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Zuginstandhaltung per Fernüberwachung

Ein wesentliches Element für jeden erfolgreichen Bahnbetrieb ist ein gutes Instandhaltungssystem. Angesichts der großen Bedeutung der Zuginstandhaltung konzentrieren sich moderne betriebliche Praktiken auf die Schaffung geeigneter Mechanismen für eine planmäßige Überwachung der Bahninfrastruktur. Ein europäisches Konsortium, dessen Mitglieder zumeist aus der Bahnindustrie kommen, hat sich jetzt moderner Telekommunikationstechnologien bedient, um ein robustes System für die Fernüberwachung und Diagnose im Rahmen der Zuginstandhaltung zu entwickeln.

Industrielle Technologien

Jedes Bahntransportsystem setzt sich aus komplexen mechanischen und elektrischen Systemen zusammen, die wiederum aus Hunderttausenden von beweglichen Teilen bestehen. Damit ein zuverlässiger Eisenbahnverkehr gewährleistet ist, müssen sämtliche Gerätschaften durch Kontrollen im Rahmen einer regelmäßigen Instandhaltung in einem guten Betriebszustand gehalten werden. Voraussetzung für einen dauerhaft wirtschaftlichen Bahnbetrieb ist die Früherkennung von Fehlfunktionen, denn der Austausch einer defekten Komponente in einem frühen Stadium ihres Lebenszyklus kann wesentlich höhere Kosten verursachen als eine vorbeugende Instandhaltung. Im übrigen können auch Betriebsstörungen wie z.B. Zugverspätungen unmittelbare Auswirkungen haben, beispielsweise einen Rückstau von Zügen, der den Fahrplan durcheinanderbringen und unkontrollierbare Konsequenzen haben kann. Vor diesem Hintergrund entwickelte ein europäisches Konsortium das ROMAIN-System, ein robustes Kommunikationssystem für die Fernüberwachung und Diagnose im Rahmen der Zuginstandhaltung. Dabei nutzte das Konsortium ein Standardnetzwerk für die Zugkommunikation (Train Communication Network, TCN), das von der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (International Electrotechnical Commission, IEC) für fahrzeugseitige Verbindungen entwickelt wurde, sowie Internet-Protokolle (TCP/IP) für die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Fahrweg über eine GSM-Funkverbindung. Das System ermittelt per Fernüberwachung exakt den Betriebsstatus aller fahrzeugseitigen Geräte, Bauteile oder Komponenten und ermöglicht somit nicht nur eine planmäßige Instandhaltung, sondern sogar eine Instandhaltung in Echtzeit. Außerdem gestattet es den Direktzugriff auf Herstellerinformationen und bildet so ein wertvolles Hilfsmittel, das von allen Zügen standortunabhängig genutzt werden kann. Das ROMAIN-System erfüllt alle Anforderungen an die Kommunikation in diesem Anwendungsfall und kann problemlos in einer Vielzahl von Schlüsselbereichen eingesetzt werden, beispielsweise für Personenzüge einschließlich ihrer Lokomotiven, Güterzüge und Massenverkehrsmittel wie U-Bahnen und Straßenbahnen. Zuverlässigkeit ist eine fundamentale Voraussetzung für einen reibungslosen Bahnbetrieb. Da der Instandhaltung höchste Priorität zur dauerhaften Aufrechterhaltung der Zuverlässigkeit zukommt, kann man davon ausgehen, dass die mit diesem System eingeführten neuen Dienste die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Bahnunternehmen erheblich verbessern werden.

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