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Steigerung der Gesamteffizienz des europäischen Bahnstreckennetzes

Die Europäische Kommission hat im Rahmen des Brite-Euram-Programms ein Forschungsprojekt gestartet und wirtschaftlich unterstützt, mit dem die Wechselwirkungen zwischen Hochgeschwindigkeits- und/oder Güterzügen und dem Gleisbett beschrieben und simuliert werden sollen. Eine Bestimmung der optimalen Parameter für die Konstruktion und Wartung von Gleisen werden nicht nur zu Einsparungen bei den Bau- und Instandhaltungskosten führen, sondern auch den Komfort und die Sicherheit im Schienenverkehr erhöhen.

Industrielle Technologien

Schotter, ein hauptsächlich aus Steinen bestehendes Granulat, wird als Gleisbettmaterial verwendet. Das Gleisbett dient zur Verteilung der auftretenden Belastungen und zur Verankerung der Gleise im Erdreich. Gleisbetten aus Schotter stellen das am weitesten verbreitete und kostengünstigste Verfahren beim Bau von Bahnstrecken dar, können aber ihre mechanischen Eigenschaften in bedrohlichem Maße verlieren, vor allem dann, wenn die Strecke durch Hochgeschwindigkeits- oder Güterzüge stark belastet wird. Mit dem Projekt "Eurobalt" sollte deshalb versucht werden, diejenigen Parameter zu bestimmen, zu simulieren und zu verstehen, die bei der Wechselwirkung zwischen Zug und Gleis in erster Linie für eine solches vorzeitiges Nachlassen der mechanischen Stabilität verantwortlich sind. Die Projektpartner - europäische Bahngesellschaften, Universitäten und Unternehmen der Bahntechnik - gründeten ihre Forschungsarbeit auf die Annahme, dass das Nachsacken des Schotters eine Veränderung der Gleisgeometrie verursacht. Daraus ergibt sich als eine unmittelbare Konsequenz, dass die Steifigkeit des Gleises eine entscheidende Rolle spielt und ein besseres Verständnis dieses Parameters daher von erheblicher Bedeutung ist. Zu diesem Zweck wurde der Prototyp eines Gleisbelastungsfahrzeugs (Track Loading Vehicle) entwickelt, der in der Lage ist, die Steifigkeit des Gleises während der Fahrt zu messen. Die Versuchsergebnisse zeigten eine ausgeprägte Korrelation zwischen dem Steifigkeitsprofil des Gleises und der Qualität der Gleisgeometrie - damit war der vermutete Zusammenhang zwischen diesen beiden Größen zweifelsfrei nachgewiesen. Auf der Grundlage der Versuchsergebnisse wurden moderne parametrische Modelle zu Optimierung der Gleiskonstruktion und der Wartung von Gleisen entwickelt. Ebenfalls erarbeitet wurde eine Serie von abschließenden Spezifikationen, die beim Bau neuer Bahnstrecken hilfreich sein werden. Zwar sind die Probleme der bereits vorhandenen Strecken damit nicht gelöst, aber das Eurobalt-Projekt hat zu erheblichen Fortschritten beim Verständnis des Verhaltens von Schotter-Gleisbetten geführt. Denn nun stehen erstmals objektive Kriterien für die konstruktive Auslegung neuer Bahnstrecken zur Verfügung. Überdies wird die Formulierung der quantitativen Zusammenhänge zwischen verschiedenen Schienenfahrzeug- und Gleisparametern sowie den langfristigen Anforderungen an die Streckenwartung mit Sicherheit zu einer Senkung der heutigen Kosten beitragen.

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