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Reinigung von Abfallprodukten aus Olivenölmühlen

Die Produktion von Olivenöl ist ein dynamischer und bedeutender Bestandteil der Wirtschaft im Mittelmeerraum. Allerdings werden Abfallprodukte aus Olivenölmühlen häufig einfach in die Umwelt abgegeben, was zu entsprechenden Problemen führen kann. Glücklicherweise hat eine Gruppe von europäischen Experten eine innovative Technologie entwickelt, mit der sich die Abwässer von Olivenölmühlen kostengünstig, wirksam und umweltfreundlich reinigen lassen.

Industrielle Technologien

Abwässer von Olivenölmühlen sind stark mit Alpechin (Olivenölhefe) befrachtet und wurden im gesamten Mittelmeerraum über lange Zeit einfach in Seen und Flüsse eingeleitet oder an Land beseitigt. Die Gefahr für die Umwelt besteht jedoch darin, dass Alpechin große Mengen von toxischen Bestandteilen organischer und anorganischer Natur wie z.B. Phenolderivate enthält. Da strengere gesetzliche Bestimmungen die unkontrollierte Einleitung von Abwasser in die Umwelt verbieten, wird inzwischen der größte Teil des Alpechins in künstlich angelegten Lagerbecken gesammelt, wo es sich auf natürlichem Wege zersetzt und verdunstet. Doch auch dieses Verfahren stellt noch immer ein erhebliches Umweltproblem dar. Schließlich stammen 95% der Olivenölproduktion aus den Anbaugebieten am Mittelmeer, die ein Abfallaufkommen von rund 10 Millionen Kubikmetern zu bewältigen haben. Ein weiteres Abfallprodukt aus Olivenölmühlen, der Alpeorujo (Oliventrester), verstärkt dieses Problem noch. Zwar wurden schon etliche experimentelle Abfallaufbereitungsprozesse erprobt, aber bislang wurde noch keiner von ihnen erfolgreich in der Praxis angewandt. Indessen gelang den Partnern des Projekts COOP (Cleaner, Controlled and Cost-efficient Olive Oil Production) aus Deutschland, Spanien, Italien und Griechenland jetzt die Entwicklung einer innovativen Technologie, die nicht nur wirtschaftlich durchführbar ist, sondern auch gute Ergebnisse bei der Reinigung flüssiger Abfallstoffe aus Olivenölmühlen liefert. Das Konzept des COOP-Verfahrens basiert auf physikalischen, chemischen und biologischen Abwasseranalysen, während in Laboruntersuchungen ein Verfahren entwickelt wurde, bei dem verschiedene Schritte zur chemischen und physikalischen Vorbehandlung der Abwässer mit einem biologischen Prozess kombiniert wurden. In einer im Labormaßstab hergestellten Kleinanlage konnten den verwendeten Abwasserproben bis zu 97% der gesamten organischen Kohlenstoffe entzogen werden. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens besteht darin, dass nur noch sehr geringe Mengen von festen Abfallstoffen produziert werden, die sich umweltfreundlich entsorgen lassen. Bei diesem Prozess wird auch Biogas produziert, was Energieeinsparungen ermöglicht und so die Kosten für die gesamte Abfallaufbereitung senkt. Besonders erwähnenswert ist, dass das gereinigte Wasser recyclingfähig ist und in der Olivenölproduktion zum Waschen der Oliven verwendet werden kann, was den Verbrauch an Frischwasser drastisch reduziert. Im weiteren Projektverlauf wurden außerdem zwei modulare Bioreaktoranlagen entwickelt und gebaut, die zur Installation in zwei COOP-Partnermühlen in Spanien und Griechenland bestimmt waren. Der Aufbereitungsprozess besteht aus der Abscheidung von Feststoffen, der Adsorption, der anaeroben Zersetzung, der aeroben Zersetzung und der Läuterung durch Filtration. In diesem Aufbereitungsprozess wurde schließlich ein Abbau von Alpechin mit einem Wirkungsgrad von 99,4% und von Alpeorujo mit einem Wirkungsgrad von 93% erzielt. Überdies wurde festgestellt, dass dieses biologische Abfallaufbereitungsverfahren auch unter Kostenaspekten durchaus mit anderen Verfahren zur Beseitigung von Abfallprodukten aus Olivenölmühlen konkurrenzfähig ist: Die Gesamtbetriebskosten für eine Testanlage beliefen sich auf 7,67 Euro pro Kubikmeter aufbereiteten Alpechins. Angesichts dieser Kosten und der zu ebenfalls angemessenen Preisen herstellbaren COOP-Bioreaktoranlagen könnte sich diese Technologie beachtliche Marktanteile erschließen, und das um so mehr, als eine Marktstudie ergab, dass in der Olivenölmühlenindustrie ein großer Bedarf an verbesserten und umweltfreundlichen Verfahren zur Abfallaufbereitung besteht.

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