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Balancing social equity and biodiversity outcomes in protected area management.

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Forschung soll Erhalt der biologischen Vielfalt und nachhaltige Entwicklung in brasilianischen Schutzgebieten verbessern

Die größten globalen Akteure in der Bewirtschaftung der biologischen Vielfalt und der Politikentwicklung sind noch immer auf der Suche nach den wirksamsten Naturschutzmaßnahmen. In einer EU-Initiative wurden die Probleme eines gerechten Naturschutzes angegangen, der als eine der vielversprechendsten Lösungen für den Erhalt der biologischen Vielfalt gilt.

Klimawandel und Umwelt

Der Strategieplan für die biologische Vielfalt 2011-2020 im Übereinkommen über die biologische Vielfalt und die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen sind zwei der wichtigsten Verpflichtungen für die Umwelt und eine nachhaltige Entwicklung überhaupt. Beide Vereinbarungen erkennen die bedeutsame Rolle von Schutzgebieten als Schlüsselstrategie für den Erhalt der biologischen Vielfalt und eine nachhaltige Entwicklung an. „Wenn Naturschutz ethisch und effektiv sein soll, muss er so umgesetzt werden, dass die Menschen, die im und um das Schutzgebiet leben, gerecht und gleich behandelt werden“, sagt Dr. Karen Mustin, eine Forschungsbeauftragte und Kollegin von Koordinator Prof. Steve Redpath vom EU-finanzierten Projekt EquiPE. „Eine der wichtigsten Herausforderungen für Forschung und Politik ist, herauszufinden wie eine gerechte Politik in Schutzgebieten aussieht und wie Gerechtigkeit in diesem Kontext bewertet werden kann.“ Diese Forschungsarbeit wurde im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahme gefördert. Bessere Politik und Verwaltung für mehr Gerechtigkeit in Schutzgebieten Das Team von EquiPE wollte die normativen und praktischen Aspekte von Gerechtigkeit in der Politik für verschiedene Arten von Schutzgebieten verstehen. Im Mittelpunkt stand dabei Brasilien. Die Forscher untersuchten die normativen Aspekte von Gerechtigkeit in Verwaltung und Politik in Schutzgebieten sowie die Anforderungen entsprechend internationalen Abkommen, nationalem Recht, institutionellen Plänen und Protokollen. Außerdem wollten die Teammitglieder verstehen, wie Gerechtigkeit in Schutzgebieten in der tatsächlichen Praxis aussieht. Sie untersuchten, welche Teile von Gesetzen und Plänen ohne Weiteres umgesetzt werden können und was gut funktioniert, aber auch wo die Herausforderungen und Hindernisse für eine praktische gerechte Verwaltung in echten Schutzgebieten liegen. Gemeinsam Gerechtigkeit vor Ort gestalten und analysieren Aus den Forschungsarbeiten entstand eine Theorie über die Zusammenhänge von Politik, Gerechtigkeit und den Ergebnissen des Naturschutzes. „Wir haben bereits begonnen, diese Erkenntnisse in die Praxis zu übertragen“, so Dr. Mustin. Dr. Mustin hat gemeinsam mit Kollegen vom brasilianischen Chico-Mendes-Institut für Biodiversitätserhalt und dem Institut für indigene Forschung und Bildung einen interaktiven Workshop mit Praktikern aus dem Bereich Naturschutz geplant und durchgeführt. Ziel war es, Probleme der sozialen Gerechtigkeit in der aktuellen Politik und Verwaltung in Schutzgebieten in Amapá, einem nordbrasilianischen Bundesstaat, zu betrachten. „Damit beginnt eine produktive und dauerhafte Zusammenarbeit, bei der Forschung und praktische Erfahrung gemeinsam bessere und gerechtere Umsetzungsmöglichkeiten von Naturschutzmaßnahmen in Schutzgebieten in Brasilien und anderen Gegenden finden können.“ Die Projektpartner analysierten, wie und in welchem Umfang verschiedene Aspekte von Gerechtigkeit explizit oder implizit in Gesetzen und politischen Maßnahmen enthalten sind, die festlegen wie Schutzgebiete in Brasilien verwaltet werden. Weiterhin analysierten sie Protokolle für die Entwicklung von Verwaltungsplänen für verschiedene Arten von Schutzgebieten. Darauf aufbauend erstellten sie eine Übersicht über die Gerechtigkeit in den normativen Aspekten der Politik verschiedener Arten von Schutzgebieten. Dann konkretisierten die Forscher Kernaspekte, die in die Praxis umgesetzt werden müssen, wenn eine gerechte Politik und Verwaltung erreicht werden soll, und zeigten auf, wo es im Umgang mit Gerechtigkeit noch Lücken in der Gesetzgebung, politischen Maßnahmen und Protokollen gibt. Noch immer gibt es relativ wenige Studien, die Rahmenvorgaben für soziale Gerechtigkeit auf Schutzgebiete angewendet hätten. Großer Bedarf besteht dabei besonders in Lateinamerika an der Erforschung der Wahrnehmung von Gerechtigkeit vor Ort. „Die Ergebnisse von EquiPE leisten zur rechten Zeit einen neuartigen und wichtigen Beitrag zum Umdenken über die Bewertung sozialer Gerechtigkeit in diesem Kontext und auch darüber wie eine gerechtere Zukunft möglich wäre“, so Prof. Reedpath abschließend.

Schlüsselbegriffe

EquiPE, Gerechtigkeit, Schutzgebiete, Politik, Biodiversität, biologische Vielfalt, nachhaltige Entwicklung, Erhalt der biologischen Vielfalt, soziale Gerechtigkeit

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