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A Water-Soluble Packaging to Unlock New Markets

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Kunststoffe auf Milchbasis sorgen verringern Umweltschädigung

So unbedeutend es auch anmuten mag, die Spül- oder Waschmaschine mit einer Dosis Reinigungsmittel, verpackt in löslichen Kunststoff, zu befüllen: Aber was zu verschwinden scheint, hat in Wirklichkeit langfristige negative Auswirkungen auf die Natur. Wobei diese mit einer geeigneten biologisch abbaubaren Alternative beseitigt werden könnten.

Klimawandel und Umwelt
Industrielle Technologien

Mit jedem Jahr, das ins Land geht, gewinnen die Biokunststoffe immer mehr Marktanteile. Aber noch sind sie nur marginal vertreten: Sie stehen derzeit lediglich für etwa 1 % der gesamten europäischen Kunststoffproduktion, und nur mehr Forschung und Entwicklung können dazu beitragen, die noch verbleibenden Hindernisse gegenüber einer breiter angelegten Einführung zu überwinden. Ein wesentliches Hindernis im Kontext der zunehmenden Besorgnis über die Verschmutzung des Meeres durch Kunststoff stellt die mangelnde Wasserlöslichkeit dar. Die meisten Versuche der Herstellung wasserlöslicher Kunststoffe stützen sich bislang auf Polymere auf Basis von Benzin, während der Heilige Gral doch tatsächlich die ganze Zeit die ... Milcheiweiße gewesen sein könnten. Die Milcheiweiße machen‘s! Lactips, ein auf dem Konzept der Herstellung von thermoplastischen Pellets aus Milcheiweiß aufgebautes französisches KMU, investiert stark in die Produktion und Vermarktung seiner ersten Anwendungen. Gemessen an den 3,7 Mio. EUR, die Lactips 2018 eingefahren hat, ist man eindeutig auf dem richtigen Weg. „Unser Produkt ist weltweit der einzige Thermoplast auf Basis von soliden und umweltfreundlichen Biomaterialien (biobasiert und biologisch abbaubar), die bei Raumtemperatur wasserlöslich sind“, sagt Jean-Antoine Rochette, Geschäftsführer von Lactips, dem Unternehmen hinter dem Projekt ECOLACTIFILM (A Water-Soluble Packaging to Unlock New Markets). „Zu seiner Herstellung verbessern wir das aus Milch ausgefällte Hauptprotein, das sogenannte Kasein, das ansonsten zerstört wurde, um ein verarbeitungsfähiges Polymer zu erhalten. Kasein ist erneuerbar, biologisch abbaubar und kompostierbar und es gestattet die Entwicklung eines Biokunststoffs ohne nennenswerte aquatische Toxizität.“ Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Reinigungsmitteltabletten für Geschirrspüler meistens in Hüllen aus löslichen Kunststoffen verpackt sind? Dank Lactips kann diese lösliche Folie auf PVA-Basis, die sich zwar in Wasser oder im Boden auflöst, aber nicht biologisch abgebaut wird, durch das Europäische Umweltzeichen und Ecocert-zertifizierte Kunststoffe auf Milchproteinbasis ersetzt werden. Im Gegensatz zu PVA, dessen aerober biologischer Abbau auf 13 % in 21 Tagen im Wasser begrenzt ist, kann die Alternative von Lactips innerhalb von 28 Tagen fast zu 100 % biologisch abgebaut werden. „Jedes Detail an unserem Produkt wurde unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf die Umwelt konzipiert: von der Materialbeschaffung bis zum Ende der Lebensdauer des Produkts, einschließlich seiner Herstellung (eine Ökobilanz wird derzeit erstellt). Die Energie zur Erzeugung unserer Umwandlungstemperatur zur Herstellung von Pellets ist die einzige Energie, die während des gesamten Lebenszyklus gebraucht wird, und diese Temperatur ist nur halb so hoch wie die bei der PVA-Umwandlung“, erklärt Rochette. Auf den Markt und immer weiter Der Verkauf startete im letzten Quartal 2018, und Lactips und ULRICH-Natürlich haben bereits erste Aufträge vereinbart. Der deutsche Hersteller von umweltfreundlichen Reinigungs- und Pflegeprodukten will die patentierte Technologie für seine Geschirrspültabs nutzen. „Die Benutzung von Lactips ist ein großes Abenteuer! Der Vorteil für uns und unsere Kunden ist die Plastikfreiheit der Folie, die dadurch das Wasser nicht mit toxischen Substanzen belastet. Und die Kunden können Tabs in unbedenklicher Folie benutzen, ohne mit den Inhaltsstoffen der Tabs in Berührung zu kommen“, berichtet Klaus Röhrle, Leiter für Forschung und Entwicklung bei ULRICH-Natürlich. Die Verpackung von Geschirrspültabs ist nur ein Beispiel für das Potenzial von Lactips. Das Unternehmen denkt bereits über neue Märkte wie das Bauwesen, Farbstoffe, die Textilindustrie, Agrochemie und den Lebensmittelmarkt nach. Lactips plant, schon bald im Rahmen seiner 100 % „Hergestellt in Frankreich“-Strategie eine 2 500 m² große Anlage in seiner Region zu bauen, und beabsichtigt, die Produktionskapazitäten weiter auszubauen. „Wir bieten Lösungen für gesellschaftliche Bedürfnisse, schützen unseren Planeten, insbesondere die Meere, sowie kommen den Anforderungen der Kunststoffindustrie nach. Unser Material auf der Grundlage patentierter wissenschaftlicher und technischer Erkenntnisse kombiniert gesellschaftliche, ökologische und ökonomische Vorteile, um die Grundlagen für eine aufwärtsstrebende Branche zu schaffen“, schließt Rochette.

Schlüsselbegriffe

ECOLACTIFILM, Lactips, Verpackung, Waschmittel, Geschirrspülmittel, wasserlöslich, biologisch abbaubar, Umweltbelastung, Verschmutzung, Thermoplast, Wasser

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