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Neue Beschichtung für Medizintechnik senkt Infektionsrisiken

Jedes Jahr werden Millionen therapieassoziierte Infektionen registriert, die auf mikrobielle Biofilme auf medizinischen Instrumenten zurückgehen. Von diesen Reservoirs aus gelangen schädliche Bakterien in den Körper.

Gesundheit

Im heutigen medizinischen Alltag sind viele Arten invasiver und nichtinvasiver medizintechnischer Instrumente im Einsatz, um Patienten zu behandeln und die Genesung zu unterstützen. Auf diese Geräte gehen jedoch auch mehr als 50 % aller therapieassoziierten Infektionen zurück, was ungeplante Kosten in Milliardenhöhe für die Gesundheitssysteme weltweit generiert. Präventiv wird derzeit mit mikrobenhemmenden Substanzen und Silberbeschichtungen vorgegangen, und Antibiotika kommen zum Einsatz, wenn der Patient sich bereits mit therapieassoziierten Infektionen infiziert hat. Dieser Ansatz fördert wiederum Antibiotikaresistenzen, und Silbersubstanzen bergen zudem gesundheitliche Risiken,wenn sie in den Körper gelangen. Strategien gegen die Bildung von Biofilmen Auf der Suche nach Lösungen entwickelte das EU-finanzierte Projekt CYTAMED eine bahnbrechende und stabile antimikrobielle Beschichtung auf Basis ungiftiger, biokompatibler organischer Substanzen, die über kovalente Bindung auf der Oberfläche invasiver und nichtinvasiver Geräte haftet. Die Beschichtung eignet sich für viele medizinische Geräte wie Harnkatheter, Venenkatheter, Wundauflagen und Beatmungsgeräte. Wenn Bakterien an den medizinischen Geräten nicht mehr haften können, wird auch die Bildung von Biofilmen verhindert, was Patienten vor Infektionen schützt. „Wegen der starken chemischen Bindung in der antibakteriellen Beschichtung werden keine Komponenten mit potenziell toxischem oder akkumulierenden Effekt freigesetzt und auch Resistenzrisiken verringert“, erklärt Projektkoordinator Prof. Jacob Odeberg. Großes Potenzial CYTAMED erstellte mit CytaCoat AB, dem KMU, das die Beschichtung entwickelt hat, einen Geschäftsplan für die Markteinführung. So sollen Lizenzpartner gefunden werden, die Hersteller von Medizinprodukten sind, ihr Sortiment mit dem Beschichtungsverfahren herstellen können und dabei rechtmäßig Hersteller bleiben. Laut Prof. Odeberg „sind Marktpotenzial und Zahl potenzieller Kunden für die CytaCoat-Technologie enorm, da die Beschichtung sich für fast alle Materialien eignet, die in der Medizintechnik verwendet werden.“ CytaCoat wird solchen Patienten zugutekommen, die durch therapieassoziierte Infektionen auf medizintechnischen Geräten gefährdet sind. Die Tauchtechnologie, mit der die Instrumente direkt im Produktionsprozess beschichtet werden, war bei drei führenden Herstellern von Medizinprodukten im Test. „Insbesondere war uns wichtig, Herstellern jeweils Muster für die neue Technologie wie auch für die herkömmliche Elektronenstrahltechnik zur Verfügung zu stellen, und wir gehen davon aus, dass nach den Tests die erste Lizenzvereinbarung zustande kommt“, kommentiert Prof. Odeberg. Alle Hersteller können ihre Medizinprodukte über Lizenz mit der bahnbrechenden antibiotischen Technologie CytaCoat in eigener Produktion beschichten. „So lassen sich medizinische Geräte für verschiedenste Bereiche beschichten, um etwa Harnwegs-, Wund- und Blutinfektionen sowie beatmungsassoziierte Lungenentzündungen zu vermeiden. Und damit hätten wir eine kostengünstige Lösung für ein gravierendes medizinisches Problem“, betont Prof. Odeberg.

Schlüsselbegriffe

CYTAMED, Medizinprodukt, therapieassoziierte Infektionen, CytaCoat, Biofilm, Antibiotika, Tauchtechnologie

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