung CC-Audioinhalte nähergebracht“, schließt Dr. Font. Audio-Produzenten, Musiker und Urheber können die Werkzeuge und Prototypen verwenden, um CC-Inhalte in ihre kreativen Arbeitsabläufe zu integrieren. Darüber hinaus können Entwickler von Werkzeugen neue Produkte und Ideen konzipieren, die aus der Einbindung von CC-Inhalten hervorgehen.

Schlüsselbegriffe

AudioCommons, Audio, CC, Audioinhalte, Kreativwirtschaft, Musik, Produktionsabläufe, Audio-Gemeinschaftsgüter, Creative Commons

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