Proteinfreie Medien für Zellbanken
Die Verwendung von Medien, die vom Menschen oder von Tieren gewonnen wurden, bei der Herstellung von Humantherapeutika ist mit möglichen Sicherheitsrisiken verbunden. Dies ist hauptsächlich darauf zurück zu führen, dass diese Substanzen auf das Endprodukt einwirken könnten, und zwar zumeist in den Fällen, in denen sie virale Wirkstoffe enthalten. Aus diesem Grund werden in industriellen Prozessen chemisch definierte Medien bevorzugt, die weder Proteine noch vom Menschen oder von Tieren gewonnene Bestandteile enthalten. In diesem Projekt wurden die Anwendbarkeit und die damit verbundenen wirtschaftlichen Vorteile nachgewiesen, die mit der Anwendung von proteinfreien Medien in den derzeit gängigen industriellen Prozessen verbunden sind. Diese Technologie erfordert keine vorherige Überprüfung (Prescreening) der vom Menschen oder von Tieren gewonnenen Substanzen auf eine mögliche Kontamination des reinen Endprodukte. Daneben vereinfacht sie den Nachweis physiologischer Proteine, ohne dass hierfür die möglicherweise störenden Substanzen - beispielsweise diejenigen, die in aus tierischen Ressourcen gewonnenen Medien anzutreffen sind - isoliert werden müssen. Das Projekt lieferte das nötige Konzept für die Schaffung von Zellbank-Systemen, mit denen sich Zell-Linien konservieren lassen, die frei von jeglichen Komponenten menschlicher oder tierischer Herkunft sind. Zu den erzielten Ergebnissen gehörte ein wohldefiniertes Kryokonservierungs- und Revitalisierungsverfahren für die Handhabung von proteinfreien und vollständig chemisch definierten Zellkulturemedien. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um eine Reihe von Protokollen zur Präparation des Zellmaterials und zum Aufbau der Zellbanken. Unter Verwendung einer Vielzahl von Zelltypen wie z.B. BHK, CHO und MDCK hat sich die Technik nicht nur als anwendbar, sondern auch als zuverlässig erwiesen. Sie könnte ein optimales Zellwachstum, eine hohe Reproduzierbarkeit der Prozesse und eine einfache Weiterverarbeitung gewährleisten und so die Entwicklung neuer Strategien zur Behandlung menschlicher Erkrankungen ermöglichen.